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jugendzertifikat 2010

TBV unterliegt völlig unerwartet in Hannover

Bittere Niederlage beim Aufsteiger

Bei der TSV Hannover-Burgdorf kommt der TBV nie richtig in Tritt und muss am Ende in eine schmerzhafte Niederlage einwilligen.

Mit 25:26 (13:15) unterlag der TBV dem Aufsteiger und verpasste somit, sich eine echte "Endspiel-Ausgangslage" um den vierten Platz in der Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt am kommenden Mittwoch zu erspielen.

Den ersten Treffer in der mit 4.400 Zuschauern ausverkauften AWD-Hall erzielte Piotr Przybecki zum 0:1 für Hannover. Jan-Fiete Buschmann ließ das 0:2 folgen, zu unkonzentriert agierte der TBV in dieser Anfangsphase und Przybecki traf zum viel umjubelten 0:3 (4.). Michael Kraus war es, der den Bann für den TBV brach und vom Siebenmeterpunkt zum 1:3 einnetzte. Doch bis zur 7. Minute zogen die Hausherren bis auf 1:5 davon, der TBV war einfach nicht im Spiel angekommen. Carsten Lichtlein hatte im Tor begonnen, musste aber in der 9. Minute bereits zum 6. Mal hinter sich greifen, seine Vorderleute hatten gerade einmal zweimal getroffen. Nachdem Przybecki mit seinem bereits 4. Treffer sogar auf 2:7 erhöht hatte, legte TBV-Coach Volker Mudrow seine grüne Karte, 9:28 Minuten waren gespielt. Im Angriff lief so gut wie nichts zusammen und in der Abwehr ließ man den TSV-Angriff viel zu ungehindert agieren, vom souveränen und geschlossenen Auftritt in Minden war nichts mehr zu merken in diesen ersten zehn Minuten der Partie. Svavarsson traf dann aus dem erweiterten Gegenstoß zwar zum 3:7, doch postwendend musste der TBV, bei dem nun Martin Galia im Tor stand, das 3:8 hinnehmen.

Hermann und Kraus verkürzten bis zur Mitte der ersten Halbzeit zumindest auf 5:8 (14.), dem TBV war nun deutlich mehr Engagement anzumerken. Als Jens Bechtloff unmittelbar darauf seinen ersten Treffer nach der Verletzung durch seinen Mittelhandbruch aus dem Großwallstadt-Spiel zum 6:8 erzielte, legte TSV-Trainer Frank Carstens seine grüne Karte auf den Zeitnehmer-Tisch, zu diesem Zeitpunkt waren 15:10 Minuten gespielt. Der nächste Treffer ging aber erneut auf das Konto der Gäste, Rolf Hermann war erfolgreich. Beim 7:8 (16.) war der TBV endlich im Spiel angekommen. Doch Hannover hielt zunächst den knappen Vorsprung, dem Aufsteiger war anzumerken, dass er nach den zuletzt deutlichen Pleiten gegen die Teams aus dem oberen Tabellendrittel vor der heimischen Rekordkulisse Wiedergutmachung betreiben wollte. Der TBV verkürzte in der Folge immer wieder bis auf einen Treffer, doch Hannover ließ den Ausgleich nicht zu, Habbe erhöhte in der 21. Minute auf 9:11. Selbst in Unterzahl traf Bedzikowski überraschend vom Kreis zum 10:12, Hermann ließ aber seine gute Form aufblitzen, traf zum 11:12 (23.). Aber einmal ließ der TBV in der Folge die Chance zum Ausgleich ungenutzt, Hannover nahm das nächste Geschenk dankend an, Friedrich erhöhte per Gegenstoß wieder auf zwei Tore (11:13, 25.). Und Friedrich war es erneut, der die Hausherren wieder mit drei Toren in Front brachte, in der 27. Minute stand es 11:14 aus TBV-Sicht, einmal mehr agierte die Mannschaft von Volker Mudrow zu unkonzentriert, ging zu fahrlässig im Angriff zu Werke.

Michael Kraus traf kurz vor der Halbzeitsirene noch zum 13:15, einmal mehr vom Siebenmeterpunkt. Aber insgesamt war das, was der TBV in den ersten 30 Minuten gezeigt hatte, viel zu wenig. Mit einem enttäuschenden Zwei-Tore-Rückstand ging es in die Kabinen.

