Der TBV Lemgo dominiert die HSG Wetzlar in weiten Teilen nach Belieben und siegt am Ende souverän und hochverdient mit 29:18 (16:5).
Der TBV begann dabei mit folgender Aufstellung: Galia, Bechtloff, Ilyés, Kubes, der mit Strobel im Angriff wechselte, Preiß, Mocsai und Kehrmann. Neben der Bank nahmen sowohl Michael Kraus der sich am Donnerstag im Training eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zuzog und bis zu vier Wochen auszufallen droht, wie auch Rolf Hermann Platz. Der Linkshänder laboriert nach wie vor an seiner hartnäckigen Zerrung im Rippenbereich. Zwei tolle Paraden von Galia bildeten den Auftakt, dann hatte Kubes aus der zweiten Welle heraus Pech mit einem Pfostentreffer. Der erste Treffer der Partie ging in der 3. Minute auf das Konto von Bechtloff, der einen schönen Pass von Kehrmann per Gegenstoß sicher gegen Krasavac vollendete.
Das 2:0 brachte bereits die Halle zum Toben: Einen zu lang geratenen Pass von Galia fischte sich Kehrmann so gerade noch aus der Luft und warf zudem noch sicher flach ins lange Eck. Als Galia anschließend einen Siebenmeter von Schmidt parierte, konnte die Stimmung schon fast nicht mehr besser sein. Der TBV präsentierte sich in Abwehr wie Angriff bestens aufgelegt, das 3:0 (6.) durch Bechtloff war die verdiente Folge. Salzer war es vorbehalten, nach exakt 6 gespielten Minuten den ersten Gästetreffer zu erzielen.
In der Folge kam die HSG ein wenig besser ins Spiel, den TBV-Treffern 4 und 5 durch Ilyés hatte die HSG drei Christophersen-Treffer bis zum 5:4 entgegen zu setzen. In der 10. Minute stand jedoch postwendend wieder ein 7:4 auf der Anzeigetafel zu lesen, Ilyés legte mit seinem dritten Treffer sogar zum 8:4 (11.) nach. Anschließend kam Lichtlein für einen Siebenmeter gegen Christophersen auf das Feld – und hielt! Der TBV war den Gästen in allen Belangen überlegen und spielte auch in Unterzahl – Preiß musste vom Feld – das 9:4 (14.) durch Kehrmann über den Kreis herrlich heraus. Nach dem 10:4 durch Ilyés legte Gäste-Trainer Michael Roth seine grüne Karte, es waren exakt 14 Minuten gespielt. Doch der TBV überstand die Unterzahl ohne Gegentor und legte durch Mocsai zum 11:4 (16.) nach, präsentierte sich von seiner allerbesten Seite. Auch erneut in Form von Lichtlein, der gegen Smoler seinen zweiten Siebenmeter halten konnte.
Wetzlar decken mit Schmidt in der Folge vorgezogen gegen Mocsai, die Lücken nutzte Strobel mit einem Doppelpack zum 13:4 (19.), der TBV steuerte einem Kantersieg entgegen. Dann brachte das Schiedsrichter-Gespann Dedens/Geckert mit der äußerst fragwürdigen zweiten Zeitstrafe gegen Preiß die Halle erneut zum Kochen, doch umgehend musste auch Valo für zwei Minuten vom Feld, Kehrmann besorgte von außen das 14:4 (22.). Mudrow brachte nach der Zeitstrafe Svavarsson in Abwehr wie Angriff für Preiß, der TBV dominierte die Partie weiterhin fast nach Belieben. Svavarsson nach einem Traumpass über das Feld von Ilyés legte zum 16:4 (27.) nach, Wetzlar war mittlerweile über 17 Minuten ohne Torerfolg geblieben, das Debakel für die Gäste nahm seinen Lauf. Nach 29.49 Minuten traf Christophersen zum 16:5, exakt 21:30 Minuten nach dem letzten Gästetreffer. Mit der klaren 11-Tore-Führung ging es in die Kabinen, in denen es bei den Gästen mit Sicherheit wesentlich ungemütlicher zu her gegangen sein dürfte.
