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jugendzertifikat 2010

Furiose Aufholjagd wird nicht belohnt

Der TBV Lemgo hat trotz einer fantastischen Aufholjagd bei der SG Flensburg mit 25:27 (11:15) verloren

Der TBV war dabei von Beginn an zwar wach und war deutlich gewillt zu zeigen, dass die schwache Einstellung gegen die HSG Nordhorn ein Ausrutscher war. 27 Gegentore in der Campushalle sind auch aller Ehren wert, allerdings leistete sich der Angriff besonders in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gegen die SG-Abwehr, die vor einem fast schon wie gewohnt gut aufgelegt stehenden Dan Beutler agierte. Bis zum 4:5 (10.) durch Michael Kraus hielt der TBV die Partie offen, danach löste sich die SG bis zur 15. Minute auf 10:5. Die Halle kochte und Trainer Markus Baur nahm seine Auszeit, um seine Mannschaft neu zu ordnen. Tamas Mocsai spielte auf der Mitte, Rolf Hermann entlastete Holger Glandorf, im linken Rückraum agierte Lars Kaufmann, Vignir Svavarsson spielte am Kreis. Doch die entscheidenden Fehler im Angriff konnten zu lange nicht abgestellt werden, so dass die Hausherren ihre Führung zunächst behaupten konnten, näher kam der TBV leider auch nicht heran. Mit dem Vier-Tore-Rückstand ging es für den TBV, der nur auf den verletzten Logi Geirsson verzichten musste, in die Kabinen.

Nach der Pause war die SG zunächst noch die spielbestimmende Mannschaft und lag bis zur 39. Minute (21:15) teilweise mit sechs Toren in Führung. In der Folge zeigte der TBV dann jedoch sein wahres Gesicht. Gestützt auf einen überragenden Martin Galia im Tor kam der TBV Tor um Tor heran und in der 49. Minute war es dann soweit. Michael Kraus blieb einmal mehr vom Siebenmeterpunkt eiskalt – auf der Anzeigestafel stand ein 23:23. Die Campushalle war mit einem Schlag ruhig geworden. Inder Folge entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhre, die SG ging in Front, der TBV zog nach.

Dann griff jedoch das Schiedsrichtergespann Fleisch/Rieber spielentscheidend in die Partie ein. Vignir Svarsson sah in der Abwehr eine Zeitstrafe, die man zwar geben kann, aber sicher nicht geben muss. Dass Svavarsson eine weitere Zeitstrafe obendrauf  erhielt, kann man getrost als „fehlendes Fingerspitzengefühl“ bezeichnen. Dass Markus Baur ob seiner Intervention zunächst gelb sieht, kann man auch noch vertreten. Dass ein Schlag gegen die Bande dann zu einer weiteren Zeitstrafe führt, muss dem auch von Markus Baur als „einem mit Abstand besten Schiedsrichtergespanne in Deutschland“ als böser Schnitzer auszulegen.

Aufgrund dieser Unterzahl war der TBV letztlich praktisch zum Verlieren verdammt und alles Aufbäumen nutzte letztlich nichts mehr - obwohl der TBV diese Unterzahlsituation sogar ohne Gegentor überstand. Wegen der vielen vergebenen Chancen zu Beginn war die Niederlage prinzipiell wohl nicht unverdient, aufgrund der letzten Minuten jedoch wäre zumindest ein Punkt mit Sicherheit eine gerechte Belohnung für eine fantastische Aufholjagd gewesen.