Im ersten Spiel musste der TBV den Kadetten aus Schaffhausen nach einer hoch dramatischen Partie den Vortritt lassen.
Der TBV Lemgo hat das Auftaktspiel beim Qualifikationsturnier für die Champions League gegen die Kadetten Schaffausen aus der Schweiz verloren. Mit 29:30 (14:13) unterlag die Mannschaft von Markus Baur in León. Nun müssen die folgenden Partien gegen Celje aus Slowenien und Gastgeber León zwingend gewonnen werden, um die Qualifikation noch zu erreichen. Beim TBV begann Carsten Lichtlein im Tor, ergänzt wurde die erste Sieben durch Florian Kehrmann, Holger Glandorf, Daniel Kubes, der mit Michael Kraus Abwehr/Angriff wechselte, Sebastian Preiß, Ferenc Ilyés und Jens Bechtloff. Nach anfänglichem Abtasten ging der TBV beim 3:1 durch Ilyés in der fünften Minute erstmals mit zwei Toren in Führung. Die Abwehr vor Carsten Lichtlein stand gut, lediglich im Angriff blieb Kadetten-Torwart Bjorgvin Gustavsson zunächst noch zu oft Sieger. So glichen die Schweizer in der 10. Minute beim 5:5 durch Liniger wieder aus.
Eine Minute später musste Abwehrchef Daniel Kubes für zwei Minuten vom Feld, aber der TBV blieb ruhig, spielte im Angriff abgeklärt und in der Abwehr blockte Ilyeś auf der Mitte souverän. Aber Schaffhausen hielt sich im Spiel, Stojanovic glich zum 7:7 (14.) aus. In der 17. Minute wurde Michael Kraus vom sehr guten dänischen Gespann beim Stand von 8:8 vom Feld geschickt, weil er den Ball nicht schnell genug auf den Boden gelegt hatte. Aber erneut präsentierte sich die Abwehr hellwach und kassierte kein Gegentor. Markus Baur brachte nun Strobel auf der Mittelposition und Rolf Hermann im rechten Rückraum, der in der 21. Minute zum 9:8 traf. In der 21. Minute musste Daniel Kubes dann bereits zum zweiten Mal vom Feld. 21:28 Minuten waren gespielt, als Peter Hrachovec seine Auszeit in der ersten Halbzeit nahm. Das Spiel blieb zunächst ausgeglichen, Kraus erhöhte dann mit einem Doppelschlag auf 11:9 (25.), Strobel legte zum 12:9 nach.
Schaffhausen konterte zum 12:11, Hermann erhöhte umgehend (28.). Es war eine spürbare Spannung in der Halle vor den gerade einmal knapp 500 Zuschauern. Nach 28:33 Minuten legte Markus Baur dann die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch – der TBV führte 13:12. Bis zur Pause blieb es allerdings bei der Ein-Tore-Führung. Der TBV hatte trotz einiger überflüssiger Fehler das Spiel unter Kontrolle.
Nach der Pause erhöhte Preiß sofort auf 15:13, aber in der 33. Minute fand sich der TBV mit 15:16 im Hintertreffen, insbesondere Gustavsson war in dieser Phase bärenstark. Liniger legte nach, Schaffhausen war mit zwei Toren vorn, Liniger erneut - 15:18. In der 37. Minute spielte der TBV mit 6:4 in Überzahl, Daniel Kubes war inzwischen in die Abwehmitte zurück gekehrt, aber Patrail traf dennoch zum 16:19. Beim TBV war in dieser Phase zu vieles Stückwerk, Ilyés hielt den TBV mit seinen Toren im Spiel. Dennoch lag der TBV in 40. Minute beim 17:20 weiterhin mit drei Toren zurück. Gutavsson war weiterhin der spielbestimmende Mann auf dem Feld. In der 43. Minute war es dann aber Preiß, der den TBV beim 19:20 wieder heran brachte. Aber die Nervosität war fast schon greifbar, zu viele leichte Fehler machten es den Schweizern leicht, ihren Vorsprung zu halten. Zudem blieb es dabei, dass Gustavsson auch die klarsten Chancen vereiteln konnte.
Aber der TBV kämpfte, Kehrmann mit einer energischen Einzelleistung zum 21:22 – doch direkt anschließend musste Strobel für zwei Minuten vom Feld. Liniger nutzte den Strafwurf, legte in der 50. Minute zum 21:24 nach. Nach 50:20 gespielten Minuten nahm Baur seine Auszeit, setzte ein Zeichen und brachte Larsson für den prinzipiell wirklich gut haltenden Lichtlein ins Tor. Dennoch schien das 21:25 durch Ursic bereits die Vorentscheidung zu sein. Mark Schmetz vom Siebenmeterpunkt sorgte beim 25:27 (55.) noch einmal für Hoffnung, Kehrmann legte wenige Sekunden später nach. Der TBV war beim 26:27 wieder im Spiel. 56:31 Minuten waren abgelaufen, als Hrachovec bei angezeigtem Passiv-Warnzeichen der Schiedsrichter seine Auszeit nahm – 27:28 stand es zu diesem Zeitpunkt. Lichtlein, der wieder ins Tor kam, bekam die Fingerspitzen an den Ball und Kraus schaffte das 28:28 (58.). Der TBV war dran, hatte scheinbar die besseren Karten durch die erfolgreiche Auholjagd, aber Filip legte von außen wieder vor.
Was für eine Dramatik... Mocsai 90 Sekunden vor Schluss: 29:29. 59:16: Zeitstrafe gegen Svavarsson, Liniger zum 29:30. Preiß kommt als sechster Feldspieler. 59:56: Timeout, Freiwurf TBV. Gustavsson hält und der TBV steht am Ende mit leeren Händen da.
TBV Lemgo: Lichtlein (1. - 51., 57. - 60.).), Larsson (bei einem 7m, 51. - 57.); Preiß 6, Ilyés 6, Kraus 5, Kehrmann 4, Hermann 2, Schmetz 2/2, Glandorf 1, Mocsai 1, Strobel 1, Binder 1
Schiedsrichter: Martin Gjeding / Mads Hansen (DEN)
Peter Hrachovec: Wir haben am Anfang mit zu viel Respekt gespielt und haben ein wenig zu viele Chancen vergeben. In der zweiten Halbzeit ist uns dies besser gelungen dank unserem Goalie. Der Druck lag heute nicht bei uns und somit haben wir in der zweiten Halbzeit mit viel Spaß spielen können. Wir sind natürlich sehr zufrieden.
Markus Baur: Glückwunsch an Schaffhausen. Wir sind sehr enttäuscht, wir haben es über weite Strecken nicht geschafft, den Gegner unter Druck zu setzen, unsere Stärken auszuspielen. Dadurch haben wir Kadetten stark gemacht und diese Mannschaft hat eben auch ihre Qualitäten. Und wenn wir zudem 15 klarste Chancen vergeben, dann wird es schwer für uns, so ein Spiel zu gewinnen. Nun wissen wir umso mehr, was die Stunde geschlagen hat. Nun müssen wir beide Spiele gewinnen, wenn wir die Qualifikation noch schaffen wollen.