Eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit hat den TBV den möglichen Sieg gekostet.
Der TBV Lemgo hat das zweite Spiel in der Champions League-Qualifikation gegen Celje trotz einer über weite Strecken guten Leistung mit 27:28 (12:13) verloren und hat somit den Sprung in die europäische Königsklasse endgültig verpasst. Im ersten Spiel des Tages trennten sich Ademar Leon und die Kadetten aus Schaffhausen nach einem wahren Drama mit 27:27. Beim TBV begann wie schon gegen Schaffhausen Carsten Lichtlein im Tor, Markus Baur schickte zudem Jens Bechtloff, Michael Kraus (Abwehr-Angriff-Wechsel mit Daniel Kubes), Martin Strobel, Holger Glandorf, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß gegen die 3:2:1-Deckung der Slowenen auf die Platte. Holger Glandorf sorgte für das 1:0 (2.), nachdem Mark Schmetz mit einem Siebenmeter an Stochl gescheitert war.
Carsten Lichtlein stand seinem Gegenüber aber nicht nach und hielt gegen Kokcharov ebenso einen Strafwurf. Die Deckung stand hervorragend, in der 7. Minute stand es 3:1 für den TBV, nachdem Kehrmann per Gegenstoß erfolgreich war. Nach einer Zeitstrafe gegen Daniel Kubes verkürzte Celje zunächst und ließ durch Vugrinec (10.) den Ausgleich folgen. Kokcharov erzielte in der 11. Minute die erste Führung für Celje, nachdem der TBV im Angriff sich einen einfachen technischen Fehler geleistet hatte. Aber Kraus per Strafwurf, Bechtloff von außen und Preiß nach einem schönen Gegenstoß sorgten für die erneute Zwei-Tore-Führung des TBV. In der 18. Minute brachte Baur Ilyés für Kraus, Svavarsson löste Preiß ab. Celje blieb vorallem durch 1:1-Aktionen gefährlich, in der 20. Minute stand ein 7:6 für den TBV auf der Anzeigetafel.
Mocsai kam für Glandorf, der eine Verschnaufpause bekam, Toskic sorgte jedoch zunnächst für den Ausgleich, den Ilyés umgehend mit einem schönen Rückraumtor konterte. Das Spiel blieb ausgeglichen, allerdings hatte der TBV spielerische Vorteile und hinter einer starken Deckung einen gut aufgelegten Carsten Lichtlein. Das unsichere Schiedsrichter-Gespann aus Island schickte in der 25. Minute Florian Kehrmann für zwei Minuten vom Feld, Kokcharov verkürzte anschließend vom Siebenmeter-Punkt auf 10:9, der Russe traf kurze Zeit später von außen zum Ausgleich. Nach 26:06 gespielten Minuten nahm Markus Baur seine Auszeit im ersten Durchgang. Eine kurze Schwächephase nutzte Celje, ging seinerseits in Führung, aber der TBV ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Svavarsson (29.) glich zum 12:12 aus, aber anschließend musste Ilyés für zwei Minuten vom Feld, Celje legte erneut vor. Mit dem knappen Rückstand ging es für den TBV dann auch in die Kabine.
Nach der Pause legte der stets gefährliche Toskic in Überzahl vom Kreis für Celje nach, Vugrinec erhöhte sogar auf 15:12 (32.). Tamas Mocsai zog nun auf der Mitte die Fäden, Glandorf und Ilyés agierten im Rückraum. Zweimal Preiß hielt den TBV im Spiel, sein drittes Tor in Folge bedeutete das 15:16 (35.). In der 37. Minute schickte Baur Larsson für Lichtlein zwischen die Pfosten, aber das isländische Gespann war nun völlig von der Rolle. Ein vermeintliches Stürmerfolu gegen Svavarsson, ein nicht geahndetes von Pendant Toskic auf der anderen Seite, Celje lag 15:19 in Front. Der TBV zerrieb sich and er hart zupackenden Deckung der Gäste, Kokcharov brachte Celje mit fünf Toren in Front (40.). Eine erneute Zeitstrafe gegen Svavarsson brachte Celje zudem einen Strafwurf ein, aber Larsson parierte gegen Kokcharov. Auf der Gegenseite traf Kraus vom Siebenmeterpunkt sicher gegen Stochl. Preiß ließ beim 17:20 (44.) die Hoffnung auf die Wende aufkeimen, die Kraus per Siebenmeter zum 18:20 (46.) weiter schürte.
