Am Sonntag um 17.45 Uhr steht für die TBV-Profis die knifflige Aufgabe bei den Füchsen Berlin an. Der Einsatz von Basti Preiß ist fraglich.
"Das wird alles andere als leicht, die Füchse habe eine gute Mannschaft zusammen", brachte es Sebastian Preiß auf den Punkt. Der Kreisläufer des TBV, der am Donnerstag zum ersten Mal das Team als Kapitän auf das Feld der Lipperlandhalle geführt hatte, blickt zwar angriffslustig und hoffnungsvoll nach vorne auf die Partie bei den Füchsen, die sich in dieser Saison den Angriff auf die Europapokalplätze vorgenommen haben. Aber gleichzeitig steht die Sorge im Raum, dass Preiß am Sonntag gar nicht auflaufen kann. "Meine Achillessehne ist stark geschwollen und ich hatte heute morgen so extreme Schmerzen, dass ich praktisch überhaupt nicht auftreten konnte. Stand heute würde ich sagen, am Sonntag geht definitiv nichts. Aber warten wir es erst einmal ab", schildert Preiß, warum er bei der Freitagstrainingseinheit auf dem Rad sitzt und den Kollegen nur zuschauen kann.
Die Füchse haben sich vor der Saison gezielt - und gut - verstärkt. Mit Torsten Laen kam von Ciudad Real ein international top erfahrener Kreisläufer in die Hauptstadt, mit Stian Vatne (CAI Aragon) im linken sowie Runar Karason (Fram Reykjavik) im rechten Rückraum soll das Spiel der Füchse variabler und auch durchschlagskräftiger werden. Silvio Heinevetter kam vom SCM nach Berlin und bildet mit Kollege Petr Stochl ein Top-Gespann in der Bundesliga. Der Saisonauftakt mit dem sicheren 26:21-Erfolg in Minden zeigt die eingeschlagene Richtung des neuen Trainers Dagur Sigurdsson deutlich auf.
Das Spiel bei den Füchsen in der Max-Schmeling-Halle sieht Preiß durchaus als "Schlüsselspiel: "In Berlin möchten wir natürlich nachlegen und die Leistung gegen Maggdeburg bestätigen." Bevor er sich in die Reha verabschiedet, blitzt trotz aller Schmerzen der Siegeswille aus Preiß hervor. Humpelnderweise mit der Tasche über Schulter geht es Richtung Reha-Raum, aber mit dem entscheidenden Satz: "Jammern hilft nun auch nicht. Weiter geht es!"
Ähnlich sieht es bei Jens Bechtloff aus. Die Schmerzen im Schienbeinbereich kann auch der Linksaußen kaum verheimlichen, im Training zieht er aber voll mit: "Die Untersuchung hat ergeben, dass nicht wie zuletzt Wasser im schmerzenden Bereich ist. Aber das Bein ist überbelastet und das schmerzt. Am Sonntag muss es aber einfach gehen."
Ansonsten wird Volker Mudrow personell bis auf Logi Geirsson, der abseits der Mannschaft Wurftraining absolvierte, wohl auf alle Spieler zurückgreifen können, Daniel Kubes beißt trotz Rückenschmerzen einmal mehr auf die Zähne. Und Jesper Larsson möchte sich von seinen neuen Weggefährten auf Zeit natürlich entsprechend verabschieden. "In der Lipperlandhalle haben wir einen super Start in die Saison hingelegt und ich möchte mich von den Jungs am Sonntag mit einem Sieg in Richtung Schweden verabschieden."
Es wird wohl kaum einer der TBV-Spieler etwas dagegen haben, Larsson bei der Erfüllung seines Wunsches entsprechend zu helfen.