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jugendzertifikat 2010

Spannung pur

Sieg zum Saisonabschluss

Der TBV hat sich nach einem packenden Spiel mit 26:24 (13:10) gegen den VfL Gummersbach und dem vierten Platz in der Tabelle in die Sommerpause verabschiedet. In der ausverkauften Lipperlandhalle erlebten die Zuschauer eine insbesondere in der zweiten Halbzeit packende Partie. Markus Baur schickte zunächst folgende Sieben auf das Feld: Martin Galia, Florian Kehrmann, Tamas Mocsai, Michael Kraus, Lars Kaufmann, Jens Bechtloff und Sebastian Preiß. In der Abwehr kam Daniel Kubes für Michael Kraus ins Spiel. Michael Kraus war es dann auch, der gegen Goran Stojanovic vom Siebenmeterpunkt das erste Tor der Partie erzielte. Der VfL kam nur schleppend in das Spiel, gegen die gut gestaffelte TBV-Abwehr waren Chancen Mangelware. Weil der TBV mit seinen aber noch zu fahrlässig umging, stand es in der 9. Minute noch 2:2. Eine Zeitstrafe gegen Daniel Kubes ermöglichte den Gästen dann sogar die Führung zum 2:4 (11.). In der 13. Minute glich Lars Kaufmann per Gegenstoß zum 4:4 aus, als wiederum Kaufmann mit seinem nächsten Gegenstoß das 5:5 erzielte, waren die 4.861 Fans – sofern nicht aus dem Gummersbacher Fanblock, vollends da. Und die Stimmung sollte sich alles andere als verschlechtern, ein glänzend aufgelegter Martin Galia hielt den Kasten hinter einer sicheren Deckung dicht, im Angriff fehlte lediglich ab und an noch das nötige Quäntchen Glück und Entschlossenheit.

So kam der VfL in der 27. Minute beim 10:9 zum Anschlusstreffer. Doch der TBV, bei dem Markus Baur munter durchwechselte, war die deutlich überlegene Mannschaft und konnte sich scheinbar an diesem Nachmittag nur selber schlagen. Beim 11:9 nahm Markus Baur noch einmal seine Auszeit in Halbzeit eins, 28:17 Minuten waren gespielt. Das 13:10 durch Florian Kehrmann, der schön am Kreis freigespielt wurde, war die Folge. Kuriosum am Ende der ersten Halbzeit, nach einem direkten Freiwurf für den VfL mit dem Szilagyi knapp scheiterte, erhielt Markus Baur noch die gelbe Karte, der Grund war nicht ersichtlich. Das 13:10 war hoch verdient, die Führung hätte durchaus noch höher ausfallen können.

Nach der Halbzeit profitierten die Gäste einmal mehr von einigen Würfen des TBV, die nicht ihr Ziel fanden und kamen bis auf 15:14 heran. Aber Kraus und ein nach einem genialen Pass von Galia treffender Jens Bechtloff stellten die Drei-Tore-Führung beim 17:14 (37.) wieder her. Aber Gummersbach spielte seine Möglichkeiten geschickt aus, in der 41. Mintue waren die Gäste beim 18:18 erneut im Spiel. Und Szilagyi sorgte eine knappe Minute später mit einem Hüftwurf sogar für das 18:19. In der Folge entwickelte sich ein komplett ausgeglichenes Spiel, Gummersbach legte zunächst vor, der TBV zog nach. Das Angriffsspiel des TBV stockte insbesondere, nachdem der VfL Lars Kaufmann vorgezogen decken ließ. Jens Bechtloff war es dann erneut, der per Gegenstoß auf und davon zog und zum 22:22 (50.) ausglich. Beim 22:24 bat MarksuBaur seine Mannschaft für eine Minute zu sich, 51:53 Minuten waren gespielt.

