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jugendzertifikat 2010

Verrückte Partie in Hamburg

TBV dreht um ein Haar längst verloren geglaubte Partie

Beim HSV liegt der TBV zwischenzeitlich mit neun Toren zurück, unterliegt am Ende nach einer dramatischen Schlussphase mit 31:32 (10:17).

Der TBV begann mit Martin Galia im Tor, hinzu kamen Jens Bechtloff, Michael Kraus, Martin Strobel, Rolf Hermann, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß. Daniel Kubes und Ferenc Ilyés kamen in der Abwehr für Kraus und Preiß. Der erste Wurf des HSV wurde gleich Beute von Galia, auf der Gegenseite scheiterte Strobel an der Latte des HSV-Tores. In der 4. Minute fiel der erste Treffer der Partie, Vori war vom Kreis zum 0:1 für den HSV erfolgreich. Nach 4:01 Minuten folgte umgehend die erste Zeitstrafe für Kubes, der Hens angegangen war, Flohr legte zum 0:2 und auch noch zum 0:3 nach, dem HSV gehörte die Anfangsphase. Im Angriff fiel dem TBV gegen die kompakte und aggressive HSV-Deckung nichts ein, der erste Treffer ging auf das Konto von Hermann zum 1:4 (8.).

Beim 1:6 (12.) fühlte sich der TBV-Fan durchaus an das jüngste Spiel gegen den THW Kiel erinnert, vorne wie hinten passte es nicht zusammen, Volker Mudrow nahm seine Auszeit im ersten Durchgang, 11:56 Minuten waren gespielt. Hermann war zunächst immerhin zum 2:6 erfolgreich, Kraus ließ vom Siebenmeterpunkt das 3:6 (14.) folgen.  16:20 Minuten waren gespielt, da musste Kubes zum zweiten Mal vom Feld, der HSV legte umgehend zum 3:8 (17.) nach. Im Anschluss an diesen Treffer brachte Mudrow Carsten Lichtlein für den bis auf den ersten Wurf glücklosen Galia ins Tor, Strobel traf in Unterzahl zum 4:8 (18.), der TBV wollte sich nicht kampflos ergeben. Doch Marcin Lijewski war umgehend zum 4:9 für die Hausherren erfolgreich.

In der 20. Minute kam dann Holger Glandorf erstmals zum Einsatz, Kraus rückte vom linken Rückraum auf die Mitte, Ilyés kam für Strobel in die Partie. Kubes blieb trotz der Zeitstrafen-Problematik in der Abwehr im Deckungszentrum gesetzt, Ilyés traf in der 22. Minute zwar zum 6:10, aber Lazkovic konterte sofort. Der HSV war die klar spielbestimmende Mannschaft bis zu diesem Zeitpunkt. Svavarsson hatte zwischenzeitlich auch Preiß abgelöst, an der Gesamtkonstellation änderte sich dennoch nichts, Lindberg traf vom Punkt zum 6:12 (24.).

Die gegen Kiel noch so sattelfeste Abwehr war jedoch einfach nicht auf der Höhe, der HSV-Rückraum kam immer wieder unbedrängt zum Wurf, Glandorf war in der 27. Minute zum 9:14 erfolgreich, es sah alles andere als nach einem Auswärtssieg aus. Selbst in Unterzahl konnte Duvnjak unbehindert hochsteigen, das 9:15 ließ jede Aufholjagd im Keim ersticken. Mit dem 10:17 ging es in die Kabinen, der TBV war in diesen ersten 30 Minuten chancenlos.

In der zweiten Halbzeit begann Stobel wieder in der Mitte, Kraus agierte im linken Rückraum, Glandorf im rechten, Schmetz kam für Kehrmann auf der rechten Außenposition, Kehrmann deckte dafür vorgezogen auf der linken HSV-Angriffsposition und wechselte im Angriff an den Kreis. Die ersten vier Tore gingen auch auf das Konto des TBV, in der 34. Minute stand es nur noch 14:17. Doch drei Tore von Duvnjak waren die Antwort, keine zwei Minuten später war der HSV wieder mit 14:20 in Front. Und mit einem Schlag ging in der TBV-Abwehr nichts mehr, das 15:22 (39.) durch den völlig unbehindert zum Wurf kommenden Duvnjak war sinnbildlich.

Beim 16:24 (42.) war der Rückstand erstmals auf acht Tore angewachsen, der TBV hatte an diesem  Abend keine Mittel gegen den HSV. Hermann löste Mitte der zweiten Halbzeit Glandorf wieder im rechten Rückraum ab, er traf denn auch umgehend zum 19:27 (49.). Aber selbst in Unterzahl konterte der HSV, der TBV war nicht in der Lage, den Rückstand ernsthaft aufzuholen. Im Angriff spielte der TBV zwar mittlerweile munter mit, aber jeder HSV-Wurf schien ein Treffer zu sein, so dass der Rückstand Bestand hatte.

Immerhin kämpfte Lemgo unverdrossen weiter, Kehrmann markierte per Gegenstoß das 24:29 (55.), der TBV schien das Ergebnis erträglich gestalten zu können, doch postwendend fiel das 24:30. Drei Tore in Folge bescherten das 27:30 (57.) und man fragte sich, warum diese Konsequenz in den Minuten zuvor nicht zu erkennen war. Als Hermann sogar zum 28:30 traf, war zwei Minuten vor Schluss noch eine Sensation nach dem vorher gezeigten Spielverlauf greifbar, aber Vori traf zur Hamburger Entscheidung. Dachte man.

Denn mit einem Mal, keiner wusste so Recht warum, traf Ilyés zum 30:31, Lichtlein parierte unter anderem gegen Lindberg einen Siebenmeter, hielt den nächsten Ball und Bechtloff legte zum fast unfassbaren Unentschieden nach. Das Spiel war auf den Kopf gestellt, aber niemand ging den von der schnellen Mitte aus nach vorne stürmenden Krzysztof Lijewski an, der den am Ende zwar äußerst glücklichen, wenn auch letztlich verdienten Siegtreffer für den HSV markierte.

Konfusion gab es allerdings rund um den letzten Treffer. Nicht nur die TBV-Spieler und Verantwortlichen hatten einen deutlichen Pfiff gehört, der nicht aus dem Publikum kam. Während einige TBV-Spieler auf die Neuausführung des Anwurfs warteten, hatte Lijewski zunächst das Tor erzielt, danach gab es einige Diskussionen, aber auch die Spielaufsicht wollte von dem Pfiff nichts wissen und wertete das Tor. "Es gibt zwei Dinge, die mir übel aufstoßen. Zunächst hätte Igor Vori für sein Foul an Florian Kehrmann eine Zeitstrafe erhalten müssen, als dieser seinen Pass auf Jens Bechtloff gespielt hat. Und es war so deutlich ein Pfiff zu hören, dass es mir ein Rätsel ist, wieso so etwas unter den Tisch fallen gelassen wird", ärgerte sich TBV-Manager Volker Zerbe nach dem Spiel.