Nach einer insbesondere in der zweiten Halbzeit zu unkonzentrierten Leistung musste die Mannschaft von Trainer Markus Baur verdient in die Niederlage einwilligen. Besonders ärgerlich war die Tatsache, dass der TBV sich dabei die Niederlage aufgrund zu vieler Fehler selbst zuzuschreiben hatte. Der TBV begann mit Lichtlein im Tor, hinzu kamen Kehrmann, Hermann, Strobel, Kaufmann, Bechtloff und Preiß. In der Abwehr wechselte Daniel Kubes mit Lars Kaufmann. Das erste Tor der Partie war dem ehemaligen TBV-Spieler Michael Hegemann vorbehalten, Lars Kaufmann traf in der vierten Minute zum 1:2 zum ersten Mal für den TBV. Das 1:4 (6.) ließ die Anlaufschwierigkeiten im TBV-Spiel erahnen, doch noch deutete nichts auf den weiteren enttäuschenden Verlauf hin. Beim Stand von 2:5 scheiterte Michael Kraus zwar an Medhus im GWD-Tor, aber Kaufmann sorgte in Überzahl für das 3:5 (9.). Lichtlein parierte glänzend gegen Gylfason, Preiß traf zum 4:5 – der TBV war im Spiel angekommen und Mark Schmetz ließ vom Siebenmeterpunkt in der 12. Minute den Ausgleich folgen. Im Angriff überzeugte der TBV in der Folge durch schöne Kombinationen und Fehler der Mindener wurden sofort mit Gegenstößen bestraft.
Das 8:7 (17.) durch Preiß war die Folge und als erneut Preiß zum 9:7 nachlegte, zog Richard Ratka die grüne Karte. 17:03 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Markus Baur gönnte fortan Martin Strobel eine Pause, für ihn kam Michael Kraus auf die Spielmacherposition. Das 12:9 (23.) durch Preiß bedeutete die erste Drei-Tore-Führung für die Gäste, lediglich in der Abwehr gab es noch ein paar kleine Unstimmigkeiten, so dass Minden zunächst den Anschluss halten konnte. Ab der 23. Minute brachte Baur dann Mocsai für Hermann, Svavarsson löste Preiß ab.
Der TBV war zwar die von der Spielanlage und den individuellen Möglichkeiten her überlegene Mannschaft, versäumte es aber, sich deutlicher abzusetzen. Beim 14:14 (29.) kam Minden somit wieder zum Ausgleich, doch Mocsai konterte und Carsten Lichtlein hielt einmal mehr glänzend, so dass der TBV nach Markus Baurs Auszeit sechs Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit noch einmal die Chance hatte, das Ergebnis nach oben zu schrauben. Der taktische Schachzug mit Mark Schmetz als siebtem Feldspieler gine leider nicht ganz auf, so dass es mit der knappen Ein-Tore-Führung in die Kabinen ging.
Minden konnte nach der Pause das Spiel weiter offen gestalten, der TBV war weiterhin nicht konsequent genug in den eigenen Aktionen, Haaß erzielte in der 33. Minute folgerichtig das 16:17. Drei vergebene Siebenmeter bis zur 34. Minute machten deutlich, dass der TBV zu viele Chancen ungenutzt ließ. Sobald es mit Tempo nach vorne ging, war der TBV zwar oben auf, Minden hielt jedoch mit viel Kampf und Leidenschaft dagegen. Jens Bechtloff brachte den TBV in der 39. Minute per Gegenstoß mit 19:18 erneut in Führung, doch dann sollte die Partie langsam kippen.
Sebastian Preiß erhielt eine Minute später die erste Zeitstrafe für den TBV, doch die nummerische Unterlegenheit kompensierten Florian Kehrmann und Co. sehr gut, Kraus traf gleich doppelt. Medhus parierte dann beim 22:22 (35.) seinen mittlerweile fünften Siebenmeter, der TBV machte sich das Leben von Minute zu Minute selbst schwerer. Schmidt auf der Gegenseite verwandelte kurz später seinen dritten Versuch ebenso sicher wie die zwei zuvor, Minden war beim 22:23 erneut vorne. Und als Just kurz später einen Abpraller zum 22:24 verwandeln konnte, zeichnete sich die Niederlage immer deutlicher ab. Baur brachte Hermann für Mocsai im Angriff, aber die Probleme blieben. Der TBV agierte nicht konzentriert genug, so dass Medhus im GWD-Tor immer wieder glänzen konnte.
In der 52. Minute bekam Schmidt dann den nächsten Abpraller in die Hände, das 23:26 schien die endgültige Vorentscheidung zu sein. Baur reagierte noch einmal, brachte Mocsai auf die Mitte, im Tor löste Galia Lichtlein ab. In der 55. Minute traf Mocsai denn auch zum 25:27, dann verweigerte jedoch das ansonsten gute Gespann Geipel/Helbig dem TBV einen klaren Freiwurf, zeigte stattdessen Baur die gelbe Karte. Die vielleicht letzte Chance war dahin, wobei die Entscheidung kaum als Zünglein an der Waage über 60 Minuten herhalten darf. 28:16 Minuten waren gespielt, GWD führte 26:28 als Richard Ratka seine Auszeit nahm. Kehrmann und Kaufmann spielten fortan vorgezogen, der TBV kam tatsächlich in Ballbesitz, doch dann folgte erneut ein völlig überflüssiger technischer Fehler. Minden nahm das Geschenk an und erzielte mit dem 26:29 die Entscheidung, Just setzte mit seinem Treffer den Schlusspunkt.
Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Markus Baur nach dem Spiel: "Glückwunsch an Richard Ratka und sein Team. Ich kann mit unserem Auftreten über die gesamte Spielzeit nicht zufrieden sein. Wir haben zu viele Fehler produziert, die Minden dazu verholfen haben, das Spiel zu gewinnen. Minden hatte einen starken Torhüter, dies kam zwar hinzu, aber letztlich haben wir es in den entscheidenden Phasen mit dummen Fehlern versäumt, uns entscheidend abzusetzen."