Nach einem schwachen Start und einer tollen Aufholjagd unterliegt der TBV am Ende trotz eines überragenden Holger Glandorfs beim TVG mit 24:25 (9:11).
Grosswallstadt hatte Anwurf, beim TBV standen in der Anfangsformation wie im im EHF-Pokal Martin Galia, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés , Daniel Kubes, Sebastian Preiß, Rolf Hermann und Florian Kehrmann. Im Angriff kamen Michael Kraus im linken Rückraum und Martin Strobel auf der Mittelposition, Kubes und Ilyés wechselten für die beiden.
Den besseren Start hatte der TVG, Stefan Kneer mit zwei Toren aus dem Rückraum brachte die Hausherren 0:2 in Front. Rolf Hermann erzielte das erste Tor für den TBV, doch der TVG hatte zunächst weiter die besseren Karten. Andersson im TVG-Gehäuse zeigte seine Klasse, in der Abwehr war der TBV noch nicht so sattelfest wie in den Spielen zuvor. Kunz legte nach einer Zeitstrafe gegen Kubes beim 2:5 (8.) erstmals eine Drei-Tore-Führung für die Hausherren vor, Weinhold erhöhte kurze Zeit später auf 2:6 (10.), Volker Mudrow nahm prompt seine Auszeit im ersten Durchgang. 10:05 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und der TBV noch überhaupt nicht in der Partie angekommen.
Im Angriff kamen nun Glandorf und Ilyés in die Partie, Glandorf erzielte an seinem 27. Geburtstag auch prompt sein erstes Tor zum 3:6. Aber es blieb dabei, Grosswallstadt blieb vorerst spielbestimmend. In der 15. Minute brachte Mudrow Carsten Lichtlein für den bis dahin glücklosen Martin Galia ins Tor. Lichtlein zeigte sich auch sofort hellwach, konnte da 4:9 durch Kneer im Nachwurf allerdings auch nicht verhindern. Kraus kam im Angriff wieder für Ilyés, aber das Angriffsspiel stockte weiterhin, die letzte Entschlossenheit in den Aktionen fehlte.
In der 22. Minute traf Glandorf mit einem schönen Wurf rechts unten in die Ecke zum 7:10, der TBV wirkte nun zumindest wesentlich entschlossener, aber die Chancenverwertung passte immer noch nicht, die Wurfauswahl aus dem Rückraum war oftmals zu fahrlässig. Da allerdings auch der TVG ins Stocken geraten war, nahm Michael Biegler seine Auszeit, die Hallenuhr blieb bei 24:24 Minuten stehen. Mehrfach hatte der TBV die Möglichkeit, auf 8:10 heranzukommen, in der 28. Minute war es dann endlich Preiß, der nach schönem Anspiel von Strobel traf. Lichtlein bot eine bärenstarke Leistung und dann jagte Glandorf den Ball sensationell in den linken Winkel, der TBV war beim 9:10 (28.) dran.
Dann kam auch ein bisschen Pech dazu, Kraus traf nur den Pfosten, Grosswallstadt versuchte die Zeit bis zur Pausensirene noch auszuspielen, doch die TBV-Abwehr ließ keinen Gegentreffer mehr zu. Mit 9:11 ging es in die Kabinen, der schwache Start und zu die teilweise fehlende Konsequenz im Angriff brachten den TBV um ein besseres Ergebnis.
Der TBV spielte zu Beginn der zweiten Halbzeit unverändert weiter, Glandorf traf unverändert weiter, sein Tor brachte den TBV auf 10:11 (31.) heran. Und das Geburtstagskind legte sofort nach, trocken schlug sein Stemmwurf links unten zum 11:11 ein. Dann hatte er allerdings Pech mit einem Pfostenwurf, der TVG nutzte seine Chancen wieder konsequent und legte in der 36. Minute durch Kneer wieder bis auf 11:14 vor.
Schmetz und Svavarsson waren mittlerweile in die Partie gekommen, und beide Spieler hielten mit jeweils einem Tor den TBV im Rennen. Das Spiel war nun ausgeglichen, Grosswallstadt tat sich zwar schwer gegen die TBV-Abwehr, fand aber zunächst immer wieder eine Wurfgelegenheit. Schmetz war beim 15:16 (40.) erneut per Gegenstoß zur Stelle, die nächste starke Parade von Lichtlein ermöglichte die Chance zum erneuten Ausgleich: Und Glandorf nutzte sie einmal mehr in unnachahmlicher Manier. Aber so wie der TBV wieder herangekommen war, so schnell schien er wieder ins Hintertreffen zu geraten. Wobei die völlig unangemessene Zeitstrafe gegen Kraus (43.) dem TVG voll in die Karten spielte. Doch der TBV fightete, hielt den Anschluss und Kraus traf bei fünf gegen fünf in der 47. Minute zum 19:19. Grosswallstadt legte wieder vor, aber Glandorf war einfach nicht zu stoppen, sein Geschoss bescherte das 20:20 (48.), das Spiel war mittlerweile völlig ausgeglichen.
Bei den Hausherren stand nun Rominger im Tor, nachdem Andersson seine starke Leistung vom Beginn der Partie nicht konservieren konnte. Neun Minuten vor Ende der Partie war Grosswallstadt wieder im Vorteil, Rominger kaufte dem TBV-Angriff drei Würfe in Folge ab und Tiedtke traf zum 20:23. Und erneut bäumte sich der TBV auf, Strobel und Schmetz zogen zum 22:23 (54.) nach. Und Strobel übernahm die Verantwortung – 23:23 (56.). Michael Biegler nahm nach 55:51 Minuten seine Auszeit, der TBV hatte psychologisch vermeintlich zu diesem Zeitpunkt die besseren Karten auf seiner Seite, auch wenn noch keine einzige Führung während der gesamten Spielzeit zu Buche stand.
Selbige besorgte kurz danach Glandorf, nachdem Lichtlein zuvor einmal mehr toll gehalten hatte. Der TBV schien gut zwei Minuten vor Schluss auf die Siegerstraße eingebogen zu sein. Doch ein Zeitstrafe gegen Ilyés nutzte der TVG durch Kneer geschickt aus (24:24, 59.). Das Spiel war längst nichts mehr für schwache Nerven, ein technischer Fehler des TBV brachte den TVG in Ballbesitz, der Ball lief bis auf Spatz, der von rechts außen die Nerven gegen Lichtlein behielt. Volker Mudrow nahm seine Auszeit, 17 Sekunden waren noch zu spielen. Schmetz kam als sechster Feldspieler in die Partie, Lichtlein räumte das Tor. Aber es sollte nicht mehr reichen, erneut folgte ein misslungenes Kreisanspiel, der TBV musste in eine ärgerliche Niederlage einwilligen, nachdem man kurz vor Ende der Partie noch alle Trümpfe in der Hand zu halten schien.