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jugendzertifikat 2010

Verdienter Arbeitssieg gegen Balingen

TBV setzt sich am Ende ab

Aus einer starken Deckung heraus gewinnt der TBV Lemgo letztlich verdient gegen die HBW Balingen-Weilstetten mit 28:21 (13:10).

Beim TBV fehlte Logi Geirsson aufgrund einer Fußverletzung, Volker Mudrow schickte zu Beginn folgende Aufstellung auf das Feld: Martin Galia, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés, Martin Strobel, Rolf Hermann, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß. In der Abwehr kam Daniel Kubes für Martin Strobel. Ungewohnt war zunächst für den TBV, dass er auf der Seite beginnen musste, die normalerweise in Halbzeit eins von den Gästen „belegt“ wird. Zunächst war das Spiel noch ein wenig zerfahren, der TBV leistete sich zwei technische Fehler, Balingen agierte gegen die 6:0-Abwehr des TBV äußerst harmlos, so dass es in der 5. Minute immer noch 0:0 stand. Florian Kehrmann besorgte in der 6. Minute von sehr weit außen das 1:0, doch das Spiel blieb zunächst auf bescheidenem Niveau. Balingen war erschreckend harmlos in der Anfangsphase, der TBV ließ seine Chancen auch frei vor dem Tor ungenutzt, so dass Philipp Müller in der 8. Minute zum 1:1 treffen konnte.

Hermann und Kehrmann legten dann binnen einer Minute zum 3:1 nach, Preiß per Gegenstoß zum 4:1, bereits zu diesem Zeitpunkt war eignentlich absehbar, dass der Sieger an diesem Abend nur TBV Lemgo heißen konnte. In diesem Gefühl wurden jedoch weiter leichtfertig die Bälle vertändelt und Balingen verkürzte in der 13. Minute auf 3:4.

Sobald der TBV den Ball im Angriff schnell machte, war der Erfolg greifbar, Hermann traf zum 7:4 (18.), nach einem Traumpass von Galia auf Bechtloff stand es wenige Sekunden später 8:4, der nächste Balinger Fehlwurf wurde von Hermann aus dem erweiterten Gegenstoß mit dem 9:4 bestraft. In der 21. Minute kam dan Svavarsson für Preiß in die Partie, zunächst sorgte Herth mit einem Doppeschlag jedoch für das 9:6 (22.), das Ilyés jedoch mit seinem ersten Treffer beantwortete.

Das Spiel stand weiterhin nicht auf hohem Niveau, nur phasenweise setzte der TBV spielerische Glanzlichter. Svavarssons Treffer zum 12:7 (25.) war zum Beispiel eine schöne Einzelleistung aus dem Gegenstoß heraus. Gäste-Trainer Rolf Brack wählte in der 26. Minute erstmals seine taktische Variante mit dem siebten Feldspieler, der folgende Treffer entsprang jedoch mehr dem Zufall, wiel der abgewehrte Ball von Galia genau in die Arme von Bürkle flog. Beim 13:10 ging es nach einer weitgehend enttäuschenden ersten Halbzeit in die Kabinen.

Nach der Pause brachte Mudrow Carsten Lichtlein zwischen die Pfosten, wobei Galia keine schlechte Partie bis dahin geboten hatte. Im Angriff kam Kraus für Ilyés, in Unterzahl traf Kraus auch umgehend zum 14:10. Balingen leistete sich dann zwei Zeitstrafen binnen 12 Sekunden, Bechtloff traf von außen zum 15:10 (34.), Hermann legte nach zum 16:10.

Dann verpasste es der TBV jedoch, sich endgültig von den Gästen abzusetzen, so dass Balingen in der 38. Minute in Überzahl, Kubes war bereits zum zweiten Mal für zwei Minuten draußen, durch Ettwein zum 16:13 kam.

Auch in der Folge konnte der TBV sich kein echtes Übergewicht erspielen, zu ideenlos agierte man im Angriff, Balingen spielte seinerseits zwar weiter weitestgehend harmlos, aber immerhin munter mit. Schmetz behielt in der 45. Minute gegen Marinovic vom Siebenmeterpunkt die Nerven, das 19:15 sollte doch eigentlich endlich Sicherheit verleihen. Aber in Überzahl wurde erneut überhastet abgeschlossen, Balingen kam zum 19:16.

In der 50. Minute kam Tamas Mocsai für Strobel auf die Mittelposition, rechts agierte weiterhin Hermann, Ilyés im linken Rückraum. Schmetz hatte schon früh in der zweiten Halbzeit Kehrmann abgelöst, der einen Schlag auf die Hand bekommen hatte. Aber es blieb alles beim alten, der TBV konnte sich nicht lösen, Balingen witterte seine Chance und kämpfte verbissen. Schmetz traf zum 22:18, Lobedank konterte zum 22:19 (53.), der TBV wirkte verunsichert. Nicht so offensichtlich Ilyés, der in der 55. Minute schön hinter dem Rücken auf Bechtloff ablegte, der das 23:19 markierte. Und dann erzielte Preiß das 24:19 vom eigenen Kreis aus in das verwaiste Gästetor, nachdem Balingen erneut mit dem siebten Feldspieler agiert hatte. Galia, der zwischenzeitlich Lichtlein wieder abgelöst hatte, war dann in der folgenden Szene zur Stelle, nun musste doch endlich der Befreiungsschlag erfolgt sein. Das dachte sich auch Ilyés, der schön in die linke untere Ecke zum 25:19 traf. HBW-Coach Brack nahm seine Auszeit, 56:19 Minuten waren gespielt.

Die Partie war nun jedoch in der Tat entschieden, Schmetz legte vom Siebenmeterpunkt das 26:20 vor, Hermann legte aus dem Gegenstoß zum 27:20 (59.) nach. Hermann, mit sieben Toren erfolgreichster Lemgoer Werfer, kassierte dann in der Schlussminute noch eine Zeitstrafe, das war dann aber auch wirklich der letzte „Aufreger“ in dieser Begegnung.

Dr. Rolf Brack: Das war ein klar verdienter Sieg für den TBV Lemgo, den ich noch nie so stark in der Abwehr erlebt habe wie heute. Wir hatten zumindest auch eine hohe Qualität in der Abwehr, allerdings haben wir uns beim Torewerfen sehr schwer getan. Von der 10. bis zur 50. Minute konnten wir die Partie relativ offen gestalten, darauf müssen wir einfach aufbauen, wir haben den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend heute bestätigt und das stimmt positiv.

Volker Mudrow: Das Spiel war von den Abwehrreihen geprägt. Nur 21 Gegentore ist eine gute Leistung. Ich muss Ferenc ein Kompliment machen, er hat Felix Lobedank sehr gut im Griff gehabt. Es darf aber nicht passieren, dass man in der Abwehr so kämpft und vorne die Bälle leichtfertig vergibt.