Der TBV hat bei Frisch Auf Göppingen trotz einer starken ersten Halbzeit in eine 28:32 (15:14)-Niederlage einwilligen müssen und den Kontakt zur erweiterten Spitze zunächst verloren.
Der TBV begann in der Deckung, Volker Mudrow fing mit Martin Galia im Tor, Bechtloff und Schmetz auf Außen, Ilyés und Glandorf auf den Halbpositionen und Svavarsson und Kubes im Mittelblock an. In der 2. Minuten war die Partie für Daniel Kubes bereits beendet. Er traf den aus der schnellen Mitte heraus anlaufenden Christian Schöne im Gesicht und wurde vom Gespann Schaller/Wutzler disqualifiziert. Ilyés wechselte in der Abwehr nun in den Innenblock, Strobel, der im Angriff im linken Rückraum agierte deckte halb, im Angriff spielte ohnehin Kraus für Kubes. Der TBV zeigte sich aber alles andere als geschockt, zog bis zur 6. Minute auf 4:2 davon, insbesondere die Deckung stand sehr gut und ließ Kaufmann und Thiede kaum zur Entfaltung kommen.
Enid Tahirovic hielt sein Team in der 8. Minute im Spiel als er einen Siebenmeter von Kraus an die Latte lenken konnte. Aber auf der Gegenseite zeigte Galia seine Extraklasse, als er frei gegen Kaufmann parierte. In der von beiden Seiten sehr betont geführten Partie nutzte Göppingen das Pech und einige Unkonzentriertheiten des TBV, ging beim 4:5 (10.) in Führung, der TBV scheiterte im Gegenzug einmal mehr am Innenpfosten, doch Glandorf glich dann doch mit seinem ersten Treffer der Partie aus.
In der Folge sahen die Zuschauer in der EWS Arena eine ausgeglichene Begegnung, Glandorf traf in der 15. Minute beim 7:6 wieder zur TBV-Führung. Mit der ersten Überzahl erhöhte Jens Bechtloff auf 9:7 (17.), der TBV wirkte sehr konzentriert und entschlossen, aus dem Positionsangriff fand Frisch Auf kaum ein Mittel, der TBV verpasste es jedoch mit der eigenen Angriffsleistung, sich weiter abzusetzen, zu überhastet wurde im Angriff abgeschlossen. Nach 18:59 Minuten war es dann FAG-Trainer Velimir Petkovic, der seine Auszeit nahm, der TBV führte nach wie vor mit 9:7. Glänzend aufgelegt präsentierte sich Holger Glandorf, sein Wurf aus dem linken Rückraum bedeutete das 10:8, Mark Schmetz traf per Gegenstoß unmittelbar anschließend zum 11:8 (21.). Tamas Mocsai löste daraufhin im Angriff Martin Strobel ab, Kraus wechselte in den linken Rückraum, Mocsai führte Regie.
In der 24. Minute war es einmal mehr Glandorf, der aus dem Rückraum zum 12:9 traf, wieder war er über die linke Angriffsseite gekommen. Der Gegenstoß von Bechtloff zum 13:9 spiegelte die Überlegenheit des TBV wider, Thiede mit seinem ersten Treffer verkürzte für die Gastgeber immerhin zum 13:10 (25.). In Überzahl leistete sich der TBV, bei dem Rolf Hermann Holger Glandorf eine Pause verschaffte, zwei technische Fehler, Göppingen verkürzte auf 13:11. Volker Mudrow nahm nun seinerseits seine Auszeit, 26:01 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Martin Strobel erzielte im Anschluss mit seinem ersten Tor das 14:11 (28.), dann schickten Schaller/Wutzler Ferenc Ilyés für zwei Minuten vom Feld, aber Schmetz im zweiten Versuch traf zum 15:12 (29.), der TBV war das deutlich überlegene Team.
20 Sekunden vor der Pausensirene nutzte Göppingen allerdings eine Gegenstoß-Chance zum 15:14, der TBV hätte mit einer wesentlich höheren Führung in die Kabinen gehen können, musste sich jedoch nach einer kleinen, aber entscheidenden, Schwächephase mit einer Ein-Tore-Führung zufrieden geben.
