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jugendzertifikat 2010

Larsson sichert TBV das Fuchsfell

TBV gewinnt mit 29:26 bei den Füchsen Berlin

Ein herausragender Torhüter Jesper Larsson war der Garant für den verdienten Erfolg der Lemgoer in der Max-Schmeling-Halle.

Der TBV Lemgo hat auch sein zweites Saisonspiel gewonnen. Bei den Füchsen Berlin setzte sich der TBV mit 29:26 (15:13) durch und feierte somit einen optimalen Start in der Liga. Dabei waren die Vorzeichen nicht die besten. Bereits am Samstag zeichnete sich nämlich ein herber Rückschlag für den TBV ab. Carsten Lichtlein war mit Bauchschmerzen aufgewacht, die sich bei der späteren Diagnose auf eine Blinddarmreizung zurückführen ließen. Lichtlein musste zuhause bleiben, die Hoffnung darauf, dass sich die Entzündung bis Sonntag gelegt hätte, zerstob leider allzu schnell. Somit war Jesper Larsson auf sich alleine gestellt, denn aufgrund der Spielbestimmungen dürfen die ersten beiden Saisonspiele nur in einer Mannschaft absolviert werden. Demzufolge waren beide Regionalliga-Torhüter ebenfalls aus dem Rennen.

Gleich zu Beginn ließ der TBV einen Siebenmeter ungenutzt, Schmetz war an Heinevetter gescheitert, Schneider traf für die Hausherren, die Glandorf jedoch konterte. Kubes fing in der 5. Minute dann einen Pass von Heinevetter ab und besorgte per Gegenstoß die erste TBV-Führung. In der Folge entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Spiel, ein guter Jesper Larsson im Tor vor einer guten Abwehr brachte dem TBV leichte Vorteile, aber Heinevetter auf der Gegenseite hielt sein Team im Spiel. So glich Laen in der 10. Minute zum 4:4 aus. In Überzahl beorderte Trainer Volker Mudrow Florian Kehrmann auf die Spitze, die Maßnahme zeigte Wirkung, allerdings leistete sich der TBV im Angriff zwei leichte Fehler und die Füchse gingen in der 14. Minute mit 5:7 in Führung, zwei Minuten später lagen die Hausherren mit drei Toren in Führung (6:9).

Nach 17:44 Minuten nahm Mudrow seien Auszeit im ersten Durchgang, insbesondere die Leichtfertigkeiten im Angriff und die Fehlpässe an den Kreis waren ihm ein Dorn im Auge. Aus dem Rückraum kam dem TBV-Coach zu wenig Druck. Aber auch in der Folge blieb die Fehlerquote zu hoch, Berlin kam per Siebenmeter in der 23. Minute zum 7:11, zuvor hatte Larsson mit einigen sehenswerten Paraden geglänzt und den TBV in Schlagdistanz gehalten. Und auf einmal lief es beim TBV.

Ilyés mit einem fulminanten Wurf in der 25. Minute erzielte das 9:11 und Kehrmann erzielte nach einer erneute starken Parade von Larsson von außen das 10:11 gegen den mittlerweile im Tor der Füchse stehenden Stochl. Und erneut kehrmann sorgte per Gegenstoß für das 11:11 – nun leisteten sich die Füchse die Fehler und der TBV kam ins Rollen. Den nächsten Fehler nutzte Kubes zur 12:11-Führung. Eine Zeitstrafe in der 28. Minute gegen Ilyés brachte die Füchse in Vorteil, aber Kehrmann schnappte sich einen Pass auf den Halbspieler und besorgte das 14:12. Bis zur Halbzeit behauptete der TBV die Zwei-Tore-Führung, mit 15:13 ging es in die Kabinen.