Der TBV war heiß, spielte im Angriff nun wieder druckvoller und in der Abwehr konzentrierter, lediglich Toskic durfte sperren wie er wollte und hielt Celje in Front. Der TBV verkürzte immer wieder auf zwei Tore, kam aber nicht näher an die Slowenen heran, auch weil – es blieb dabei – die isländischen Referees jede strittige Szene gegen den TBV auszulegen schienen. Celje hatte zudem Glück, als Larsson einen Siebenmeter parierte, der Ball jedoch genau wieder in die Arme der Slowenen fiel.
In der 52. Minute lag der TBV mit 22:25 zurück, aber Preiß ließ das 23. Tor nach schönem Anspiel von Kraus folgen. Ein starker Larsson ermöglichte es seinen Vorderleuten, auf ein Tor zu verkürzen, aber der Schlagwurf von Kraus ging Zentimeter am Winkel vorbei. Dann war es Rolf Hermann in der 55. Minute, der den TBV endlich auf ein Tor heranbrachte (24:25). Vugrinec traf glücklich zum 24:26, Markus Baur nahm anschließend nach 55:21 Minuten seine Auszeit. Ein tecnischer Fehler folgte, Larsson hielt überragend den Gegenstoß von Vugrinec, dann folgte ein Fehlwurf. Aber Kehrmann brachte den TBV per Konter auf 25:26 (57.) heran. Ein klares Stürmerfoul der Slowenen blieb ungeahndet, Celje ließ sich alle Zeit der Welt. In der 58. Minute war die Chance zum Ausgleich jedoch da, nachdem Kokcharov einen technischen Fehler beging. Siebenmeter für den TBV, Kraus trat gegen Stochl an – der Torwart blieb Sieger. Celje erhöhte auf 25:27, Kraus konterte (60.). Noch 30 Sekunden waren zu spielen. Und Toskic durfte wieder seine Sperre stellen, Siebenmeter für Celje. Vugrinec traf gegen Larssson zum 26:28, das Strobel nur noch verkürzen konnte.
Die Stimmen zum Spiel:
Tone Tiselj: Es war ein sehr intensives Match von der ersten Minute an. Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt und waren auf Augenhöhe. Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, Lemgo hat eine sehr gute Mannschaft und sich am Ende noch einmal heran gekämpft. Umso wichtiger war für uns heute dieser Sieg.
Markus Baur: Gratulation an Celje. Wir sind natürlich sehr, sehr enttäuscht. Wir sind hierhin gefahren und wollten drei Spiele gewinnen, nun haben wir die ersten beiden mit einem Tor jeweils verloren. Wir müssen uns einmal mehr an die eigene Nase fassen. Celje war heute gut, keine Frage, aber wir haben sie auch stark gemacht. Wir wussten um die Stärke der Achse Zorman/Toskic und haben es oft genug nicht richtig gelöst bekommen. Und im Angriff haben wir viel zu viele leichte Fehler gemacht, die Celje in Ballbesitz oder sogar in den Gegenstoß kommen ließen. Diese leichten Fehler ärgern maßlos, denn sie haben letztlich dieses Spiel entschieden. Wir sind noch einmal rangekommen und symptomatisch war dann, dass wir die Ausgleichchance nicht genutzt haben. Celje hat die gesamte zweite Hälfte geführt, von daher wird der Sieg auch verdient gewesen sein, auch wenn diese Einschätzung verdammt weh tut.
TBV Lemgo: Lichtlein (1. - 37.), Larsson (37. - 60.);Preiß 6, Kraus 6/4, Glandorf 3, Kehrmann 3, Strobel 3, Ilyés 2, Bechtloff 1, Binder 1, Hermann 1, Svavarsson 1
Zeitstrafen:
TBV: Ilyés, Kehrmann, Svavarsson, Kubes / Celje: Kojic, Zorman
Schiedsrichter: Hlynur Leifsson / Anton Palsson (ISL)