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jugendzertifikat 2010

TBV wirft sich den Frust von der Seele

Souveräner Einzug in das EHF-Cup-Viertelfinale

Eine Woche nach der frustrierenden Hinspielniederlage im Achtelfinale des EHF-Cups fertigt der TBV Benfica Lissabon mit 31:18 (14:10) ab.

Der TBV Lemgo begann das Spiel in der Abwehr und stellte Benfica mit dem Zentrum um Ilyés, Kubes und Preiß von Anfang an vor Probleme. Martin Galia, der von Beginn an das TBV-Tor hütete, fand ebenso gut ins Spiel und hatte bereits zwei starke Paraden auf seinem Konto, ehe Tamas Mocsai nach drei Minuten zum 1:0 für den TBV Lemgo traf. Allerdings tat sich der TBV zunächst selbst schwer gegen die, wie schon im Hinspiel, offensive Deckung der Portugiesen, doch wirkte der TBV insgesamt von Anfang an souveräner als vor Wochenfrist. Daniel Kubes musste bereits nach fünf gespielten Minuten für zwei Minuten vom Platz, doch auch in Unterzahl drückte die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow der Partie bereits in den ersten Spielminuten ihren Stempel auf.

Martin Strobel führte im Angriff auf der Mittelposition Regie, daneben agierten Ferenc Ilyés im linken und Tamas Mocsai im rechten Rückraum. Jens Bechtloff und Florian Kehrmann belegten die Außenpositionen, TBV-Kapitän Sebastian Preiß begann am Kreis und sorgte auch gleich für die Tore zwei und drei auf dem TBV-Konto: Nach acht gespielten Minuten führte der TBV mit 3:1. Doch noch hielt Benfica den Anschluss. Rui Silva verkürzte vom Kreis zum 2:3 aus Sicht der Gastgeber. TBV-Regisseur Martin Strobel erhöhte daraufhin in der 10. Minute mit einer schönen Aktion aus dem Rückraum auf 4:2.

Nach 13:09 Minuten nahm Benfica-Trainer Jose Silva beim Stand von 7:3 für den TBV seine Auszeit, die Gastgeber kamen mit dem wesentlich konzentrierter als vor einer Woche im Hinspiel agierenden TBV nicht zu Recht. Das Spiel der Hausherren wirkte zu einfallslos. Die Worte des Trainers fruchteten offensichtlich, Benfica konnte sich bis auf 7:6 herankämpfen. In dieser Phase des Spiels ließen die TBV-Profis wie schon im Hinspiel zu viele Chance liegen. Doch Galia im Tor hielt die Führung fest, die Mocsai in der 20. Minute wieder auf 8:6 ausbaute. Doch Rui Silva auf Seiten der Portugiesen ließ nicht locker und verkürzte noch einmal auf 8:7 - Benfica witterte wieder die Chance auf die große Überraschung.

Der TBV reagierte jedoch umgehend, machte das Spiel schnell und konnte sich schließlich über 11:9 (26.) bis auf 13:9 (29.) absetzen. Strobel nahm sich nach einem bösen Foul an Glandorf in Überzahl wenige Sekunden vor der Pause den Wurf und traf zum verdienten Halbzeitstand von 14:10. Die Führung hätte bereits höher ausfallen können, doch dem TBV war phasenweise noch anzumerken, dass das Hinspielergebnis nicht ganz verdaut war.

In der zweiten Hälfte behielt der TBV jedoch von der ersten Sekunde an weiter die Oberhand. Die Abwehr stand nach wie vor gut, einzig und allein Carlos Carneiro und der Rückraumlinke Zaikin strahlten aus den Reihen der Gäste Gefahr für das TBV-Tor aus. Glandorf traf derweil zum 15:10 und sorgte auf der rechten Seite zusammen mit Florian Kehrmann auch für die nächsten drei Lemgoer Treffer. Nach einem schönen Anspiel von Ilyés auf Preiß zog der TBV beim 19:12 binnen weniger Minuten erstmals mit sieben Toren davon. Im TBV-Angriff lief es nun wesentlich besser, der Pass an den Kreis erwies sich immer wieder als gutes Mittel gegen die zusehends schwächer werdende Abwehr der Portugiesen, die auch im Angriff immer wieder am stark haltenden Martin Galia scheiterten.

In Durchgang zwei nahm Benfica-Coach Silva schon nach wenigen Minuten seine Auszeit. Doch auch danach hatten die Gastgeber nichts mehr gegen die immer sicherer aufspielenden Lipper entgegen zu setzen. Nach 38 Minuten zeigte die Anzeigentafel einen Stand von 21:13 für den TBV - eine komfortable Führung, die Holger Glandorf mit seinem vierten Treffer in Halbzeit zwei weiter auf 22:13 ausbaute.

Nach 44 Minuten hatte sich der TBV bereits mit elf Toren auf 25:14 abgesetzt und jedem der Zuschauer war klar geworden, dass der Überraschungscoup von vor einer Woche gerade gerückt würde. Beim Stand von 26:16 (48.) steuerte auch Ilyés, der bis dahin mit schönen Anspielen an den Kreis glänzte, sein erstes Tor zum 27:16 bei. Nach einem Pass von Kehrmann, der in die Mitte eingelaufen war, erhöhte Bechtloff nach 50 Minuten erstmals auf einen Zwölf-Tore-Vorsprung (28:16) und auch die letzten zehn Minuten spielte der TBV konzentriert und souverän herunter.

Keine Frage, die Lemgoer hatten das schlechte Auftreten im Hinspiel längst wett gemacht. Der Einzug ins Viertelfinale des EHF-Pokals war gesichert, ungewiss war nur noch die Höhe des Sieges, denn Benfica Lissabon hatte dem TBV an diesem Abend insbesondere in den zweiten 30 Minuten nichts entgegenzusetzen. Beim Endstand von 31:18 waren es am Ende schließlich 13 Tore, die der TBV Lemgo mehr auf dem Konto hatte und damit nach einer schwachen Leistung im Hinspiel letztlich verdient in die nächste Runde einzog.