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jugendzertifikat 2010

Niels Pfannenschmidt im Interview

"Wir müssen auf uns selbst schauen"

Am Wochenende beginnt für Lemgo 2 die Rückrunde. Wir sprachen mit Trainer und Jugendkoordinator Niels Pfannenschmidt vor dem Spiel gegen den TuS Ferndorf.

? Niels, am Wochenende (10. Januar, 17 Uhr, Gesamtschulhalle) steht der Rückrunden-Auftakt gegen den TuS Ferndorf auf dem Programm. Nicht gerade ein Selbstläufer zum Auftakt.

! In der Regionalliga-West gibt es ohnehin keine Selbstläufer, von daher ist der Auftaktgegner fast egal. Wir stehen derzeit auf Platz 13 und jedes der kommenden Spiele hat für uns einen immens hohen Stellenwert. Wir gehen hoch motiviert an die Rückrunde heran, um den Klassenerhalt so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen zu können.

? Gerade im unteren Drittel liegen die Mannschaften sehr dicht beieinander, wie siehst Du die Chancen für Lemgo 2?

! Durch die Rückkehr von Michael Binder in den Kader haben wir nun deutlich mehr Möglichkeiten und mit seinen individuellen Fähigkeiten kann er uns natürlich enorm weiterhelfen. Wichtig ist jedoch, dass wir konstant als Mannschaft funktionieren. Wenn uns das gelingt, dann bin ich mir absolut sicher, dass wir die Klasse halten werden.

? Wen lässt Lemgo 2 am Ende hinter sich?

! Das ist nicht meine Art, andere Vereine oder Mannschaften zu beurteilen und sie als vermeintlich schlechter als uns einzuschätzen. Wir müssen auf uns selbst schauen, unsere Hausaufgaben erledigen und die nötigen Punkte holen. Alles andere braucht uns nicht zu interessieren.

? In der Hinrunde ließ Lemgo 2 mit Erfolgen gegen Rheinhausen und Wermelskirchen aufhorchen, die als Top-Favorit auf den Aufstieg gelten. Dann folgten schwächere Spiele, wie fällt Dein Fazit aus?

! Die Spiele gegen Rheinhausen oder Wermelskirchen waren natürlich Highlights für uns. Diese Mannschaften sind vom individuellen Potenzial und auch als geschlossene Mannschaft uns weit voraus. Aber man kann sehen, was mit Willen und Einsatz alles möglich ist. Unser Problem war einfach die fehlende Konstanz in der Hinrunde, die sicherlich durch einige personelle Ausfälle noch verstärkt wurde. Wir haben eine neu zusammengestellte Mannschaft, die sich unter dem Druck Platz 10 erreichen zu müssen, finden muss. Das ist keine einfache Aufgabe, aber wir sind mittlerweile auf einem sehr guten Weg.

? Unter anderem habt Ihr ein Trainingslager in den Niederlanden absolviert.

! Es war ein Kurz-Tripp, so möchte ich es bezeichnen. Wir haben in Panningen in der Nähe von Venlo mehrere Trainingseinheiten absolviert und zwei Testspiele gegen niederländische Zweitligisten bestritten. Es waren zwei intensive Tage, die uns aber sicherlich nach vorne gebracht haben und auch für den Zusammenhalt in der Mannschaft wichtig waren.

? Bei Laufeinheiten um 7 Uhr morgens scheint dies keine Tingel-Tangel-Fahrt gewesen zu sein.

! Das sollte sie ja auch nicht. Natürlich ist 7 Uhr keine allzu christliche Zeit, aber die Jungs haben super mitgezogen, es ging für uns ja darum, die knappe Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen. Es hat sich, wie gesagt, sicherlich gelohnt.

? Trotz der relativen Ungewissheit, in welcher Klasse man im nächsten Jahr spielt, müssen die Kaderplanungen für die Saison 2010/2011 vorangetrieben werden.

! Wie erwähnt bin ich mir absolut sicher, dass wir auch in der kommenden Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse vertreten sein werden. Und so gehen wir auch die Planungen an. Ich habe mit einigen interessanten Spielern gesprochen, und ich hoffe, dass wir bald auf einigen Positionen Vollzug melden können. Auch wenn wir im nächsten Jahr Platz 9 erreichen müssen, um die Liga erneut zu halten, werden wir dabei jedoch unserer Linie treu bleiben, jungen, talentierten Spielern bei uns eine Plattform zu geben, um sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.

? Auch in Anbindung an die Profi-Mannschaft?

! Das ist sicherlich ein großes Plus, das wir solchen Spielern bieten können. Mit den Profis trainieren zu können ist für die Weiterentwicklung ideal, wobei man auch immer sehen muss, dass solche Einheiten in den Trainingsplan der Profis passen müssen. Es macht ja keinen Sinn, wenn Volker Mudrow in jedem Training 28 Spieler in der Halle hat. Aber wir stehen in einem regelmäßigen Austausch miteinander und planen einige Zusatzeinheiten, die speziell für die angesprochenen Talente vorgesehen sind.

? Dies spannt schon den Bogen zum gesamten Jugendprojekt, das der TBV Lemgo seit dieser Saison umsetzt. Auch in den Jugendmannschaften werden die Planungen voran getrieben.

! Das ist richtig. Wir wollen so schnell wie möglich den "Fluss" von der Basis über die zweite Mannschaft bis hin zu den Profis etablieren. Wir sind hier schon recht weit, ich stehe als Jugendkoordinator mit den entsprechenden Trainern in ständigem Kontakt und die „Lemgoer Youngsters“ entwickeln sich schrittchenweise immer weiter, so dass das Projekt auf einem wirklich guten Weg ist. Allerdings können wir uns noch lange nicht auf irgendetwas ausruhen, wir müssen tagtäglich weiter hart arbeiten, aber die Arbeit macht allen Beteiligten Spaß und das ist die Grundlage für den Erfolg des gesamten Konzeptes.