Es sollte ein Spiel mit einem Gegner auf Augenhöhe sein. Doch am Ende stand der TBV gegen die Rhein-Neckar Löwen mit mehr als leeren Händen da.
Die Gäste kamen nicht ungebeten, aber sie nahmen am Ende alles mit, was mitzunehmen war. Den Schneid brauchten die Löwen dem TBV nicht abzukaufen, dieser wurde wie selbstverständlich frei hergeschenkt, doch neben den zwei Punkten entführten die Löwen auch in weiten Teilen den Stolz des TBV. Eine Niederlage, die TBV-Manager Volker Zerbe auch am Tag nach dem denkwürdigen Spiel noch richtig weh tat. „Das war eine desaströse Vorstellung der Mannschaft, die fast sprachlos macht. Ich kann mich nur bei den Zuschauern und Sponsoren für diesen peinlichen Auftritt entschuldigen“, fand Zerbe deutliche Worte.
Eine Analyse, woran es gelegen haben konnte, fällt alles andere als leicht. „Die Mannschaft wurde gezielt auf die Löwen eingestellt, aber wenn nicht ansatzweise das umgesetzt wird, was die Vorgabe war, dann wird es natürlich schwer“, führt Zerbe aus. Fehlende Körpersprache bei den meisten Spielern, mutlose Angriffsversuche, harmlose Abwehraktionen – die Mängelliste ist lang, die Zerbe Kopfzerbrechen bereitet. Die höchste Heimniederlage seit Bundesligazugehörigkeit traf den in den letzten Spielen im Aufwind befindlichen TBV bis ins Mark.
Während die Löwen sich den Frust nach der zuletzt harten Kritik an ihnen von der Seele schossen, ergab sich der TBV scheinbar frühzeitig in sein Schicksal. Allein die Verletztenliste darf als Entschuldigung nicht herhalten. Wobei die Ausfälle von Sebastian Preiß, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés und dem seit gefühlten Ewigkeiten verletzten Logi Geirsson für den TBV kaum zu kompensieren sind. „Natürlich treffen uns diese Ausfälle hart. Aber deswegen darf ich nicht so auseinanderfallen. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit kann vieles kompensiert werden. Leider war das gestern ein Sammelsurium an Einzelspielern. Mir fehlt hier die Einstellung, dass sich die Spieler gegenseitig begeistern und mitreißen“, so Zerbe.
Dass im Vorfeld der Partie in den Medien Diskussionen um den Verbleib von Michael Kraus geführt wurden, nervt den TBV-Manager gewaltig: „Es sollte sich jeder Spieler darüber bewusst sein, wer sein Arbeitgeber ist und was er dem Verein, den Fans und Sponsoren und vor allem der Mannschaft schuldig ist. Hier fordere ich 100 Prozent und totale Identifikation von jedem Spieler ein.“
Deutliche Worte des Managers, die hoffentlich auf fruchtbaren Boden bei der Mannschaft gefallen sind. Denn der verspielte Kredit des Auftritts gegen die Löwen muss nun durch harte Arbeit Schritt für Schritt zurückgeholt werden.