Der TBV Lemgo zeigt eine indiskutable Leistung und verliert mit 22:38 (7:17) gegen die Rhein-Neckar Löwen.
Der TBV Lemgo ging ohne Kapitän Sebastian Preiß, Ferenc Ilyés, Jens Bechtloff und Logi Geirsson in das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Tamas Mocsai führte von Beginn an Regie auf der Mittelposition, Holger Glandorf und der grippegeschwächte Florian Kehrmann bildeten die rechte Seite. Martin Strobel begann auf Linksaußen, Michael Kraus auf Halblinks und Vignir Svavarsson am Kreis. Nach 6:38 minuten hatte Volker Mudrow aber zum ersten Mal genug, er legte beim Stand 1:5 seine Grüne Karte. Im Angriff ging bei seiner Mannschaft so gut wie nichts zusammen, Fehlwürfe und technische Fehler reihten sich munter aneinander. Und auch als der TBV-Coach die Formation früh durchwechselte, tat sich im Effekt nichts. Die Löwen zogen bis auf 1:8 davon.
In der 14. Minute kam dann Carsten Lichtlein für den ein ums andere Mal im Stich gelassenen Martin Galia ins Tor – es half zunächst alles nichts. In der 15. Minute gelang Michael Binder das 3:9, zumindest in der Abwehr wirkte der TBV in dieser Phase konsequenter, Florian Kehrmann deckte mittlerweile vorgezogen auf den sehr starken Karol Bielecki. Die 4.479 Zuschauer in der Lipperlandhalle waren dann das erste Mal richtig emotional, als das Gespann Methe/Methe die Löwen äußerst großzügig mit Freiwürfen bedachten und eine sehr kritische Situation von Myrhol gegen Kehrmann erst gar nicht wahrnahmen, als der Norweger den TBV-Rechtsaußen lang nach dem Pfiff noch zu Boden riss. Das Spiel wurde nun sehr hektisch, Müller leistete sich einen üblen Ellbogencheck gegen Strobel und war mit zwei Minuten noch sehr gut bedient. Doch es änderte nichts an der Tatsache, dass dem TBV im Angriff einfach viel zu viele leichte Fehler unterliefen. Rolf Hermann gelang in der 21. Minute erst das 4:10. Klarste Chancen brachte der TBV nicht im Tor von Henning Fritz unter, das 5:13 (26.) war die logische Folge. Selbst in Unterzahl brachten die Löwen ihren Rückraum immer wieder gefährlich in Position, selbst wurden nach wie vor die besten Möglichkeiten ausgelassen. Das Halbzeitergebnis war eine schallende Ohrfeige für den TBV, der den Nachweis seiner Klasse in Gänze schuldig blieb. Ein gellendes Pfeifkonzert in der Lipperlandhalle begleitete die Mannschaft beim Gang in die Kabine.
Zu Beginn der zweiten Hälfte wirkte der TBV kurzzeitig konzentrierter im Angriff. Svavarsson traf zum 8:17, bekam aber Sekunden später eine Zweiminutenstrafe. Den darauffolgenden Siebenmeter konnten die Löwen jedoch nicht verwandeln, Stefansson setzte den Heber an die Latte. In Unterzahl traf der TBV zwar erneut, aber dann war das Strohfeuer erloschen. Nach 40 gespielten Minuten führten die Löwen mit 12:25. Zwei Minuten später hieß es 14:25, Galia, der Lichtlein abgelöst hatte, hielt glänzend, aber einmal mehr wurde der Ball völlig frei an Henning Fritz geworfen. Und wenn es bei den Löwen nicht lief, dann kam der Ball irgenwann zu Bielecki, der praktisch aus allen Lagen traf. In der 48. Minute traf Kehrmann in Überzahl von außen zum 17:27, postwendend wurde Olafur Stefansson völlig frei zum Wurf kommen gelassen.
Es ging einfach nichts beim TBV, Bieleckis 18:29 (49.) aus gut 12 Metern ins rechte untere Eck war sinnbildlich. Selbst in doppelter Überzahl scheiterte der TBV immer wieder an Henning Fritz, es war zum Verzweifeln. So nahm das Geschehen weiter seinen bitteren Lauf für den TBV, der am Ende in eine in dieser Höhe nie für möglich gehaltene Heimpleite einwilligen musste.
Ola Lindgren: Wir haben heute einen Tag erlebt, an dem alles geklappt hat. Wir waren in der Abwehr sehr sehr beweglich. Mit so einem Lauf ist es schwer zu verlieren. Wir haben in Minden nicht gut gespielt und haben trotzdem gewonnen, aber haben zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Das hat die Mannschaft extra motiviert. So eine Leistung wie heute kann man natürlich nicht jeden Tag erwarten, an dem so viele Spieler gleichzeitig einen guten Tag haben. Ich bin sehr sehr zufrieden. Ich glaube, das war unsere beste Saisonleistung bis jetzt.
Volker Mudrow: Herzlichen Glückwunsch an die Rhein-Neckar Löwen, sie haben verdient gewonnen und natürlich stark gespielt. Was aber viel wichtiger ist und mich trifft ist unsere Leistung. Man darf nicht schon in der Halbzeit mit zehn Toren zurückliegen und mit sechzehn verlieren. Das ist katastrophal und peinlich. Man muss den Zuschauern ein Kompliment machen, dass sie auf den Sitzen geblieben sind. Obwohl wir uns in den letzten Spielen stetig verbessert haben, sind wir heute gegen einen starken Gegner auseinander gefallen, wir waren Fallobst. Das Schlimme ist, dass ich diese Niederlage nicht einmal richtig erklären kann.