Der TBV Lemgo spielt nach zwei unglücklichen Niederlagen beim Schlecker-Cup in Ehingen am Sonntag um Platz 5 gegen BM Valladolid aus Spanien. Gegen RK Zagreb unterlag der TBV mit 23:25 (12:10) und musste sich mit Platz 3 in der Gruppe A begnügen. Der TBV begann hoch konzentriert und ging verdient in Führung. Strobel, Binder und Svavarsson legten bis zum 3:0 (5.) vor, ehe Rückraumshooter Kiril Lazarov den ersten Treffer für die Kroaten erzielen konnte. Der TBV hielt in der Folge einen knappen Vorsprung, Zagreb legte stets nach, aber der TBV auch dementsprechend vor, so dass daraus Mitte der ersten Halbzeit eine 8:6-Führung für den TBV resultierte. Auf beiden Seiten überzeugten bis dahin die Torhüter, Carsten Lichtlein knüpfte an seine starke Leistung aus dem Spiel gegen Kopenhagen an, Gorazd Skof war unwesentlich schlechter in seinen Aktionen als der deutsche Nationaltorhüter. Allerdings war Lichtlein mit knapp 50 Prozent gehaltener Bälle der herausragende Mann der ersten 30 Minuten.
Eine starke Deckung vor Lichtlein war für den TBV, bei dem Bechtloff, Hermann und Geirsson erneut passen mussten, zudem die Grundlage, sich wieder von den Kroaten abzusetzen. In der 17. Minute war es Martin Strobel der mit seinem Tor zum 9:6 den TBV erneut mit drei Toren in Führung brachte. Kraus legte umgehend zum 10:6 (18.) nach, bevor die Minuten der Torhüter begannen. Sowohl Lichtlein als auch Skof machten ihren Laden dicht, so dass das 10:6 auch nach 22 Minuten noch Bestand hatte. Auch in den nächsten Minuten änderte sich nichts am Verlauf der Partie, die clever und souverän agierenden Lemgoer, bei denen Svavarsson am Kreis trotz seiner Schulterprobleme für den im ersten Gruppenspiel agierenden Preiß auflief, blieben in Front. Fünf Minuten vor der Halbzeitsirene führte die Mannschaft von Markus Baur hoch verdient mit 12:9. Bis zur Halbzeit tat sich nicht mehr viel, Zagreb konnte zumindest bis auf 12:10 verkürzen. Der TBV hatte insbesondere in der Deckung eine starke Vorstellung gezeigt und hätte sogar durchaus mit einer höheren Führung in die Pause gehen können.
Nach der Pause verkürzte Kopljar für RK auf 11:12, doch nach zwei weiteren Lichtlein-Paraden legte Kraus wieder vor zur Zwei-Tore-Führung. Diese hatte zunächst Bestand, in der 41. Minute führten Kehrmann und Co. Mit 17:15, nachdem Lazarov zuvor auch gegen Regionalliga-Torwart Dominik Formella vom Siebenmeterpunkt die Nerven behalten hatte, aber Glandorf prompt konterte.
Mitte der zweiten Halbzeit wendete sich jedoch das Blatt. Zagreb glich durch einen Doppelschlag von Spoljaric zum 17:17 aus, Skof hielt zweimal gegen die TBV-Angreifer und Lazarov besorgte nach einem weiteren Tor von Preiß ebenfalls per Doppelschlag für die erste Führung der Kroaten (18:19). Danach ging es auf Augenhöhe weiter. Schmetz (50.) brachte sein Team mit 20:19 in Front, Vukic glich im Gegenzug aus, Kraus legte wieder vor, zweimal Horvat brachte RK wiederum ins Vordertreffen.
Die letzten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Der TBV glich aus, Zagreb legte wiederum vor. In der 56. Minute war es Lazarov, der zum 22:23 für RK traf, Kraus traf erneut zum Ausgleich, Horvat brachte Zagreb wieder in Führung. Noch waren zwei Minuten zu spielen. Dann war es Strlek, der zum 23:25 traf, Sebastian Preiß erhielt gute 30 Sekunden vor Schluss eine Zweiminuten-Strafe und in Unterzahl hatte der TBV keine Chance mehr, das Spiel noch zu drehen.
TBV-Manager Volker Zerbe war zwar mit der Leistung zufrieden, nicht aber mit dem Ergebnis: "Wir haben wirklich gut gespielt und waren über weite Phasen auch das bessere Team. So seltsam es sich anhören mag, aber wir haben schlichtweg vergessen, das Spiel zu gewinnen. Die Mannschaft muss nun dringend ein Erfolgserlebnis einfahren, damit der Druck nicht zu groß wird. Die beiden Spiele heute waren ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, aber dies muss sich nun auch in Ergebnissen auszahlen."
