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jugendzertifikat 2010

TBV reist mit Sieben-Tore-Vorsprung nach Spanien

Erster Schritt Richtung Halbfinale ist getan

Der TBV Lemgo verschafft sich mit einem 30:23 (15:13)-Sieg über CAI BM. Aragon eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in Spanien.

Der TBV begann mit Martin Galia im Tor, Florian Kehrmann, Rolf Hermann, Martin Strobel, Michael Kraus, Jens Bechtloff und Sebastian Preiß. In der Abwehr kamen Daniel Kubes und Ferenc Ilyés für Kraus und Strobel ins Spiel. Der TBV fand sehr gut in die Partie, Michael Kraus sorgte für das 1:0 mit dem ersten Angriff, Rolf Hermann ließ das 2:0 (2.) folgen. Den ersten Treffer für die Gäste besorgte Carton, der in der 3. Minute Galia per Siebenmeter überwinden konnte.

Gegen die körperlich sehr robuste spanische Abwehr hatte es der TBV nicht leicht, Strobel und Co. spielten jedoch sehr geduldig und ließen sich nicht zu vorschnellen Würfen verleiten. Vor dem 4:1 durch Kehrmann hatte Kubes den Siegeswillen perfekt demonstriert, nachdem er den Ball zunächst schön gegen Casanova heraus gespielt hatte, ihn dann mit einem Hechtsprung sicherte und im Liegen auf Kehrmann weitergeleitet hatte. Und Kehrmann erhöhte kurze Zeit später sogar auf 5:1 (7.), Aragon fiel gegen die gute TBV-Abwehr kaum etwas ein, Gäste-Coach Mariano Ortega nahm nach 6:10 gespielten Minuten bereits seine Auszeit.

Aragon agierte in der Folge zunächst deutlich konzentrierter und kam in der 9. Minute zum 5:3, das Preiß jedoch umgehend kontern konnte. Insgesamt wirkte der TBV in dieser Phase deutlich überlegen, mit schönem schnellem Spiel aus der nach wie vor guten Deckung heraus hieß es kurze Zeit später 7:3 (10.). Das 8:3 durch Hermann entsprang aus der ersten Überzahl des Spiels, Aragon wirkte in dieser Phase ratlos und wenn der Ball dann doch den Weg zum Tor fand, war ein sehr guter Martin Galia zur Stelle.

Mitte der ersten Halbzeit sahen die 2.712 Zuschauer in der Lipperlandhalle nach wie vor das gleiche Bild, der TBV wirkte hochkonzentriert, spielte im Angriff geduldig und stand in der Deckung hervorragend. Kehrmanns 9:3 (16.) vom Kreis spiegelte die Kräfteverhältnisse auch in der Höhe angemessen wider. Aragon kämpfte gegen einen höheren Rückstand und konnte in der 21. Minute auf 11:7 verkürzen, Kraus' trockene Antwort schlug jedoch umgehend rechts unten im Gäste-Tor ein.

Rolf Hermann musste nach einem Foul gegen Arrhenius (22.) die erste Zeitstrafe für den TBV absitzen, Carton verwandelte auch seinen dritten Siebenmeter sicher. Holger Glandorf kam nun erstmals in die Partie, Preiß blieb während der Strafzeit gegen Hermann auf der Bank. Aber auch in Unterzahl war der TBV auf der Höhe des Geschehens, Kehrmann traf vom Kreis zum 13:8. Aber Aragon zeigte in der Überzahl erstmals seine wahre Stärke, der Ball lief nun wesentlich sicherer und Stankovic mit zwei Treffern verkürzte bis auf 13:10 (24.). Aragon hatte die Chance auf den nächsten Treffer, aber Galia war gegen Casanova zur Stelle, Kehrmann verwandelte den Gegenstoß zum 14:10 (26.).

In der 27. Minute kam erstmals Mocsai auf die Mittelposition, Strobel erhielt eine Pause. Kraus traf links oben in den Winkel zum 15:11, das Spiel war aber nun wesentlich ausgeglichener als in den ersten 20 Minuten. Insbesondere Stankovic machte ein gutes Spiel im rechten Rückraum, sein 15:12 war bereits sein 5. Treffer. Das Manko in den Schlussminuten der ersten Halbzeit war auf TBV-Seite die Chancenverwertung, beim 15;12 wurde ein Gegenstoß vergeben, Aragon nahm dankend an und eine Sekunde vor der Halbzeitsirene traf Stojanovic von außen zum Pausenstand.

