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jugendzertifikat 2010

TBV unterliegt bei der HSG Wetzlar

Zu viele Fehler - TBV muss in Niederlage einwilligen

Bei der HSG Wetzlar kämpft sich der TBV nach einem klaren Rückstand zurück, hat am Ende die Chance zum Sieg und scheitert letztlich an sich selbst.

Der TBV ist nach 6:0 Punkten zum Saisonstart unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt worden. Bei der HSG Wetzlar unterlag die Mannschaft von Volker Mudrow mit 30:31 (15:16) und brachte sich dabei letztlich selbst um den durchaus möglichen Erfolg. Lemgo begann mit Tamas Mocsai auf der Mittelposition, ergänzt wurde die Aufstellung durch Glandorf und Ilyés im Rückraum, Binder und Kehrmann auf Außen und Preiß am Kreis.

Nach dem 1:0 durch Holger Glandorf und einer ausgeglichenen Anfangsphase setzten sich die Hausherren aus einer sehr massiv stehenden Deckung heraus vom TBV ab. Nach dem 5:4 durch Michael Binder traf nur noch die HSG, in der 14. Minute stand es 5:10 für die Hausherren. 13:58 Minuten waren gespielt als Volker Mudrow seine Auszeit nahm. Doch es nutzte zunächst wenig, die nächsten beiden Treffer verbuchte erneut Wetzlar. Beim 5:11 (16.) konnte einem schon Angst und Bange um den TBV werden. Michael Kraus war nadch der Auszeit für Mocsai auf der Mittelposition gekommen, aber das Angriffsspiel stockte weiterhin allzu oft. In der 20. Minute verkürzte Kraus vom Siebenmeterpunkt dann auf 12:9, der TBV war nun besser im Spiel, insbesondere die Deckung war nun präsenter und setzte die HSG deutlich besser unter Druck.

In Überzahl botbot sich dann die Chance auf 10:12 zu verkürzen, Kraus scheiterte zweimal am Pfosten, Ilyés verzog äußerst knapp. Salzer traf hingegen bei angezeigtem Passiv-Warnzeichen zum 9:13 (23.), aber der schnelle Konter über Kehrmann hielt den TBV im Spiel. Einhergehend mit dem 10:14 (24.) musste auch Holger Glandorf für zwei Minuten auf die Strafbank. Aber Kraus traf zunächst per Strafwurf zum 11:14 und ein wunderschönes Zusammenspiel von Kehrmann und Kraus brachte das 12:14 (26.). Der TBV war durch deie Strafzeit ins Spiel gekommen, so schien es. Kehrmann verkürzte anschließend auf 13:14, nun war der TBV in der 27. Minute endgültig dran. Und Ilyés war es keine Minute später, der trocken ins linke untere Eck zum Ausgleich traf. Mit einem Tor Rückstand ging es dann für den TBV in die Kabine.

Nach der Pause entwickelte sich zunächst ein munterer Schlagabtausch auf beiden Seiten, allerdings zunehmend wieder mit Vorteilen für die HSG, die in der 37. Minute beim 19:22 wieder mit drei Toren in Front lag. In eben dieser 37. Minute brachte Volker Mudrow Waldemar Strzelec für den glücklosen Carsten Lichtlein ins Tor. Martin Strobel führte mittlerweile Regie, Michael Kraus war in den linken Rückraum gewechselt, rechts spielte weiterhin Rolf Hermann. Kraus war es letztlich, der mit einigen sehenswerten Einzelaktionen den TBV im Spiel hielt, das gebundene Angriffsspiel krankte jedoch weiterhin. In eigener Überzahl verkürze der TBV zunächst auf 23:24, aber bei angezeigtem Passiv-Warnzeichen ging Salzer durch die Abwehr wie das warme Messer durch die Butter. Lichtlein kam zurück ins Tor und erneut Kraus traf zum 24:24 (43.). Aber immer wenn der TBV die HSG in der Abwehr im Griff zu haben schien, kamen die Hausherren doch noch zum Torabschluss.

Wenn nichts ging, so ging in dieser Phase aber wenigstens Kraus, der in der 46. Minute bereits seinen zehnten Treffer markierte. Nach einem gehaltenen Siebenmeter von Lichtlein gegen Christophersen bot sich die Chance zum 26:26, aber ein leichter Fehler und viel Glück für die HSG im Gegenzug brachten das 25:27. Fehlwürfe hüben und drüben prägten dann das Bild, ehe Kraus in der 50. Minute das 26:27 erzielen konnte. Lichtlein parierte dann stark und erneut bot sich die Chance zum Ausgleich. Strobel nutzte sie, aber im Gegenzug legte Wetzlar erneut vor. Die Spannung war nun greifbar, der TBV deckte gut, hatte in der 54. Minute die Chance zur Führung, aber Glandorf scheiterte an der Latte. Erneut war die Deckung auf der Höhe, zwang die HSG zu einem unvorbereiteten Wurf – ein technischer Fehler brachte jedoch wiederum Wetzlar in Vorteil.

Nach 54:46 Minuten nahm Michael Roth seine Auszeit, Werum traf anschließend vom Kreis zum 28:29. 56:10 Minuten waren auf der Hallenuhr zu lesen, als Volker Mudrow seinerseits die grüne Karte legte. Ein weiterer technischer Fehler auf Lemgoer Seite, ein Fehlwurf der HSG, ein erneuter Fehlwurf des TBV folgten und 150 Sekunden vor Schluss traf Christophersen zum scheinbar vorentscheidenden 28:30. Doch nach einem schnellen Konter und einer starken Parade von Lichtlein war es Glandorf, der das 30:30 erzielen konnte.

26 Sekunden vor der Schluss-Sirene hielt Lichtlein erneut den Wetzlarer Wurf – alle Trümpfe hielt nun der TBV in der Hand. Und dann passierte es doch – Michael Kraus legte unter Bedrängnis auf den rechten Rückraum ab, Timo Salzer fing den Pass ab und traf Sekunden vor Schluss zum umjubelten und letztlich verdienten Siegtreffer für die HSG. Beim TBV, der mit einer erneuten viel zu hohen Fehlerquote zu kämpfen hatte, blieb die bittere Erkenntnis und gleichzeitige Tristesse, gegen einen aufopferungsvoll fightenden, aber keineswegs überragenden Gegner unterlegen gewesen zu sein.