Am Ostersonntag geht der TBV mit einem Sieben-Tore-Vorsprung in das Rückspiel im EHF-Cup-Viertelfinale. Aber Holger Glandorf warnt - er weiß warum.
Gegen CAI BM. Aragon verschaffte sich der TBV Lemgo am vergangenen Samstag eine gute Ausgangsposition, um in Saragossa den Einzug in das Halbfinale des EHF-Cups perfekt zu machen. 30:23 hieß es am Ende einer über weite Strecken sehr guten Partie des TBV, doch am Ostersonntag um 19 Uhr werden die Karten neu gemischt.
"Wir fangen in Spanien bei Null an, es wäre ein riesiger Fehler, sich auf dem vermeintlichen Polster von sieben Toren auszuruhen", blickt Holger Glandorf voraus. Und er weiß, wovon er spricht. In der Saison 2007/2008 traf Glandorf mit der HSG Nordhorn (gemeinsam mit Daniel Kubes) im Halbfinale des EHF-Cups auf Aragon, das Hinspiel im riesigen Stadion Pabellon Principe Felipe ist ihm noch in guter Erinnerung: "Die Halle war zwar nicht ausverkauft, aber die 8.000 Zuschauer haben einen höllischen Lärm gemacht. Wie man das von den Spaniern kennt, wurde jede Entscheidung der Schiedsrichter gegen die eigene Mannschaft mit Pfiffen begleitet, das ist schon sehr emotional in der Halle. Da müssen wir von der ersten Minute an hellwach sein."
Mit 25:26 unterlag die HSG damals im Hinspiel, drehte den Rückstand im zweiten Spiel jedoch souverän, Glandorf überragte damals sowohl im Hinspiel mit 9 sowie im Rückspiel mit 12 Toren. Die sieben Tore Vorsprung aus dem Hinspiel in der Lipprelandhalle sind für ihn keinesfalls ein Ruhekissen. "Uns erwartet ein heißer Tanz. Wenn wir nicht aufpassen, kann der Rückstand zur Pause schnell mal vier Tore betragen und dann kippt so eine Begegnung in dieser hitzigen Atmosphäre im zweiten Durchgang ganz schnell vollends", warnt Glandorf.
Im Ligaspiel gegen Grosswallstadt warf er sich mit neun blitsauberen Toren schon einmal auf Aragon ein, auch wenn ihm weniger Tore auf dem eigenen Konto und ein Sieg beim TVG wesentlich lieber gewesen wäre. Gegen Aragon dürfen es aber auch gerne mehr Tore und ein Weiterkommen sein.
Für eine Besichtigung der "wirklich sehr schönen Stadt Saragossa", so Holger Glandorf, haben die TBV-Profis indes kaum Zeit, ist der Terminplan doch fast absolut dicht. Am Samstagmorgen um 4 Uhr geht es mit dem Bus Richtung Düsseldorf, am frühen Nachmittag kommt die Mannschaft in Saragossa an, um 18 Uhr bittet Volker Mudrow seine Profis bereits zum Training in den Pabellon. Der Sonntag steht natürlich komplett im Zeichen des Spiels und am Montagmorgen geht es bereits um 7 Uhr mit dem Flieger via Madrid zurück nach Frankfurt und von dort mit dem Bus nach Lemgo.
Zeit für ein bisschen Feiern sollte - nach einer konzentrierten Leistung am Sonntag - aber dennoch zu finden sein.