Der TBV kam wesentlich früher aus der Kabine zurück als die Gäste aus Saragossa, Volker Mudrow spielte mit der Formation weiter, die zum Ende des ersten Durchgangs auf dem Feld stand. Die eigene Überzahl nutzte Aragon jedoch umgehend zum 15:14, erneut war Stojanovic erfolgreich. Und in der 33. Minute erzielte Stankovic mit dem 16:16 das erste Unentschieden für Aragon, die Spanier kamen deutlich konzentrierter als der TBV aus der Kabine. Ilyés agierte mittlerweile im linken Rückraum, Mocsai weiter auf der Mitte, aber der Spielfluss aus Halbzeit eins war dahin. Galia bewahrte den TBV anschließend vor einem Rückstand und Preiß traf im Angriff zum 17:16 (36.).

Das Spiel war nun weitestgehend ausgeglichen, der TBV wirkte nun wieder sicherer, ließ jedoch einige Chancen ungenutzt, so dass die Spanier immer in Reichweite blieben (18:17, 40.). Carton mit dem vierten Siebenmetertreffer traf zum 18:18 (41.), Mudrow brachte im linken Rückraum nun wieder Kraus. Aber den nächsten Treffer aus selbigem bescherte Jens Bechtloff, der schön über die Mitte kam und den Ball in der rechten Ecke versenkte. Hermann kam nun wieder für Glandorf in die Partie, Mocsai spielte weiter auf der Mitte.

Mitte der zweiten Halbzeit hatte der TBV wieder leichtes Oberwasser, Hermann traf mit einem wuchtigen Stemmwurf zum 21:18, im Tor bot Galia in dieser Phase zudem eine ganz starke Leistung. Carton trat in der 47. Minute zu seinem sechsten Siebenmeter an, diesmal blieb Galia im Tor – und hechtete den Ball sensationell aus dem linken Winkel. Kraus hatte für das Foul zuvor eine Zeitstrafe kassiert, der TBV hielt die Unterzahl jedoch mit Glück und Geschick offen, Preiß traf nach einem Abpraller zum 22:19 (49.). Und Hermann legte unwiderstehlich nach, das 23:19 (50.) ließ Ortega erneut zur grünen Karte greifen – 49:58 Minuten waren gespielt.

Aber zunächst traf erneut der TBV, Kraus war nach einer kleinen persönlichen Durststrecke zum 24:19 (52.) erfolgreich, die Vorentscheidung bahnte sich an. Erneut hatte Galia in der folgenden Szene die Finger am Ball, einmal mehr kam Hermann vorne zum Wurf, das 25:19 brachte die Halle zum Toben. Das 27:20 noch mehr, Strobel hatte per No-Look-Pass Preiß angespielt und der vollendete sicher mit seinem achten Treffer. Der TBV war endgültig auf die Siegerstraße eingebogen, Kraus erhöhte auf 28:21 (56.), Aragon wirkte nun verunsichert, rieb sich im Angriff gegen Kubes, Ilyés und Co. immer wieder auf.

In den letzten Minuten hielt der TBV die Führung weiter konstant, insbesondere Hermann war von der spanischen Abwehr so gut wie nicht zu stoppen, Bechtloff legte in der Schlussminute sogar zum 30:22 nach, die Zuschauer quittierten die Leistung des TBV mit Standing Ovations, das 30:23 war in der Höhe letztlich verdient, bedeutet aber noch lange kein Ruhekissen für das Rückspiel am Ostersonntag in Saragossa.

Mariano Ortega Martinez: Es war ein sehr emotionales Spiel, beide Mannschaften haben sehr gut gespielt. Wir haben in der Abwehr phasenweise sehr gut gestanden, auch im Angriff gut gespielt, aber wir haben kein Mittel gegen die Lemgoer Abwehr gefunden. Beim Rückspiel werden wir versuchen, das Angriffsspiel von Lemgo zu stören und besonders auf Sebastian Preiß achten. Er war heute Dreh- und Angelpunkt im Lemgoer Spiel. Natürlich versuchen wir im Rückspiel gegen Lemgo zu gewinnen, aber das wird sehr schwer.

Volker Mudrow: Es war von beiden Seiten ein sehr intensiv Spiel. Man hat gesehen, dass man auf jeden Fall 60 Minuten am Ball bleiben muss. Wir sind sehr gut gestartet und haben am Ende auch gut gespielt. Sieben Tore Vorsprung sind eine gute Basis, aber wir haben jetzt erst Halbzeit. Es gibt noch ein Rückspiel in Aragon. Bisher hat Aragon auswärts allerdings immer verloren, das heißt noch nichts. Das Viertelfinale wird in Aragon entschieden. Martin Galia hat in der 2. Halbzeit ein überragendes Spiel gemacht. Zehn Tore gehalten und zehn Tore bekommen. 50 Prozent ist eine sehr gute Quote. Wir müssen in Aragon jedoch noch konsequenter spielen, dann haben wir gute Chancen auf das Halbfinale.