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jugendzertifikat 2010

Verdienter Sieg in Melsungen

Überragender Glandorf wirft TBV zum Sieg

Gegen Melsungen hätte ein höherer Sieg für den TBV heraus springen können, doch am Ende gewinnt der TBV dennoch völlig verdient.

Der TBV Lemgo hat sich bei „Angstgegner“ MT Melsungen mit 31:28 (16:14) durchgesetzt und trotz der Verletztenmisere und mit einem überragenden Holger Glandorf einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das erste Tor der Partie gelang den Hausherren, in der ersten Minute war Dimitrios Tzimourtos zur Stelle und traf für Melsungen, das in den beiden vergangenen Liga-Heimspielen gegen den TBV die Oberhand behalten konnte. Holger Glandorf glich die Führung aus, Martin Galia konnte anschließend einen Siebenmeter von Nenad Vuckovic parieren, aber eben jener Vuckovic legte anschließend zur Führung nach.

Im Angriff tat sich der TBV wie in den letzten Spielen einmal mehr relativ schwer, die letzte Konsequenz fehlte bei den ohne Ilyés, Preiß, Bechtloff und Geirsson angetretenen Lemgoern. Aber der TBV blieb dran, in der 8. Minute war Vasilakis vom Siebenmeterpunkt für die Hausherren zum 3:4 aus TBV-Sicht erfolgreich, doch Vignir Svavarsson glich umgehend aus. Dann musste der mit Kubes im Innenblock deckende Isländer jedoch für zwei Minuten vom Feld. Nutzen zog allerdings zunächst der TBV selbst, der durch Michael Kraus in der 10. Minute beim 5:4 erstmals in Führung gehen konnte. In der Folge ging es zunächst munter hin und her, Melsungen legte zunächst vor, der TBV glich durch Michael Binder zum 6:6 (12.) aus, Vasilakis legte für die MT per Siebenmeter anschließend nach. In der 15. Minute legte Franck Junillon für die Hausherren zur Zwei-Tore-Führung nach, TBV-Trainer Volker Mudrow nahm seine Auszeit im ersten Durchgang – 14:44 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

Doch zunächst sah es nicht danach aus, als würde sich etwas ändern. Der TBV blieb im Angriff über weite Strecken nicht zwingend genug, so dass nach exakt 17 gespielten Minuten das 7:10 für Melsungen die logische Konsequenz war. Doch dieser Drei-Tore-Rückstand schien der Weckruf für den TBV gewesen zu sein. Holger Glandorf mit seinen Treffern vier und fünf verkürzte bis auf 9:10 (19.), eine Minute später besorgte Tamas Mocsai mit seinem ersten Treffer das 10:11, dem der kaum zu stoppende Holger Glandorf das 11:11 folgen ließ. Und in der 24. Minute besorgte Vignir Svavarsson die nächste TBV-Führung, sein Treffer zum 13:12 war ein Fingerzeig. Carsten Lichtlein war in der Zwischenzeit für den glücklosen Martin Galia zwischen die Pfosten gekommen und präsentierte sich in sehr ansprechender Form.

Der TBV tat sich im Angriff zwar nach wie vor schwer, die spielerische Leichtigkeit fehlte einfach, war aber dann durch Glandorf doch zum 15:13 und der ersten Zwei-Tore-Führung der Partie erfolgreich. MT-Coach Ryan Zinglersen bat sein Team anschließend für 60 Sekunden zu sich, die Hallenuhr blieb bei 26:11 Minuten stehen.   In der Folge ließ der TBV erneut einige Chancen liegen, aber Melsungen konnte kein Kapital daraus schlagen, stattdessen war Michael Kraus in Überzahl zum 16:13 (30.)erfolgreich. Ein Wermutstropfen war das anschließende Tor von Alexandros Vasilakis, der praktisch mit der Halbzeitsirene das psychologisch wichtige 14:16 für die MT erzielen konnte.

Nach der Pause wurde es schnell sehr still in der Rothenbach-Halle in Kassel. Während die MT nicht einen einzigen Treffer erzielen konnte, legte Holger Glandorf mit seinen Treffern acht und neun zum 18:14 vor. Es lief für den TBV Lemgo, der nach wie vor auf einen guten Carsten Lichtlein im Tor bauen konnte. Melsungen konnte anschließend bis auf zwei Tore verkürzen, aber der TBV war wenn es darauf ankam immer wieder zur Stelle, Michael Kraus war in der 39. Minute zum 20:17 erfolgreich, und der Nationalspieler des TBV ließ anschließend per Strafwurf das 21:17 folgen. Doch dann folgte einmal mehr eine unerklärliche Schwächephase des TBV, Melsungen nahm die Chancen dankend an und in der 43. Minute war Vuckovic zum 21:20 erfolgreich.  Die Rothenbach-Halle in Kassel, die alles andere als überragend besetzt war, wachte auf – doch Holger Glandorf war mit seinem 10. Feldtor zum 22:20 zur Stelle. Klitgaard, Mocsai und dann einmal mehr Glandorf, der TBV ließ zumindest keinen Ausgleich der Hausherren zu. Doch es war eigentlich nicht nötig, Lemgo hätte Mitte der zweiten Halbzeit deutlich höher führen können als nur 24:21 (45.). Melsungen witterte zwar seine Chance, kam jedoch zunächst nie entscheidend heran.

Die Hausherren, die ihren eigenen Ansprüchen in dieser Saison bislang noch nicht gerecht werden konnten, kämpften, doch blieb vieles Stückwerk, wobei die Erkenntnis blieb, der TBV konnte dies jedoch leider nicht entscheidend zu einem klaren und beruhigenden Vorsprung nutzen konnte. Das 26:24 (48.) war nicht das, was der TBV aus seinem Potenzial ausschöpfen konnte. Carsten Lichtlein war in dieser Phase der entscheidende Faktor, dass Melsungen nicht bis auf ein Tor heran kommen konnte und das Nervenkostüm des TBV zu sehr strapazierte. Glandorf und Mocsai besorgten bis zur 52. Minute eine erneute Vier-Tore-Führung (28:24), doch prompt konterten Sanikis und Aagaard binnen einer knappen Minute für die Hausherren bis zum 28:26. Und dann war es doch passiert: Sanikis verkürzte bis auf ein Tor, das 28:27 schien die Wende in der umkämpften Partie sein zu können. Holger Glandorf besorgte mit seinem 13. Tor zwar zunächst für den nächsten Treffer der Gäste, aber dann folgte der erneute Anschluss, zudem musste Florian Kehrmann für zwei Minuten vom Feld. Und Melsungen bot sich tatsächlich die Chance zum Ausgleich, doch den Hausherren versagten die Nerven.  Und dann spielte der TBV sein Glück voll aus, Kraus und Kehrmann trafen zum 31:28 und der TBV spielte den Sieg über die Zeit, der zwar verdient, aber unnötig spannend ausfiel.