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jugendzertifikat 2010

Michael Hegemann im Interview

"Wir haben viel Lehrgeld bezahlt"

Michael Hegemann war einer der Publikumslieblinge beim TBV. Nun erwartet er am Mittwoch seine alten Kollegen.

Mit der HSG Düsseldorf steckt Michael Hegemann tief im Abstiegskampf, doch die Frohnatur ist vom Klassenerhalt seines Teams fest überzeugt. Am Mittwoch geht es im Burgwächter Castello um zwei wichtige Punkte - für beide Teams. Wir sprachen mit Michael Hegemann, der in der Saison 2007/2008 noch für den TBV aktiv war, vor dem Duell mit den alten Kollegen. 

? Michael, am Mittwoch geht es mal wieder gegen den TBV. Sind das überhaupt noch besondere Spiele für Dich?

! In jedem Fall. Die Zeit in Lemgo war sehr schön, ich habe sehr gerne für den TBV gespielt und erinnere mich gerne daran zurück. Es sind ja noch viele Spieler auch aus meiner Zeit dabei, mit Tamas Mocsai bin ich beispielsweise noch sehr gut befreundet, von daher sind Spiele gegen den TBV immer etwas anderes, als wenn es gegen einen anderen Bundesligisten geht.

? Düsseldorf steckt mitten im Abstiegskampf, wie bewertest Du die Saison bislang?

! Wir haben eine lange Anlaufzeit gebraucht, um uns zu akklimatisieren. In dieser Zeit haben wir viel Lehrgeld bezahlt und insgesamt haben wir meiner Meinung nach etwa zwei bis drei Punkte zu wenig auf der Habenseite. Insbesondere das Spiel gegen Balingen schmerzt da immer noch sehr. Wenn man gegen einen direkten Mitkonnkurrenten kurz vor Schluss noch um den Sieg spielt und am Ende mit gänzlich leeren Händen da steht, das tut uns definitiv noch weh.

? Zu Beginn der Saison war Düsseldorf eigentlich die HSG Hegemann. Nachdem sich Jan Henrik Behrends so unglücklich verletzt hatte, kam mit Bostjan Hribar eine weitere Verstärkung. Eine Entlastung für Dich, die sicherlich gut tut.

! Keine Frage, es ist immer gut, wenn der Kader auch in der Breite qualitativ gut besetzt ist. Nun können sich die Gegner nicht ganz so leicht auf uns einstellen, sind wir nicht so berechenbar.

? Wie schätzt Du den weiteren Saisonverlauf ein. Gibt es einen Kampf um den Abstieg bis zum Schluss?

! Ich denke schon. Für Minden ist die Lage momentan sehr prekär, da bleibt abzuwarten, ob sie noch einmal zulegen können. Ansonsten sehe ich ein Hauen und Stechen bis zum letzten Spieltag. Aber ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass die HSG die Klasse halten wird.

? Du beschäftigst Dich auch gar nicht mit einem eventuellen Abstieg?

! Mein ganzer Fokus liegt auf dem Klassenerhalt, an den ich wie erwähnt auch fest glaube. Wenn es anders kommen sollte, dann werde ich mich damit zu gegebener Zeit auseinandersetzen. Vorher definitiv nicht.

? Düsseldorf ist kein einfaches Umfeld, wie siehst Du das Standing der HSG in der Landeshauptstadt?

! Fußball mit der Fortuna und Eishockey mit der DEG sind aufgrund der Tradition sicher weit vorne in Düsseldorf. Wir kämpfen mit dem Basketball um die Position drei und ich sehe uns aber auf einem guten Weg, uns zu etablieren.

? Gerade durch die Zeit beim TBV verfolgst Du die Entwicklung in Lemgo noch besonders genau. Wie siehst Du die Saison und wie bewertest Du das stete Auf und Ab?

! Beim TBV sucht man derzeit noch die Kontinuität, die den Verein früher ausgezeichnet hat. Man sollte jetzt wirklich zur Ruhe finden und mit Geduld die kommenden Aufgaben angehen, eine Mannschaft zusammenstellen, die in allen Teilen miteinander harmoniert und dann sich wieder als der TBV zu präsentieren, den man bislang immer gekannt hat.