Gegen Island kassierte die Mannschaft von Heiner Brand erneut eine Niederlage. Glandorf fehlt verletzt, Lichtlein und Strobel kommen nicht zum Einsatz.
Deutschland hat auch den zweiten Test innerhalb von 24 Stunden gegen Island verloren. In Regensburg unterlag die DHB-Auswahl gegen Island mit 29:33 (17:18) und muss sich im Verlauf der Vorbereitung auf die EM in Österreich noch deutlich steigern. Heiner Brand begann erneut mit Michael Kraus im mittleren Rückraum, im Tor begann Johannes Bitter, der erstmals nach seiner Operation am Ellbogen wieder zum Einsatz kam. Der im ersten Test gegen Island sehr starke Carsten Lichtlein nahm zunächst auf der Bank Platz, auf der auch Martin Strobel saß. Holger Glandorf hingegen nahm neben der Spielerbank Platz, seine Oberschenkelzerrung machte einen Einsatz unmöglich, zu hoch wäre das Risiko gewesen, dass die Verletzung sich deutlich verschlimmern würde.
Beide Teams begannen mit hohem Tempo, bis zur 6. Minute konnte sich noch kein Team beim 4:4 einen Vorteil erspielen. Dann nutzte Deutschland seine Chancen konsequenter und setzte sich beim 6:4 (7.) erstmals leichte von den Isländern ab. Doch der Vize-Olympiasieger, bei dem Logi Geirsson erneut fehlte, konterte prompt und lag in der 12. Minute selbst beim 7:8 in Front. Deutschland fehlte nun wie im vorangegangen Test der spielerische Faden, Island kam aus einer massiven Deckung heraus immer wieder schnell in den Gegenstoß und baute die Führung bis auf 7:10 (14.) aus. Heiner Brand reagierte und nahm seine Auszeit im ersten Durchgang. Doch zunächst änderte sich nichts, Island lag beim 9:13 (19.) immer noch mit vier Toren in Führung. Michael Haaß, der für Michael Kraus auf der Mitte kam, konnte aber zunächst ebenso wenig Struktur in das deutsche Angriffsspiel bringen, in Überzahl kam die DHB-Auswahl zumindest wieder bis auf 11:13 heran.
Michael Kraus löste Lars Kaufmann im linken Rückraum ab, Michael Haaß spielte weiter aufd er Mitte. Kraus war es dann vorbehalten, vom Siebenmeterpunkt in gewohnt sicherer Manier den 12:13-Anschluss (23.) herzustellen, Jansen legte per Gegenstoß zum Ausgleich nach. Deutschland war wieder voll im Spiel, bekam allerdings insbesondere Olafur Stefansson so gut wie nie in den Griff. Einzelaktionen, wie ein schönes Tor von Haaß zum 15:16 (29.) hielten Deutschland im Spiel, mit einem überraschenden direkten Freiwurf kurz vor der Halbzeitsirene stellte Kraus den 17:18-Pausenstand her.
Bitter blieb auch zu Beginn der zweiten Halbzeit im Tor, Michael Kraus rückte zunächst wieder auf die Mittelposition, Lars Kaufmann kam ins Spiel zurück. Deutschland leistete sich einige technische Fehler und Unkonzentriertheiten, so dass Stefansson und Co. wieder spielbestimmend wirkte. Ein starker Bitter im Tor war jedoch in dieser Phase der Garant dafür, dass Island sich nicht entscheidend absetzen konnte, dennoch lag Island, das in der zweiten Halbzeit auch auf Vignir Svavarsson baute, in der 42. Minute noch mit 22:24 in Führung. Aber Deutschland kämpfte, nutze die folgende Überzahlsituation gut aus und glich beim 24:24 (43.) aus und spielte kurzzeitig in doppelter Überzahl, dann musste jedoch auch Späth für zwei Minuten vom Feld.
In der 44. Minute kam dann Heinevetter für Bitter ins Tor, Lichtlein blieb wie Teamkollege Strobel weiter auf der Bank, beide TBV-Spieler sollten an diesem Tag nicht zum Einsatz kommen. Das Spiel war nun völlig offen, Sprenger glich in der 47. Minute zum 26:26 aus. Bis zur 52. lösten sich die Isländer jedoch bis auf 27:30, die Vorentscheidung bahnte sich an. Deutschland leistete sich in der Summe zu viele Fehler im Angriff, die immer wieder zu Gegenstößen führten. In der 55. Minute war die DHB-Auswahl jedoch beim 29:30 wieder dran, ließ sich nie hängen, die Einstellung stimmte über die gesamte Spielzeit. Das 29:31 (58.) durch Gudjonsson, der zuvor Heinevetter einen Siebenmeter an den Kopf geworfen hatte, war dann die Entscheidung zugunsten der Isländer.
Brand nahm in der 59. Minute noch einmal seine Auszeit, doch beim Stand von 29:32 war keine Wende mehr möglich. Stefannsson setzte den Schlusspunkt zum 29:33. Zu viele Unkonzentriertheiten und einfache Fehler kosteten Deutschland am Ende einen möglichen Sieg, auf dem Weg nach Österreich hat die DHB-Auswahl in jedem Fall noch reichlich Luft nach oben. „Der Sieg für Island ist verdient, auch wenn er wohl zu hoch ausgefallen ist. Island war cleverer als wir und nutzte unsere einfachen Fehler konsequent aus“, bilanzierte Bundestrainer Heiner Brand unmittelbar nach dem Schlusspfiff.
Deutschland - Island 29:33 (17:18)
Deutschland: Bitter (1.-44.), Heinevetter (44.-60.), Lichtlein (n.e.); Kaufmann 7, Müller 4, Haaß 4, Jansen 4/1, Sprenger 3, Kraus 2/1, Schröder 2, Kraus 2/1, Schröder 2, Weinhold 2, Späth 1, Roggisch, Klein, Strobel, Theuerkauf, Flohr, Christophersen
Island: Gustavsson, Hreidar Gudmundsson; Stefansson 9, Sigurdsson 6, Petersson 5, Gudjonsson 4/1, Palmarsson 2, Svavarsson 2, Ingimundarson 2, Atlason 2, Gunnarsson 1, Hallgrimsson, Olafur Gudmundsson, Asgeirsson, Jakobsson, Oskarsson
Zuschauer: 5.600 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Lazaar/Reveret (Frankreich)
Strafminuten: 8 / 8