Trübsal war angesagt im TBV-Tross, nachdem im Pokal in Bad Schwartau Endstation war. Nun muss am Samstag ein Sieg in Balingen her.
Niedergeschlagenheit und Frustration waren am Tag nach dem unfassbaren Pokalaus beim VfL Bad Schwartau in Lemgo angesagt. "Es ist einfach nicht zu erklären, wir haben in der zweiten Halbzeit einfach versagt. Woran das liegen kann ist uns ein Rätsel", brachte es Holger Glandorf stellvertretend auf den Punkt. "Wir haben einfach schlecht gespielt, auch in der ersten Halbzeit war es schon nicht wirklich gut, aber dennoch haben wir das Spiel deutlich im Griff gehabt", war auch Tamas Mocsai einen Tag nach der Pleite ratlos.
Einer der ganz wenigen Lichtblicke war am Mittwoch im Norden noch Torhüter Martin Galia, der ein starker Rückhalt in einer zumindest in der ersten Halbzeit in Teilen sehr gut deckenden TBV-Mannschaft war. Aber auch der Tscheche war am Ende machtlos und sah sich ein ums andere Mal von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.
Bei allen Analysen nach dem wieso und warum bleibt jedoch nur wenig Zeit. Bereits am Freitag um 12 Uhr setzt sich der TBV-Tross in Richtung Rottenburg in Bewegung, bevor es am Samstag dann zum HBW Balingen-Weilstetten geht, der sich im Pokal den Frust von der Seele warf. Mit 27:16 fertigte die Mannschaft von Trainer Rolf Brack Ligakonkurrent GWD Minden ab und feierte den ersten Pflichtspielsieg vor heimischem Publikum in dieser Saison. Diesem Erfolgserlebnis soll nach Möglichkeit ein weiteres gegen den TBV folgen, der am Samstag in der gewohnt emotionalen und heißen Atmosphäre in die Spur zurückfinden will.
"Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen, gegen Balingen wird es nicht leicht, aber wir müssen gewinnen", sucht Tamas Mocsai nicht nach Umschweifen. Ein Erfolgserlebnis ist für den TBV so immens wichtig, weil in der kommenden Woche Spielpause ist, da die Nationalmannschaft den Supercup in Halle/Westfalen, Köln und Hannover bestreitet. Somit ist ein positives Ergebnis umso wichtiger, um mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen zu können.
Doch in Balingen hängen die Trauben nicht so niedrig, um sie im Vorübergehen pflücken zu können. Eine solide Abwehr haben die Balinger in bislang allen Spielen gezeigt, noch keiner Mannschaft gelang es, mehr als 30 Treffer gegen den HBW zu erzielen. Das Manko war bislang der Angriff, in dem es dem Rückrauch noch zu oft an Durchschlagskraft gefehlt hatte, 19 Tore in Minden bedeuteten zunächst den Tiefpunkt in dieser Statistik, doch die 27 Tore des Pokalspiels deuten an, dass der HBW auch anders kann.
"Wir versuchen an diese Leistung anzuknüpfen und vielleicht auch gegen Lemgo eine Überraschung zu schaffen, auch wenn der TBV hier sicherlich mit Schaum vor dem Mund auflaufen wird nach dem Pokalaus", blickt HBW-Trainer Rolf Brack auf die Partie voraus.
Diesen Schaum werden Glandorf, Mocsai und Co. sicherlich haben, um den Eindruck aus dem DHB-Pokal so schnell wie möglich zu revidieren. Jens Bechtloff, Sebastian Preiß und Logi Geirsson werden dabei einmal mehr fehlen, es bleibt zu hoffen, dass Volker Mudrow bis Samstagabend den richtigen Schlüssel finden wird, um aus seinem Team wieder das abrufen zu können, was es zu leisten im Stande ist. Und dann kann der TBV auch um einiges ruhiger in die Nationalmannschaftspause gehen.