Tore TBV Lemgo: Kraus 7, Strobel 3, Glandorf 3, Binder 3, Preiß 2, Ilyés 2, Svavarsson 2, Schmetz 1
Der TBV Lemgo hat das erste Spiel beim Schlecker-Cup gegen FCK Handbold knapp und unglücklich mit 32:33 (16:18) verloren. Der dänische Vizemeister legte zunächst vor und ging bis zum 0:3 in Führung, wobei sich der ehemalige Nordhorner Erlend Mamelund gleich zweimal in die Torschützenliste eintragen konnte. Aber der TBV hielt dagegen und glich in der vierten Minute durch Ferenc Ilyés zum 3:3 aus. Danach sahen die Zuschauer in der Längenfeldhalle in Ehingen zunächst eine ausgeglichene Partie, ehe sich Kopenhagen beim 8:6 (10.) wieder auf zwei Tore absetzen konnte. Der Abstand hatte zunächst Bestand, insbesondere Mamelund war kaum in den Griff zu bekommen, die ersten fünf Würfe des Norwegers fanden allesamt den Weg ins Netz hinter Carsten Lichtlein, der allerdings über die gesamte Partie hinweg eine starke Leistung zeigte.
Der TBV hatte zwar Chancen, wieder auszugleichen, aber Kaspar Hvidt unterstrich seinen Ruf als Ausnahmetorwart ein ums andere Mal. Somit sah sich der TBV über 11:13 (19.), 13:15 (21.) und 15:17 (27.) stets mit einem knappen Rückstand konfrontiert. Ein vergebener Siebenmeter gegen Hvidt kam hinzu und so ging es beim 16:18 in die Kabinen, wobei Markus Baur in den Minuten zuvor insbesondere die Abwehr ein Dorn im Auge gewesen sein dürfte, wohingegen im Angriff die Abläufe zu großen Teilen schon passten.
Mark Schmetz verwandelte unmittelbar nach der Halbzeit einen Siebenmeter zum 17:18, doch mit zwei schnellen Toren in Folge hielt Kopenhagen weiterhin die Führung. In der Folge hatte der TBV mehrfach die Chance, das Spiel auszugleichen, aber Hvidt war in dieser Phase der herausragende Akteur auf dem Feld, Michael Kraus scheiterte per Siebenmeter, doch auch Carsten Lichtlein war hellwach und somit hatte das 18:20 bis zur 36. Minute Bestand. Dann setzte sich Kopenhagen durch Bagersted und Mamelund, der bereits seinen achten Treffer markierte, bis auf 18:22 (37.) ab.
In der 40. Minute war der Rückstand des TBV erstmals auf fünf Tore angewachsen (19:24), wobei die Mannschaft keinswegs enttäuschte. Aber der TBV gab sich keineswegs auf, Kraus und Strobel verkürzten binnen einer Minute auf 21:24, Hvidt hielt seine Mannschaft aber im wahrsten Sinne des Wortes in Front. Beim 24:26 (49.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Martin Strobel war der TBV wieder auf zwei Tore herangekommen, nachdem binnen kurzer Zeit Atlason und Mamelund für jeweils zwei Minuten auf die Bank geschickt wurden.
Erneut Strobel verkürzte anschließend sogar bis auf ein Tor, doch der FCK konnte sich noch einmal bis auf 29:26 (53.) absetzen. Aber der TBV war trotz aller Personalprobleme nun voll im Spiel, Kraus und Glandorf verkürzten auf 28:29 (55.), dann stand erneut Hvidt zweimal dem Ausgleich im Weg, einmal mehr dabei im Siebenmeterduell. Martin Strobel machte in der 56. Minute jedoch besser, behielt gegen Hvidt die Nerven und traf zum 29:29, Glandorf ließ das 30:29 folgen, der TBV schien auf die Siegerstraße einbiegen zu können. Kraus und Ilyés glichen die Führungen der Dänen zum 32:32 aus, die Mannschaft von Markus Baur beeindruckte mit einer tollen Moral. Eine Zweiminuten-Strafe gegen Florian Kehrmann sorgte dann für die Entscheidung, Hammer traf nach einer Freiwurf-Variante unmittelbar mit der Schlusssirene zum 32:33 für die Dänen.
"Es ist schade, dass wir für diese Leistung nicht mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt wurden. Dies war über das gesamte Spiel gesehen eine gute Leistung von uns, die Abwehr hat sich in der zweiten Halbzeit in der entscheidenden Phase gesteigert und wir hatten die Chance, dieses Spiel zu gewinnen. Es war ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung", zeigte sich TBV-Manager Volker Zerbe nach dem Spiel nicht unzufrieden.
Tore TBV Lemgo: Kraus 7/2, Strobel 6/3, Glandorf 6, Preiß 5, Ilyés 4, Kehrmann 1, Kubes 1, Binder 1, Schmetz 1/1