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TBV tritt in Dormagen an - Einsatz von Ilyés und Kraus fraglich

Trotz Personalsorgen klarer Favorit in Dormagen

In Gedenken an den ehemaligen TBV-Manager Jürgen Kuchenbecker tritt der TBV in Dormagen an. Der Gegner befindet sich strukturell und sportlich im Aufwind.

"Dormagen hat in Minden 27:21 gewonnen, das spricht für die Mannschaft. Das ist keine Aufgabe, die man mal so eben erledigen kann", warnte TBV-Trainer Volker Mudrow bereits unter der Woche. Beim TSV Dormagen geht der TBV zwar als klarer Favorit in die Partie, aber der TSV ist nach dem ersten Auswärtserfolg der Saison auch durch die klare Niederlage in Hamburg nicht aus der Bahn geworfen worden. Eine Halbzeit lang spielte die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider beim Titelkandidaten munter mit und brachte diesen ein ums andere Mal in Verlegenheit. Das am Ende doch deutliche 23:39 ist für den TSV allerdings kein Beinbruch. 

Abgesehen vom sportlichen Geschehen ist in Dormagen einiges im Gange, die Weichenstellung für die Zukunft tragen Früchte, nachdem zuletzt immer wieder davon die Rede war, dass der Verein finanziell auf äußerst wackligen Füßen steht. Ab der Saison 2010/2011 wird auch in Dormagen eine eigene GmbH den Spielbetrieb leiten, der DHC Rheinland steht kurz vor der Gründung, zudem wird ein Beirat gegründet werden, der eine Kontrollfunktion ausüben wird. Finanzielle Drahtseilakte wird es nicht mehr geben in Dormagen. Heinz Lieven, Vorsitzender des Dormagener Business-Clubs, wird wie folgt zitiert, sollte man den für die erste Liga angestrebten Etat von 2,5 Millionen nicht zusammen bekommen: "Dann geht es in der zweiten Liga weiter, selbst wenn nur 50.000 Euro fehlen."

Sportlich hatte man den TSV nach dem sofortigen Abgang von Kreisläufer Kjell Landsberg nach Göppingen, er ersetzt dort Kristijan Ljubanovic, fast schon abgeschrieben. Der Sieg in Minden war jedoch ein "Lebenszeichen" zum richtigen Zeitpunkt, die Gründung der GmbH ein weiterer wichtiger Schritt in der strukturellen Ausrichtung - "Dormagen ist keine Aufgabe, die man mal so eben erledigen kann", wie Volker Mudrow betont.

Personell kann der TBV-Coach zumindest wieder mit Holger Glandorf planen. Der Einsatz von Michael Kraus und Ferenc Ilyés wird sich kurzfristig entscheiden, Martin Strobel war zuletzt leicht vergrippt, die Erkältungswelle machte auch vor dem TBV nicht halt. Doch am Sonntag wird der TBV sich der Favoritenrolle annehmen müssen, die Ergebnisse der Konkurrenz bietet dem TBV die Chance, sich in der Tabelle nach vorne zu schieben. Und diese wird die Mannschaft hoffentlich zu nutzen wissen.

Im Gedenken an den jüngst verstorbenen ehemaligen TBV-Manager Jürgen Kuchenbecker wird der TBV am Sonntag mit Trauerflor auflaufen, als Zeichen der aufrichtigen Anteilnahme an dem Mann, der den Spitzenhandball in Lemgo durch sein herausragendes Engagement wohl erst möglich gemacht hat.