Jens Bechtloff ist nicht nur der Shooting-Star der vergangenen Saison beim TBV gewesen, sondern auch längst mit seiner dynamischen und herzerfrischenden Spielweise zum Publikumsliebling der TBV-Fans geworden. Auch wenn der stets bescheidene Linksaußen sich selbst nicht gerne in den Vordergrund stellt, plaudert er für die TBV-Fans in der Vorbereitung ein wenig aus dem Nähkästchen. Auch wenn er sein "Tagebuch" nicht täglich füllen kann, schreibt er regelmäßig aus der Vorbereitung und berichtet von der wohl härtesten Zeit in der Saison eines Profihandballers. Hier geht es zum vierten Teil:
Hallo liebe TBV-Fans,
nun hat es also mich auch erwischt, ich bin verletzt. Oder sagen wir besser angeschlagen. Wie auch immer, ich muss ein wenig kürzer treten. Nachdem ich zunächst gehofft hatte, dass meine Schmerzen am Bein aufgrund einer Knochenhautentzündung stammen, hat unser Vereinsarzt Volker Broy aber doch etwas gefunden, das wir im Auge behalten müssen. Sollte ich mein Bein voll belasten und das ohne Pausen, könnte ein Ermüdungsbruch entstehen. Ich kann Euch sagen, das ist für mich der reinste Horror. Ich sitze am Rand und muss den anderen zugucken. Ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich wieder grünes Licht von der medizinischen Abteilung bekomme. Bevor wir an den Bodensee ins Trainingslager fahren, wird wahrscheinlich noch einmal eine Kernspin-Untersuchung gemacht und Volker Broy wird dann entscheiden, wie es weitergeht.
Der Erima-Cup war für uns eine gute Standortbestimmung und auch wenn wir vielleicht "nur" Vierter geworden sind, sollte man die Platzierung nicht als Maßstab nehmen. Wir haben sowohl gegen Flensburg als auch gegen Hamburg in weiten Teilen schon sehr gut gespielt und wenn man bedenkt, dass bei uns noch einige Verletzte gefehlt haben, dann kann man sehr zufrieden sein. Mimi Kraus musste gegen Hamburg auch frühzeitig passen, ich hoffe, dass es bei ihm nur bei der zunächst vermuteten Verhärtung im Oberschenkel bleibt und nichts Schlimmeres passiert ist.
Mit Augustdorf am Dienstag und dem öffentlichen Training am Mittwoch stehen für uns noch einmal zwei schöne Termine in der Heimat auf dem Programm. Es ist immer etwas Besonderes, sich den eigenen Fans in der Region präsentieren zu können. Dann geht es in Richtung Süden - für mich ja auch Heimat - und wir sind fast zwei Wochen nicht in Lemgo. Das hört sich nach Stress und Lagerkoller an, aber ich kann alle beruhigen. Wir haben so einen super Zusammenhalt in der Mannschaft, das ist kein Problem. Und wie alles in der Vorbereitung: Es dient ja alles unserem ersten großen Ziel, der Qualifikation für die Champions League Anfang September.
Bis bald,
Euer Jens!