Die zweite Halbzeit begann der TBV mit der identischen Aufstellung wie zu Ende der ersten 30 Minuten, bei passivem Vorwarnzeichen traf Kehrman vom Kreis zum 17:5 – es schien nahtlos weiterzugehen wie bisher. Mocsai musste nach einem Foul an Christophersen vom Feld, den fälligen Strafwurf nutzte Allendorf gegen Lichtlein zum 17:6. Glandorf kam nun erstmals in die Partie, musste aber nach einem Allerweltsfoul wenig später ebenso vom Feld, der TBV fand sich in doppelter Unterzahl wieder. Doch die HSG warf den Ball völlig unbedrängt ins Aus, die Gäste präsentierten sich weiter völlig von der Rolle, Galia gegen Jungwirth von rechts außen hingegen in Topform, auch diese Unterzahl überstand der TBV ohne Gegentreffer. Allerdings war beim TBV nun auch die letzte Konsequenz im Angriff nicht mehr so vorhanden, bis zur 38. Minute hatten beide Mannschaften nur einen Treffer erzielt. Den zweiten legte Strobel in Überzahl nach, sein Wurf schlug links unten zum 18:6 (39.) im Rot von Weber ein, der mittlerweile im Gästetor stand.
Das 19:7 (41.) durch Mocsai war ein Gegenstoßtreffer in Unterzahl, nachdem Galia einmal mehr glänzend gegen Chalkidis pariert hatte. Wetzlar existierte im Angriff praktisch nur aus Christophersen, der beim 20:9 (43.) bereits seinen siebten Treffer erzielen konnte, Glandorf legte mit seinem ersten jedoch umgehend nach. In der 45. Minute kam Lichtlein für den bis dahin glänzend aufgelegten Galia, Schmetz besetzte zudem für Kehrmann die rechte Außenbahn.
Es blieb dabei, der TBV dominierte das Spiel in allen Belangen, auch wenn das 24:11 (48.) von Glandorf „erst“ achte Treffer der zweiten Halbzeit war und die HSG ihrerseits zumindest ein wenig munterer mitspielen konnte. Das 26:14 (51.) durch Svavarsson war aber einmal mehr ein sehr schön heraus gespielter Treffer, der TBV blieb zu jeder Zeit Herr in der eigenen Halle. Das 27:14 (54.) durch Strobel war bester Ausdruck dafür, sein Stemmwurf schlug krachend im linken oberen Eck ein.
In den letzten Minuten plätscherte die Partie vor sich hin, Wetzlar konnte die Partie ausgeglichen gestalten, der TBV leistete sich einen weiteren verworfenen Siebenmeter, Schmetz musste für zwei Minuten vom Feld, dafür parierte Lichtlein seinen dritten Strafwurf, diesmal gegen Allendorf. Das letzte Tor zum 29:18-Endstand war eine Ko-Produktion der beiden TBV-Außen und ein Sahnestückchen für das Publikum: Bechtloff verwandelte per Kempa nach Zuspiel von Kehrmann frei vor dem Tor.
Michael Roth: Eine Analyse der Leistung meiner Mannschaft heute würde jetzt den Zeitrahmen sprengen. Lemgo wollte und wir konnten nicht. Das Spiel war über 60 Minuten lang schlimm anzusehen von draußen. Ich habe es auch vermieden, in der Halbzeit in die Kabine zu gehen, das wäre für die Mannschaft sicherlich ungemütlich geworden.
Volker Mudrow: Wir haben im Vorfeld mit der Mannschaft über die Niederlage im Hinspiel gesprochen und diese Begegnung ausgiebig analysiert. Mir war es heute sehr wichtig, dass wir für die Zuschauer in Lemgo spielen. Ich habe die Mannschaft aufgefordert, heute so aufzutreten wie in Lissabon, was die Lemgoer leider nicht sehen konnten. Das ist uns geglückt.