Nach der Pause kaufte eine bombensicher stehende Deckung den Füchsen den Schneid ab, ein herrliches Anspiel von Strobel auf Preiß folgte und der TBV lag mit 16:13 in Führung. Ein wunderschöner Gegenstoß über Glandorf und Strobel brachte das 18:14 (35.), der TBV beherrschte die Partie. Jesper Larsson parierte anschließend einen Siebenmeter gegen Wilczynski, den psychologischen Vorteil nutzte Glandorf und erhöhte auf 19:14. Eine Schrecksekunde folgte in der 37. Minute: Erneut war Larsson zur Stelle, parierte hervorragend, den Abpraller leitete Ilyés per Express zu Kehrmann, der nach dem erfolgreichen Abschluss mit Heinevetter zusammenprallte und im Gesicht getroffen wurde. Es ging allerdings dann weiter für Kehrmann, dennoch waren die Füchse bis zur 42. Minute zumindest wieder auf vier Tore heran gekommen. Der TBV war ein wenig nachlässig, aber konnte sich weiterhein auf den glänzend aufgelegten Larsson verlassen. Beim Stand von 21:17 nahm Volker Mudrow seine Ausezit in der zweiten Halbzeit, beruhigte das Geschehen.

Michael Kraus war denn auch zum 22:17 erfolgreich, ließ Heinevetter vom Punkt einmal mehr keine Chance. Die Abwehr stand unglaublich sicher, ließ die Füchse nicht zur Entfaltung kommen. So nahm Sigurdsson in der 46. Minute seine Auszeit, appellierte noch einmal an sein Team, kämpferisch alles zu geben. Doch in der Folge nahm zunächst einmal Larsson Wilczynski den nächsten Siebenmeter ab, der Schwede war der herausragende Mann auf TBV-Seite.

In der 50. Minute verkürzte Laen auf 23:19 für die Berliner, zudem musste Hermann für zwei Minuten vom Feld. Die kritische erste Phase erwiderte aber Glandorf mit einem Tor – 24:19. Dennoch stand es zu Ende der Zeitstrafe 24:21, das Spiel ging in die entscheidende Phase. Wilczynski war per Gegenstoß zum 24:22 erfolgreich, aber im Gegenzug legte Kraus aus dem Rückraum nach.

Nun wogte das Spiel hin und her, Berlin blieb dran, der TBV durfte sich in dieser Phase keine Fehler erlauben. Aber in der 54. Minute war es dann doch soweit: Jaszka verkürzte auf 25:24, die Füchse waren wieder dran. Glandorf stoppte mit einem fulminanten Wurf die Aufholjagd, aber in der 55. Minute musste Preiß für zwei Minuten vom Feld. Die gute 7.000 Zuschauer in der Halle witterten Morgenluft. Eine Parade von Larsson und ein Stemmwurf aus gut zehn Metern von Kraus brachten aber zunächst das 27:24. Beim Stand von 27:25 war es Göde, der völllig frei vor Larsson auftauchte, aber der Schwede parierte einmal mehr herausragend. Das Spiel blieb dennoch spannend, weil der TBV es erneut über den Kreis erzwingen wollte, ein technischer Fehler war die Folge.

Aber am Ende setzte sich die starke Abwehr und die individuelle Klassse der TBV-Spieler durch und ein verdienter 29:26-Erfolg war der Lohn.

Die Stimmen zum Spiel:

Volker Mudrow:
Das waren zwei wichtige Punkte, denn Berlin war noch stärker als letztes Jahr und hat sich auch gut verstärkt. Als wir in der ersten Halbzeit mit drei Toren zurücklagen, sind wir dennoch ruhig geblieben und konnten uns dann auch steigern. Wir haben die nötige Geduld gezeigt und hatten in der zweiten Halbzeit einen sehr guten Start. Dies war ausschlaggebend, dass wir uns uns entscheidend abetzen konnten.

Dagur Sigurdsson:
Das war ein tolles Spiel von Lemgo. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, die Lemgo zu Gegenstößen nutzen konnte. Aber wir hatten immerhin eine gute kämpferische Einstellung gezeigt und uns in der zweiten Halbzeit noch einmal herangekämpft. Wir haben in diesem Spiel sehr viel gelernt und werden weiter an uns arbeiten.