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TBV ringt Balingen nieder

Der TBV hat sich nach einem über weite Strecken der ersten Halbzeit harten Stück Arbeit und einer in weiten Teilen sehr starken zweiten Halbzeit gegen den HBW Balingen-Weilstetten mit 33:29 (15:18) durchgesetzt

Der TBV begann mit Galia im Tor, hinzu kamen Schmetz, Hermann, Strobel, Kraus, Bechtloff und Svavarsson. In der Deckung kam Daniel Kubes für Michael Kraus. Die Gäste spielten wie erwartet munter mit und hielten das Spiel sogar in der Hand, das 3:5 (9.) war der erste beste Beweis. Im Angrifsspiel des TBV waren noch zu viele Fehler vorhanden, die die Gäste auszunutzen wussten. Beim 4:7 war es Markus Baur dann zu viel des Guten, er zog die grüne Karte und bat seine Mannschaft nach 10:38 gespieoten Minuten für 60 Sekunden zu sich. Die Minute brauchte Baur allerdings nicht auszuschöpfen, seine Ansprache war kurz und heftig genug. Tamas Mocsai kam fortan für Michael Kraus auf die Spielmacherposition und Vignir Svavarsson ließ das 5:7 folgen. Zwei Balinger Tore in Folge brachten dann das Publikum auf den Plan, das von seinem TBV vehement mehr einforderte.

Beim 7:10 (15.) brachte Baur Carsten Lichtlein iin Spiel, wobei Martin Galia von seinen Vorderleuten oftmals schlichtweig im Stich gelassen wurde. Fortan agierte der TBV deutlich konsequenter und in der 18. Minute war der TBV beim 10:11 durch Hermann wieder im Spiel. Doch es blieb dabei, Balingen spielte seine Angriffe aufreizend langsam aus, die TBV-Deckung fand nicht die nötige Einstellung und so stand es in der 26. Minute mit einem Mal 12:16. Fortan wirkte der TBV erneut verkrampft und ohne Ideen. Daniel Kubes kassierte praktisch mit der Pausensirene eine Zeitstrafe, so dass es mit drei Toren Rückstand und dezimiert in die Kabinen ging.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit fing erneut Martin Galia im Tor an, auf Rechtsaußen spielte zudem Florian Kehrmann. Die Körpersprache des TBV, bei dem Holger Glandorf aufgrund seiner Operation an der Wurfhand nicht anwesend sein konnte, war nun eine ganz andere, die Abwehr zeigte Biss und das Publikum war sofort wach, trieb den TBV nun nach vorne. Michael Kraus wuchtete den Ball zum 19:20 (38.) in die Maschen, Jens Bechtloff ließ mit einem traumhaften Heber nach Gegenstoß den Ausgleich folgen, Martin Galia steigerte sich vin Minute zu Minute. Die Halle war nun bis auf den letzten Zuschauer da.

Beim 21:20 durch Michael Kraus war die erste Führung seit dem 1:0 hergestellt. Trainer Rolf Brack nahm seine Auszeit, 39:09 Minuten waren gespielt. Und es folgte seine „Spezialität“, sieben Feldspieler waren auf dem Parkett. Und die Maßnahme hatte zunächst Erfolg, Balingen konterte zum 21:22. Doch der TBV ließ sich nicht mehr beirren, beim 25:23 (45.) durch Michael Kraus war der TBV mit zwei Toren in Front, Kraus traf kurze Zeit später in Überzahl zum 26:23. Und das 27:23 (49.) durch Vignir Svavarsson war die endgültige Vorentscheidung. Und fortan demonstrierte der TBV dann auch die Spiellaune, die ihn über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hatte. Kehrmann traf vom Kreis, Kaufmann jagte den Ball zum 29:23 (51.) links oben in den Winkel, der TBV machte jetzt endlich Spaß.

In der 53. Minute gab es dan ein Kuriosum, Robert Weber, der siebte Feldspieler konnte nicht mehr rechtzeitig wechseln und musste im Tor verbleiben. Und mit einer astreinen Fußball-Torwart-Einlage entschärfte er sogar den Wurf von Lars Kaufmann. Aber in der 58. Minute war es dann soweit, Jens Bechtloff traf beim 32:26 aus der eigenen Hälfte in das verwaiste Tor, in das Eijlers nicht rechtzeitig zurück kam.

Die Zuschauer quittierten die Leistungssteigerung in Durchgang zwei in den letzten 90 Sekunden stehend, eine tolle Geste, die die Mannschaft für die letzten zwei Saisonspiele noch einmal weiter nach vorne bringen wird.

Die Stimmen zum Spiel:

Dr. Rolf Brack: Ich denke wir hatten in der ersten Halbzeit das Überraschungsmoment auf unserer Seite. Wenn man auch die Reaktionen des Publikums betrachtet, erkennt man, dass wir ein Übergewicht hatten. Wir hatten ein Plus auf der Torwartposition, ein Plus im Gegenstoß und ein Plus im Angriff, wo wir fast hundert Prozent gespielt haben. Der TBV hat dann in der zweiten Halbzeit ganz anders agiert, beim Ausgleich hat man schon gesehen, dass meinen Spielern langsam die Kraft ausgeht. Wir haben insbesondere unsere zweite Abwehrformation nicht vernünftig spielen können, der Rückraum des TBV hat in der zweiten Halbzeit durch die Bank stark agiert und Galia hat sehr viele Bälle gehalten. Somit waren wir dann am Ende nicht mehr in der Lage, dagegen zu halten. Ich denke wir haben ein spannendes und rasantes Spiel gesehen.

Markus Baur: Im Prinzip ist alles gesagt. Balingen war in den ersten 30 Minuten die bessere Mannschaft, das muss man zugeben. Wir haben in der Deckung kein Timing gefunden, wann man die Leute attackieren muss, keine Aggressivität gezeig. Und dann wird es schwierig, wenn die Reaktionen des Publikums kommen und die Spieler im Kopf nicht frei sind. In der zweiten Halbzeit haben wir dann über weite Strecken wirklich sehr gut gespielt, 11 Gegentore, wenn wir das immer schaffen, gewinnen wir jedes Spiel. Sicherlich hat Martin Galia stark gehalten, aber die gesamte Mannschaft hat ein anderes Auftreten gezeigt.