Der TBV Lemgo hat sich trotz der Verletztenmisere im OWL-Derby gegen den TuS N-Lübbecke schadlos gehalten.
Der TBV Lemgo hat sich mit einer über weite Strecken starken Leistung im OWL-Derby gegen den TuS N-Lübbecke mit 33:28 (14:10) durchgesetzt. Beim Comeback von Martin Galia vor 4.375 Zuschauern begann TBV-Coach Volker Mudrow mit Carsten Lichtlein im Tor, im Angriff spielten Mark Schmetz, Holger Glandorf, Martin Strobel, Michael Kraus, Michael Binder und am Kreis Florian Kehrmann. In der Abwehr wechselte Kraus mit Ferenc Ilyés, der allerdings in der 17. Minute bereits seine zweite Zeitstrafe erhielt und fortan in der Abwehr von Daniel Kubes abgelöst wurde.
Der TBV, der auf Bechtloff, Geirsson, Svavarsson und Preiß verzichten musste, begann sehr konzentriert aus einer starken Deckung heraus, in der Florian Kehrmann weit vorgezogen auf die linke Rückraumposition des TuS agierte und Arne Niemeyer kaum zur Entfaltung kommen ließ. Bis zum 6:3 (11.) durch Michael Kraus lief alles nach Plan für den TBV, dann kam allerdings ein Bruch in das Spiel der Hausherren, die ganze sieben Minuten ohne Torerfolg blieben. Da die Abwehr jedoch nach wie vor sicher stand, gelang es dem TuS auch nicht, den Ausgleich zu erzielen. Beim 7:6 (20.) waren die Gäste auf ein Tor heran, zu mehr reichte es jedoch nicht.
Mudrow reagierte, brachte Tamas Mocsai auf die Mittelposition, Rolf Hermann spielte im rechten Rückraum. Und in der Folge zog der TBV wieder davon, ging beim 12:8 (27.) durch Tamas Mocsai erstmals mit vier Toren in Führung und hielt diese Führung bis zum Halbzeitpfiff aufrecht.
Nach der Pause erwischten zunächst die Gäste den besseren Start. Ein Doppelschlag von Heidmar Felixsson brachten den TuS wieder auf zwei Tore heran. In Überzahl, Thorir Olafsson musste für zwei Minuten vom Feld, zog der TBV durch zwei Tore in Folge von Rolf Hermann wieder auf 16:12 davon. In der Abwehr stand der TBV nach wie vor souverän, so dass die Gäste die Zweiminutenstrafe gegen Rolf Hermann nach knapp 37 gespielten Minuten nicht nutzen konnten. Stattdessen baute die Mannschaft von Volker Mudrow ihren Vorsprung bis zum 21:15 kontinuierlich aus, ehe TuS-Trainer Patrik Liljestrand nach 39:25 Minuten seine Auszeit nahm.
In der 45. Minute erhöhte Kraus mit dem 26:18 auf acht Tore Vorsprung. Aber dann ärgerte sich Volker Mudrow über einige leichte Fehler in der Abwehr und auch im Angriff leistete sich sein Team nun einige kleinere Schwächen. Zwar kämpfte sich der Tus noch einmal bis auf fünf Tore an, brachte den TBV aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr. In den letzten Minuten wechslte Trainer Volker Mudrow von daher auch noch einmal durch: Strobel führte Regie auf der Mittelposition, Ilyés kam für Kraus, Hermann für Glandorf. Die Zuschauer quittierten die über weite Strecken souveräne Leistung mit Standing Ovations, eine Stimmung die TBV-Manager Volker spontan zu einem besonderen Dank an die Fans in der Pressekonferenz veranlasste.
Die Stimmen zum Spiel:
Patrik Liljestrand: Glückwunsch an Lemgo zu dem verdienten Sieg. Unsere Torhüter haben heute sehr gut gehalten. Was nicht so gut war, war die Abwehr. Von Glandorf und Kraus haben wir zu viele Tore bekommen. Was aber noch schlechter war, war unsere Linie im Angriffspiel. Wir hatten ein Konzept, aber schon in den ersten Minuten konnten wir das nicht umsetzen, von daher mussten wir von Anfang an einem Rückstand hinterherlaufen. Eine absolute Katastrophe war allerdings unser Überzahlspiel. Ich habe nicht nachgerechnet, aber ich bin mir sicher, wir haben in diesen Minuten kein Plus für uns erzielen können. So kann man in Lemgo nicht gewinnen. Aber die Mannschaft hat immerhin sehr gut gekämpft, das hat mir gefallen und darauf müssen wir aufbauen.
Volker Mudrow: Das wichtigeste für uns war, dass wir heute gewinnen. Wir haben uns auf ein griffiges Derby eingestellt. Ohne etatmäßigen Linksaußen und ohne Kreisläufer war es für uns eine schwierige Situation im Vorfeld. Wir haben Florian Kehrmann an den Kreis gestellt, er verdient heute auch ein Sonderlob, auch in der Abwehr hat er gut gespielt. Carsten Lichtlein hat in der ersten Hälfte neun Bälle gehalten, das zeugt von einer guten Abstimmung mit der Abwehr. Mit der ersten Halbzeit war ich insgesamt sehr zufrieden, das einzige Manko war die Chancenverwertung. In der zweiten Hälfte haben wir leichte Fehler gemacht und vorne wieder etwas ungeduldig gespielt. Jetzt sind fünf Spiele vorbei und wir haben 8:2 Punkte geholt. Ich habe mit 10:0 gerechnet und von daher bin ich mit dem Erreichten bislang nicht voll zufrieden. Jetzt kommen die schweren Gegner mit Hamburg und Kiel. Dort müssen wir uns jetzt entsprechen positionieren.