Unmittelbar nach der Pause hatte der TBV die Chance auf den ersten Treffer, doch Kraus scheiterte vom Siebenmeterpunkt am starken Nenad Puljezevic im TSV-Tor. Und so waren es die Hausherren, die vorlegten, Lehnhoff erzielte das 13:16. Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte der TBV gerade einmal zwei Treffer erzielt, auf der Anzeigetafel stand ein unglaubliches 15:17 zu lesen. Strobel (16:17, 41.) brachte sein Team dann endlich einmal mehr auf einen Treffer heran, doch einmal mehr wurde es nichts mit dem Ausgleich, der TSV legte zum 16:18 vor, wieder musste der TBV einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher rennen.  Das Schiedsrichter-Gespann Moles/Pittner schickte dann zwei Hannoveraner kurz hintereinander vom Feld, nun musste doch endlich der Knoten platzen. Und zumindest traf der TBV dann endlich zum Ausgleich, das 18:18 (45.) durch Mark Schmetz war der erste Ausgleich überhaupt in der Partie. Hart traf die Gäste dann in der 47. Minute beim Stand von 19:19 die bereits dritte Zeitstrafe für Daniel Kubes, der nun tatenlos hinter der Bank zusehen musste, was seine Mitspieler in die Waagschale zu werfen hatten.

Und in Person von Martin Galia war es der Torwart des TBV, der die Initialzündung auslöste. Starke Paraden des Tschechen bereiteten das 20:19 (50.) durch Holger Glandorf und das 21:19 (50.) durch Mark Schmetz vor. Nun schien der TBV doch noch auf die Siegerstraße einbiegen zu können, aber Przybecki egalisierte für Hannover zum 21:21 (51.). Der Rückenwind durch die späte Führung, die man sich so hart erkämpfen musste, blieb aus, der TBV musste sich zu jedem Treffer mühen. Und es kam wie es kommen musste, die Hausherren gingen beim 21:22 wieder in Führung.

Wenn der TBV nicht Martin Galia im Tor gehabt hätte, wäre die Partie wohl schon verloren gewesen. Doch auch der Tscheche war machtlos, als Jonsson zum 21:23 (53.) vom Siebenmeterpunkt aus traf. Das Spiel war nichts mehr für schwache Nerven, Hermann wuchtete den Ball zum 22:23 (54.) in die Maschen. Aber nun hatte der TSV wieder Oberwasser, bis zum 23:25 behielten die Hausherren die Oberhand, Schmetz gelang vom Punkt zwar das 24:25 (57.), doch der TBV war längst weit von einer sicheren und soliden Leistung entfernt. Galia war es erneut zu verdanken, dass sich die nächste Chance zum Ausgleich bot, doch Puljezevic zog dem TBV-Angriff einmal mehr den Zahn, gut 30 Sekunden waren nun noch zu spielen. Lehnhoff auf Außen bekam den Ball, behielt die Nerven und traf zum 24:26, die Partie war entschieden, der TBV musste in die Schmach einwilligen, die Hermann lediglich noch zum 25:26 schmälern konnte, wenn man davon überhaupt noch sprechen konnte oder durfte.

Die Stimmen zum Spiel:

Volker Mudrow: Glückwunsch an Hannover-Burgdorf zu diesem Sieg. Wenn man das Ergebnis mit einem Tor betrachtet, dann ist es wohl sogar verdient. Ich bin aber natürlich sehr enttäuscht, weil wir mehr Potenzial haben als Hannover, Hannover ist aber mehr als Mannschaft aufgetreten. Wir haben am Anfang vielleicht nicht die richtige Einstellung gehabt, das sieht man daran, dass wir unsere klaren Chancen einfach nicht genutzt haben. In der ersten Halbzeit waren es glaube ich acht freie Chancen, die wir ausgelassen haben, sonst hätte man dem Spiel schon zur Halbzeit eine andere Wendung geben können. So blieb es bis zum Schluss eng, aber wir haben eben mit einem Tor verloren.

Frank Carstens: Vielen Dank für die Glückwünsche, ich sehe das Spiel sehr ähnlich, wir haben absolut verdient gewonnen. Wir haben über 60 Minuten eine sehr emotionale, kämpferische und leidenschaftliche Leistung geboten und das war genau das, was wir uns vorgenommen haben. Unser Ziel war es, das Publikum von Beginn an mitnehmen zu können, das haben wir geschafft, sicherlich auch etwas durch die Maßnahme des TBV begünstigt, einen Linkshänder im linken Rückraum aufzubieten. Das hat mein Team noch einmal zusätzlich gepusht.