Zuvor hatte das Schiedsrichter-Gespann Schaller/Wutzler mit einigen seltsamen Entscheidungen zu Ungunsten des TBV die Halle gegen sich aufgebracht. Und in der 54. Minute wuchtete Michael Kraus den Ball gegen Fazekas, der Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Zum 24: 24 ins Tor. Tamas Mocsai jagte bei angzeigtem Passivwarnzeichen den Ball zum 25:24 (57.) ins VfL-Gehäuse, die Spannung war greifbar, die Zuschauer waren begeistert.

Dann jedoch das Entsetzen, bei 57:58 Minuten schickten Schaller/Wutzler Daniel Kubes mit der dritten Zeitstrafe vom Feld, eine völlig überzogene Entscheidung, Gummersbach war im Vorteil. Doch die Gummersbacher Bank wollte den nächsten technischen Fehler, der wohl ebenso haarig gewesen sein dürfte, gegen den VfL nicht wahrnehmen: Zunächst gab es zwei Minuten gegen Francois Houlet, dann zog das Gespann nach Intervention der Spielaufsicht sogar die rote Karte.58:36 Minuten waren auf der Anzeigetafel zu lesen. In Überzahl ging der Arm der Schiedsrichter nach oben, aber Kaufmann jagte den Ball von Halbrechts in den linken oberen Winkel. Die Halle kochte und feierte mit Standing Ovations den extrem spannenden und erfolgreichen Saisonabschluss.

Geschäftsführer Volker Zerbe verabschiedete vor dem Spiel neben dem kaufmännischen Leiter Benjamin Chatton (Geschäftsführer Balingen) auch Malte Schröder (Ahlener SG), Lars Kaufmann (FrischAuf Göppingen) und Jörg Zereike (Karriereende).

Die Stimmen zum Spiel:

Sead Hasanefendic: Es waren in der ersten Halbzeit typisch letztes Spiel der Saison: verworfene klare Torchancen, unnötige Ballverluste, Passfehler. Für uns hatte sich die Frage gestellt, ob wir ein freundschaftliches Spiel mit dem TBV abliefern, weil es im Prinzip um nichts ging oder ob wir uns mit einem starken Gegner messen wollen und ein positives Resultat erreichen wollen. Wir haben uns für Alternative zwei entschieden. Doch in der ersten Halbzeit sind wir zu wenig gelaufen, haben viele Fehler gemacht und nicht das gezeigt, was wir können. Da aber auch Lemgo nicht völlig überzeugt hat, habe ich der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wenn wir noch deutlich besser spielen, hier nicht als Verlierer vom Platz gehen werden. In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir haben den Drei-Tore-Rückstand aufgeholt und sind sogar in Führung gegangen. Doch kurz vor Schluss wurde es kurios. Da war eine unglückliche Entscheidung dabei, aber ich will die Schiedsrichter nicht kritisieren. Wir haben viel investiert, da war dieses Ende für uns sehr schade. Aber wir können mit der Niederlage leben, denn wir haben eine tolle Saison gespielt.

Markus Baur: Wir haben in der ersten Halbzeit von der ersten Minute an sehr beweglich gespielt und aggressiv gedeckt. Wir haben deutlich gemacht, wer Herr im eigenen Haus ist. 24 Gegentore zu kassieren, ist für uns absolut eine gute Quote, das ist schon stark und damit bin ich sehr zufrieden. Im Angriff war es aber wie schon analysiert ein Spiel mit vielen Fehlern. Da wurden von beiden Mannschaften die Bälle dahin gespielt, wo sie nicht hin sollten. Wir waren vielleicht aus den letzten Spielen etwas verunsichert, als wir nicht das gezeigt hatten, was wir konnten. Aber wir haben am Ende das Spiel in den Griff bekommen und man sollte auch nun das Positive sehen. Wir haben uns im Vergleich zur letzten Saison deutlich verbessert, vom Platz und von den Punkten her. Ich bin mit dem Sieg heute und dem vierten Tabellenplatz sehr zufrieden.

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