Der TBV hat bei der HSG Düsseldorf mit 30:26 (14:12) einen glanzlosen, aber verdienten Arbeitssieg einfahren können.
Den ersten Treffer der Partie markierte der Ex-Lemgoer Michael Hegemann, in der ersten Minute war „Hege“ im Burg-Wächter Castello erfolgreich. Der TBV konterte in Person von Spielmacher Martin Strobel und zeigte, dass er nicht gewillt war, hier am Aschermittwoch die karnevalistische Trübsal mitzutragen. Das zweite Tor für die Hausherren erzielte mit Bostjan Hribar der Neuzugang der HSG, der gemeinsam mit Hegemann die Hoffnungen auf den Klassenerhalt in erster Linie tragen soll.
Beide Mannschaften kamen im Angriff relativ schleppend ins Spiel, wobei die TBV-Abwehr sich von Anfang an gut aufgestellt präsentierte. So stand es in der 6. Minute nach dem zwischenzeitlichen zweiten Treffer von Hegemann 2:3 aus Lemgoer Sicht, nachdem Matthias Puhle im HSG-Tor zuvor glänzend gegen Holger Glandorf parieren konnte. Ferenc Ilyés sorgte zunächst für das nächste Unentschieden und während einer Zeitstrafe gegen Daniel Kubes besorgten Sebastian Preiß und Jens Bechtloff für die 5:3-Führung. Dabei zeigte der TBV eine vor allem in der Abwehr weitgehend gefällige Leistung.
Aber erneut brachten leichtfertig vergebene Chancen den TBV um den frühen Lohn der Arbeit und einen wesentlich beruhigenderen Vorsprung, Jens Bechtloff scheiterte unter anderem zweimal per Gegenstoß. Erneut Hegemann war dann zum 6:5 (13.) erfolgreich und Mitte der ersten Halbzeit (17.) glich Düsseldorf folgerichtig mit dem 7:7 wieder aus. Preiß legte für den TBV nach, doch die nächste Großchance zur Zwei-Tore-Führung vergab der etatmäßige Siebenmeterschütze Mark Schmetz. Eben diese Führung war dann jedoch Logi Geirsson vorbehalten, der von Trainer Volker Mudrow neben Carsten Lichtlein im Tor auf Linksaußen ins Spiel gebracht wurde. Doch wie gewonnen, so zerronnen, Hribar und Wernicke glichen einmal mehr für die Hausherren aus (9:9).
Volker Mudrow wechselte ebenso Vignir Svavarsson für Preiß an den Kreis und Tamas Mocsai in den rechten Rückraum ein. Und erneut ging der TBV mit zwei Toren in Front, Mocsai und Ilyés erhöhten auf 11:9 (23.). Mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Berblinger zeigte sich Carsten Lichtlein einmal mehr von seiner besten Seite in 1:1-Situationen und dann traf Strobel mit dem 12:9 (26.) „endlich“ zur ersten Drei-Tore-Führung. 25:16 Minuten waren gespielt, als HSG-Trainer Goran Suton seine Auszeit nahm, doch der TBV blieb gestützt auf einen guten Lichtlein spielbestimmend. Mocsai erhöhte auf 13:9, ehe Sulc die fast siebenminütige Durststrecke der HSG beendete. Der TBV hatte dann kurz vor der Pause in Unterzahl sogar die Chance, auf 15:11 davonzuziehen, doch ein erneuter vergebener Gegenstoß brachte den Hausherren im Gegenzug die Chance zum 14:12. Hribar nutzte diese und mit dieser aus TBV-Sicht zu niedrigen Führung ging es dann auch in die Kabinen.
Nach einer Zeitstrafe gegen Mocsai eine Minute vor der Halbzeitpause begann der TBV die zweite Hälfte in Unterzahl, Sulc nutzte die Überzahl zum 14:13. Und diese knappe Führung hatte zunächst weiter Bestand, obwohl der TBV beim 16:13 durch Kehrmann einmal mehr enteilen zu können schien. Doch wiederum eigene Fehler brachten die HSG wieder bis auf ein Tor heran. Und nach einem vergebenen Siebenmeter von Geirsson besorgte Hribar zum Ärger der treuen kleinen TBV-Fanschar den Ausgleich zum 16:16. Das Auf und Ab nahm jedoch munter weiter seinen Lauf, Mocsai, Ilyés und erneut Mocsai legten wieder bis zum 19:16 (40.) vor.
Ilyés und Kubes mussten in dieser Phase jeweils für zwei Minuten vom Feld, doch die Unterzahl konnte die HSG bis dahin zu selten nutzen. Hribar gelang per Siebenmeter jedoch zunächst das 20:18, aber dann folgte ein erneuter vergebener Siebenmeter von Schmetz, Hegemann war das 20:19 vorbehalten. Und als Sulc den erneuten Ausgleich (20:20, 45.) besorgte, witterten die Hausherren wieder Morgenluft.
Es war zum Verzweifeln, der TBV schaffte es einfach nicht, seine Überlegenheit konstant auf die Platte zu bringen, immerhin konterte Preiß mit dem 21:20 erneut die Mini-Aufholjagd der HSG. Und anschließend schaffte es Geirsson beim vierten TBV-Versuch vom Siebenmeterpunkt endlich Matthias Puhle im HSG-Tor zu überwinden. Doch es blieb spannend: Ilyés legte vor, Hribar legte nach, Kehrmann legte vor, Hribar legte nach…
Das 25:23 (51.) durch Geirssons Siebenmeter konnte dann einmal mehr der Auftakt zu einem Absetzen sein. Und als Geirsson erneut vom Punkt die Nerven behielt, sah sich Goran Suton zu seiner Auszeit in der zweiten Halbzeit gezwungen, 52:49 Minuten waren gespielt. Hegemann konnte dann zwar vorerst verkürzen, aber Preiß konterte zum 27:24 und holte dabei zudem noch eine Zeitstrafe gegen heraus – die Vorentscheidung schien gute 5:30 Minuten vor dem Ende somit gefallen. Die HSG konnte zwar immer wieder bis auf zwei Tore heran kommen, doch der TBV ließ keinen knapperen Vorsprung mehr zu. Geirsson mit dem nächsten Siebenmeter zum 29:26 (59.) war dann die endgültige Entscheidung, Mocsai setzte den Schlusspunkt unter diesen letztlich verdienten Arbeitssieg.