Nach der Pause gebann der TBV mit der Aufstellung, mit der er die erste Halbzeit beendet hatte, lediglich Glandorf kam wieder für Hermann ins Spiel. Das erste Tor ging jedoch auf das Konto der Göppinger, Späth traf zum 15:15 (33.). Der junge Kreisläufer war dann auch für die erneute FAG-Führung verantwortlich, als er aus dem Gegenstoß Galia überwinden konnte. Der TBV agierte im Angriff in dieser Phase nicht so konzentriert und konsequent, Mocsais 16:16 war mehr ein Zufallsprodukt. Überragender TBV-Spieler war wie schon im Flensburg-Spiel einmal mehr Martin Galia, der mit der nächsten Glanztat sein Team im Spiel hielt. Kaufmann mit einem Doppelschlag bescherte den Gastgebern das 17:18 (38.), der TBV kam im Angriff zu keinen zwingenden Chancen mehr, agierte zu drucklos. Immerhin war es Schmetz, der aus dem Gegenstoß heraus zum 18:18 (35.) traf. Strobel kam nun für Mocsai auf die Mittelposition, dem TBV waren der Wille und die Entschlossenheit anzumerken, die bittere Flensburg-Niederlage gerade zu rücken.
In der 40. Minute kam erstmals Carsten Lichtlein für einen Siebenmeter zwischen die Pfosten, parierte sofort gegen Haaß, aber Göppingen bleib in Ballbesitz. Etwas überraschend kam auch Florian Kehrmann trotz seines dreifachen Nasenbeinbruchs zum Einsatz, agierte in der Abwehr vorgezogen auf Kaufmann, ging im Angriff für Svavarsson zunächst an den Kreis. Die Begegnung war völlig offen, Kraus traf aus dem Stummwurf in der 43. Minute zum 21:21, Schmetz aus der Bedrängnis per Gegenstoß dann sogar zur nächsten TBV-Führung (22:21). Es ging hin und her, Thiede traf für Göppingen zum 22:23, Glandorf konterte mit dem Ausgleich (45.), alles lief auf eine knappe Entscheidung heraus. Beim 24:26 (49.) war Göppingen erstmals mit zwei Toren in Führung, der TBV fand in dieser Phase im Angriff fast nur in Person von Kraus statt, der zum 25:26 verkürzte.
In Überzahl folgte ein einfacher technischer Fehler des TBV, Schöne bedankte sich mit dem 25:28, gegen den unmittelbar zuvor gekommenen Carsten Lichtlein. In Unterzahl lagen alle Chancen bei Göppingen, doch Schweickardt wollte die Stürmerfoul-Entscheidung gegen sein Team nicht hinnehmen, wurde wegen Meckerns vom Feld geschickt. Volker Mudrow reagierte, legte seine Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, 53:29 Minuten waren gespielt. Glandorfs 27:28 bei passivem Vorwarnzeichen hielt dem TBV alle Möglichkeiten offen, doch Thiede traf mit viel Glück zum 27:29 (56.).
Glandorf verzog in der folgenden Szene knapp, nun schien die Partie vollends zu Gunsten der Hausherren zu kippen. Zweieinhalb Minuten kam Svavarsson dann frei zum Wurf vom Kreis, doch einmal mehr war der Pfosten im Weg, auf der Gegenseite bekam Göppingen einen Siebenmeter zugesprochen. 58:04 Minuten waren gespielt, Schweickardt scheiterte an Lichtlein, bekam jedoch den Abpraller – 27:30, die Entscheidung war gefallen. Velimir Petkovic nahm 56 Sekunden vor dem Ende seine Auszeit, Göppingen musste nun lediglich noch geschickt die Partie zu Ende bringen, Lichtlein parierte glänzend, doch dann leistete sich der TBV einmal mehr einen einfachen Fehler.
Die nächste Glanztat Lichtleins war nur noch für die Statistik gut, Thiede und Kaufmann legten noch zwei Gegenstoße zum letztlich sicherlich zu hohen 28:32 nach, doch auch dafür gibt es nun einmal zwei Punkte. Der TBV hatte in der zweiten Halbzeit nicht mehr die Souveränität und Konsequenz an den Tag gelegt, so dass der Sieg der Göppinger am Ende in der Tat verdient war.