Der TBV Lemgo startet mit einem klaren Heimsieg in den EHF-Cup und kann nun entspannt die Reise zum Rückspiel nach Montenegro antreten.
Souverän setzten sich Tamas Mocsai und Co. mit 46:23 (25:11) gegen die überforderten Gäste aus Montenegro durch. Der TBV, der mit Galia, Kehrmann, Glandorf, Mocsai, Kraus, Strobel und Svavarsson begann, legte los wie die berühmte Feuerwehr und setzte sich bis zur 5. Minute auf 4:0 ab. Mocsai, der in der Abwehr mit Kubes wechselte, hatte den Torreigen eröffnet. Podgorica, das in Zarko Markovic im rechten Rückraum seinen wohl bekanntesten Akteur hatte, fing sich in der Folge jedoch und konnte leichte Fehler des TBV in Tore ummünzen. In der 8. Minute stand es 5:3 für die Mannschaft von Volker Mudrow. Kraus und Svavarsson erhöhten jedoch umgehend wieder, im aufgebauten Angriff agierten die Gäste zu behäbig, um den TBV in ernsthafte Verlegenheit zu bringen, leidglich Markovic und Kovalenko strahlten als einzige Spieler echte Torgefahr aus. Als Svavarsson für zwei Minuten auf die Bank musste, konnte sich der TBV bis auf 12:5 (13.) absetzen, es lief rund für den TBV, für den es galt, die Spannung aufrecht zu erhalten. Das 14:6 (15.) durch Svavarsson schien die richtige Antwort zu sein.
In der 17. Minute musste Holger Glandorf nach einem, nicht gehahndeten Schlag ins Gesicht pausieren, für ihn kam Rolf Hermann in den rechten Rückraum. Nach Tamas Mocsais Treffer zum 15:6 hatte Gäste-Coach Vuk Roganovic genug gesehen und legte seine Grüne Karte, 17:25 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Das Spiel lief jedoch weiter, wie in den Minuten zuvor, die TBV-Abwehr stand vor einem guten Martin Galia und vorne wurden die Chancen konsequent genutzt. In der 20. Minute war es Florian Kehrmann per Gegenstoß, der auf 17:6 erhöhte. In Überzahl erhöhte Rolf Hermann beim 20:8 (24.) erstmals auf 12 Tore Vorsprung. Bei den Gästen, die mittlerweile auf Markovic verzichteten war Kovalenko im linken Rückraum immer wieder auf sich alleine gestellt. Der TBV-Express rollte weiter, Hermann traf zum 21:8 (26.), das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Daniel Kubes löste Svavarsson am Kreis ab, Podgorica brachte Markovic wieder im rechten Rückraum, aber die Gäste hatten sich schon so gut wie aufgegeben. Mit einem Halbzeitstand von 25:11 ging es zur Pause in die Kabinen.
In der zweiten Hälfte kam Carsten Lichtlein für Martin Galia ins Tor und knüpfte nahtlos an die Vorstellung seines Kollegen an. Mark Schmetz spielte für Florian Kehrmann auf Rechtsaußen. Martin Strobel war bereits in der ersten Halbzeit für Michael Kraus, der mit einer Bandage am linken Knie pausierte, in den linken Rückraum gewechselt. Das tat dem Spiel des TBV jedoch keinerlei Abbruch, Michael Binder traf in der 38. Minute zum 30:13.
Die 2.311 Zuschauer in der Lipperlandhalle waren angetan von der Leistung ihrer Mannschaft, die Stimmung war entsprechend. In der 43. Minute wechselte HC-Trainer Roganovic für den bemitleidenswerten Dragoslav Stoiljkovic im Tor Goran Andeljic ein, zum diesem Zeitpunkt führte der TBV mit 33:15. Volker Mudrow testete seine Aufstellung munter durch, unter anderem tauchte auch Florian Kehrmann im rechten Rückraum auf. Für etwas Stimmung in der dahinplätschernden Partie sorgten dann die weißrussischen Unparteiischen, die Mark Schmetz aufgrund der Tatsache mit einer Zeitstrafe bedachten, weil er durch den Kreis gelaufen war bei der Abwehr – allerdings ohne seinen Gegenspieler auch nur annähernd berührt zu haben. So konnte der TBV in Unterzahl seine Spiellaune wieder auffrischen und tat dies bis zum 39:19 (51.) durch Binder auch.
Das 40. Tor war dann Rolf Hermann vorbehalten, der in der 53. Minute zum 40:20 traf. Die Partie lief in der Folge munter vor sich dahin, der TBV traf weiter fast nach Belieben und feierte einen mehr als deutlichen 46:23-Sieg, der lediglich angesichts des pausierenden Michael Kraus von der Frage begleitet sein dürfte, wie die personelle Lage vor dem wichtigen Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen am 17. November aussehen dürfte.
Die Stimmen zum Spiel:
Vuk Roganovic: Gratulation an den TBV Lemgo, das war ein durchweg verdienter Sieg. Man merkte deutlich den Klassenunterschied, der durchaus zwei Klassen betragen hat. Meine Spieler waren etwas geschockt, wie gut und schnell der TBV gespielt hat. Die Schnelligkeit war auch der Knackpunkt im Spiel. Meine Mannschaft stand am Ende nur noch wie Basketballer in der Abwehr.
Volker Mudrow: Für uns war es heute ganz wichtig zu gewinnen. Wir wollen im EHF-Cup so weit kommen wie nur möglich und dazu muss zunächst einmal jedes Spiel gespielt werden. Natürlich war der Gegner nicht so stark, wie man das vielleicht annehmen konnte. Wir haben das Spiel heute genutzt, um unser Spiel durchzuziehen und unser Tempo zu spielen. Ich muss insbesondere dabei heute Martin Strobel herausheben, der gut Regie geführt hat in der zweiten Welle.