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jugendzertifikat 2010

TBV unterliegt dem Meisterschaftskandidaten

Deutliche Heimniederlage gegen HSV

Der TBV Lemgo konnte zu keiner Zeit an die jüngste Leistung in Kiel anknüpfen. Martin Strobel zog sich eine Verletzung am Bein zu, das Ausmaß ist noch unklar.

Der TBV Lemgo ist nach dem Punktgewinn in Kiel unsanft in der Lipperlandhalle gelandet und hat gegen den HSV mit 25:34 (10:15) eine deftige Niederlage bezogen.

Der TBV Lemgo begann die Partie in der Abwehr mit Michael Binder, Martin Strobel, Ferenc Ilyés, Holger Glandorf, Florian Kehrmann und Mark Schmetz. Im Angriff wechselte Michael Kraus mit Ilyés, Strobel rückte auf die Mitte, Kehrmann an den Kreis.

Im ersten Angriff der Partie kam der HSV nur über einen Strafwurf zum Torerfolg, den Hans Lindberg gegen Martin Galia im TBV-Tor verwandelte. Nach 3:40 Minuten traf der TBV durch Michael Kraus das erste Mal zum 1:3. Eine Schrecksekunde für den TBV gab es knapp zwei Minuten später nach dem 2:4 durch Strobel. Der TBV-Mittelmann blieb verletzt liegen und wurde am rechten Sprunggelenk behandelt, konnte aber zunächst weiterspielen, ehe nach zehn gespielten Minuten Tamas Mocsai auf die Mittelposition kam. Eine Röntgenuntersuchung am Montag bei Vereinsarzt Volker Broy ergab keinen Befund am Knochen, am Donnerstag wird eine MRT-Untersuchung Aufschluss geben, ob eventuell Weichteile betroffen sind.

Das Schiedsrichtergespann Fleisch/Rieber erregte bereits in der Anfangsphase die Gemüter der 4.861 Fans in der ausverkauften Lipperlandhalle, als kurz aufeinander zwei Tore von Holger Glandorf von den beiden Unparteiischen abgepfiffen wurden. Der HSV nutzte die entstandenen Unruhe und zog durch zwei Tore von Marcin Lijewski und eines von Torsten Jansen auf 3:7 davon. Nach 14 Minuten ersetzte Carsten Lichtlein dann den glücklosen Martin Galia im Tor.

Beim Stand von 4:9 nahm Trainer Volker Mudrow seine Auszeit. Im Anschluss spielte Ilyés auch im Angriff, Kraus rutschte auf die Mitte, Mocsai auf Halbrechts. In Unterzahl, Mocsai musste für zwei Minuten vom Feld, verkürzte Ilyés auf 6:10. Nach dem 7:12 nahm dann auch Gästetrainer Martin Schwalb seine Auszeit. Im Anschluss kam Sebastian Preiß, der allerdings noch deutlich gehandicapt war, beim TBV an den Kreis und meldete sich prompt mit dem 8:12 zurück.

Während der gesamten ersten Halbzeit stellten HSV-Kreisläufer Igor Vori, der mit zwei Toren in Folge zum 8:13 und 8:14 einnetzte und Marcin Lijewski die TBV-Abwehr immer wieder vor Probleme. So konnten die Gäste beim Stand von 10:15 mit fünf Toren Vorsprung zur Pause auch in der Höhe verdient in die Kabinen gehen.

Der TBV erwischte einen schlechten Start in die zweite Hälfte und sah sich nach je zwei Toren von Guillaume Gille und erneut Vori und nur einem Treffer auf TBV-Seite durch Kehrmann nach 35 Minuten beim Spielstand von 11:19 mit acht Toren im Hintertreffen. Beim HSV kehrte auch Pascal Hens nach dem Spiel gegen Minden erneut auf die Platte zurück, wurde nach einem Foul allerdings wenige Minuten später geschont, die einfachen Tore des HSV-Shooters waren auch nicht nötig. Der TBV ließ eine Reihe von Torchancen im Angriff ungenutzt, leistete sich immer mehr Fehler und geriet fast aussichtslos in Rückstand. Wie auch in der ersten Halbzeit trafen Vori, der am Ende mit zehn Treffern bester HSV-Werfer war, und die Lijewski-Brüder ein ums andere Mal.

Der TBV kämpfte immerhin weiter und hielt durch Treffer von Mocsai und dem zwischenzeitlich für Glandorf eingewechselten Rolf Hermann den Abstand. Nach exakt 40 gespielten Minuten zeigte die Uhr den Spielstand 15:23. Aber eine Aufholjagd wie in Kiel war am heutigen Abend zu keinem Zeitpunkt im Bereich des Möglichen, der HSV konnte den Vorsprung stattdessen noch weiter ausbauen. Beim Stand von 16:26 legte Volker Mudrow die grüne Karte auf dem Tisch. Im Anschluss agierten Strobel und Kehrmann in der Abwehr vorgezogen, an der Situation änderte sich nichts. Mit teilweise 13 Toren führten die Gäste und das Publikum musste mit ansehen, wie der TBV auf ein Desaster zusteuerte. Zumindest in den letzten Minuten bäumten sich Kraus und Co. Noch einmal auf und konnten das Ergebnis etwas freundlicher gestalten. Der TBV hatte an diesem Tag dem Meisterschaftskandidaten letztlich in allen Belangen zu wenig entgegen zu setzen und der TBV musste am Ende in eine 25:34-Niederlage einwilligen.

Die Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb: Es war ein sehr schönes Spiel für uns, aber es passiert natürlich nicht alle Tage, dass man einen solchen Sahnetag erwischt. Unsere Abwehr war sehr aggressiv und hat die Rückraumschützen auf Distanz gehalten. Man hat gesehen, was eine starke Abwehrleistung ausmacht und auch im Angriff lief es für uns heute gut. Wir sehen es nicht als normal an, in dieser Höhe in Lemgo zu gewinnen. Bei uns hat heute alles gestimmt.

Volker Mudrow: Der HSV hat hoch verdient gewonnen. Der Sieg geht in Ordnung, auch in dieser Höhe. Igor Vori hat uns vor unlösbare Aufgaben gestellt. Wir konnten nicht dagegen halten, nicht als Mannschaft und nicht im individuellen Bereich. Das Spiel heute war eine Lehrstunde für uns. Nach dem Punktgewinn in Kiel war hier in Lemgo eine deutliche Euphorie spürbar. Da ist eine solche Niederlage natürlich sehr bitter. Nach einem solchen Spiel wird immer viel darüber spekuliert, wer gut gespielt und wer schlecht gespielt hat. Auch wenn Holger Glandorf heute im zweiten Spiel in Folge kein Tor gemacht hat, für mich bleibt er ein Weltklassespieler. Man muss auch berücksichtigen, dass er vor Kurzem noch eine Hand-OP hatte und noch etwas Zeit braucht. Er hatte auch Pech, als ihm ein Tor als Stürmerfoul nicht anerkannt wurde.

Es hilft aber nichts nach Entschuldigungen zu suchen, wir müssen hart arbeiten und nach vorne schauen, dann kann es nur besser werden.


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