Die Anti-Doping Kommission des Deutschen Handballbundes hat TBV-Torhüter Martin Galia nach seiner positiven Dopingprobe sehr hart bestraft.
Der tschechische Nationaltorhüter des TBV muss eine Geldstrafe von 20.000 Euro bezahlen und wurde rückwirkend für sechs Monate gesperrt. Galia ist damit erst ab dem 1. Oktober 2009 wieder für den TBV Lemgo spielberechtigt. Bei Galia war nach dem Bundesliga-Spiel gegen den TV Grosswallstadt am 28. März 2009 die spezifische Substanz Octopamin festgestellt worden, diezwischenzeitliche Analyse der B-Probe bestätigte den ersten Befund. Bei „spezifischen Substanzen“ geht man davon aus, dass sie in alltäglich gebräuchlichen Heilmitteln vorkommen und dadurch eine größere Gefahr besteht, aus Versehen eingenommen zu werden.
TBV-Manager Volker Zerbe reagiert mit Unverständnis auf die Höhe der Strafe: „Die Strafe empfinden wir als völlig überzogen, dies betonen wir auch in aller Deutlichkeit. Martin Galia und der TBV Lemgo haben sich von Beginn an zu jeder Zeit kooperativ verhalten und wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles getan, um die Herkunft der Substanz und das Zustandekommen der positiven Probe erklärbar zu machen. Durch diese Strafe wird Martin Galia und auch dem TBV Lemgo die Chance genommen, sich auf die Saison 2009/2010 entsprechend vorzubereiten und die Tatsache, dass Martin Galia beim Qualifikationsturnier für die Champions League Anfang September nicht wird spielen können, ist sportlich für uns ein herber Rückschlag. Nun müssen wir uns zudem kurzfristig nach einer Verstärkung für die Torwartposition umsehen, sollte diese überhaupt auf dem Markt verfügbar sein.“
Die Höhe der Strafe verwundert angesichts der Tatsache, dass die Konzentration an Octopamin in der Probe bei Martin Galia keine Rückschlüsse auf leistungssteigernde Wirkungen zulässt, wie auch die Analyse von Prof. Dr. Wilhelm Schänzer vom Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln bestätigt. Außerdem hatte Galia von Anfang an alle Fakten dargelegt und sich um die definitive Offenlegung der Herkunft der Substanz und das Hineingelangen in seinen Körper bemüht.
„Angesichts dieser Umstände ist es für uns nicht ansatzweise nachzuvollziehen, warum die Anti-Doping Kommission des Deutschen Handballbundes ein so hohes Strafmaß ansetzt. Da Martin Galia bislang auch nie negativ aufgefallen war, hätte unseres Erachtens auch eine Verwarnung ohne Sperre als Sanktion völlig ausgereicht“, erklärte Zerbe abschließend.