Am Sonntag erwartet den TBV Lemgo in Logrono gegen Naturhouse La Rioja im EHF-Cup-Halbfinale ein heißer Tanz.
Den TBV-Profis fiel ein dicker Stein vom Herzen, als die Nachricht die Runde machte, dass die Anreise nach Spanien nun doch per Flieger stattfinden wird. Die Busreise mit Zwischenstopp in Orleans in Frankreich wäre alles andere als eine ideale Vorbereitung gewesen, doch die Regularien der EHF hätten keine andere Wahl gelassen. Das Spiel hat unter allen Umständen stattzufinden, egal wie die Anreise erfolgt - so die Ansage des europäischen Verbandes. Nach einem abschließenden Telefonat mit der Fluggesellschaft am Donnerstagvormittag gab TBV-Manager Volker Zerbe dann allerdings doch grünes Licht. Die Mannschaft startet somit am Samstag um 6.30 Uhr vom Betriebshof Kliewe mit dem Bus Richtung Düsseldorf, der Flieger landet kurz vor 14 Uhr in Bilbao, von dort geht es mit dem Bus ins etwa 140 Kilometer entfernte Logrono.
Allerdings bleiben noch ein ein paar Unwägbarkeiten. Aus welchen Gründen auch immer konnte Naturhouse La Rioja dem TBV lediglich eine Trainigszeit um 20.30 Uhr zur Verfügung stellen, vielleicht schwang bei den Gastgebern die Sorge mit, dass der TBV noch eine Runde durch die ortsansässigen Bodegas drehen wolllte, um den weltberühmten Rioja-Wein zu testen. Die Sorge wäre unbegründet gewesen, mutet jedoch auf den ersten Blick seltsam an.
Trainer Volker Mudrow beschäftigen diese Nebenkriegsschauplätze recht wenig, gilt es doch, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 2. Mai um 17 Uhr in der Lipperlandhalle zu schaffen. Dabei kann er auf den vollen Kader zurück greifen, lediglich Logi Geirsson wird wie im Viertelfinale gegen Aragon nicht den Weg mit nach Spanien antreten. TBV-Manager Volker Zerbe sieht eine gute Chance in Logrono, warnt aber vor dem Gegner, auch wenn dieser vom Namen her recht unbekannt erscheint: "La Rioja hat eine sehr spielstarke Mannschaft, in der Halle ist es laut, die Zuschauer sind enthusiastisch und wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein. Große Namen fehlen bei La Rioja, die Stärke liegt in der mannschaftlichen Geschlossenheit, die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Verein noch Großes vorhat."
In der Tat entwickelt sich der Verein aus der Hauptstadt der Provinz La Rioja rasant nach oben. 2006 stieg der Verein - damals noch als CB Ciudad de Logrona in die Liga Asobal auf, in dieser Saison rangiert das Team bereits auf Platz sechs der Tabelle und steht in der ersten Europapokalsaison sofort im Halbfinale. Mit dem potenten Sponsor Naturhouse, einer Franchisekette für Diät und Ernährung, will man in den kommenden Jahren in der Liga ganz oben anklopfen. Im 3851 Zuschauer fassenden Palacio de los Deportes hat La Rioja eine für den Gegner unangenehm zu spielende Heimspielstätte, die jedem Gegner durch die besondere Atmosphäre das Leben schwer machen kann.
"Wir müssen uns eine gute Ausgangsposition verschaffen, damit der Druck im Rückspiel auf den Spaniern liegt. Wir dürfen uns möglichst keine Schwächephase erlauben, aber ich bin mir sicher, dass jeder Spieler dies längst verinnerlicht hat und mit der entsprechenden Einstellung in dieses Spiel gehen wird. Ein europäisches Finale ist ein absolutes Highlight, das sich kein Spieler entgehen lassen will", nimmt Zerbe das Team in die Pflicht.
Für das Rückspiel am 2. Mai um 17 Uhr gibt es noch Karten (wie im Viertelfinale vergünstigt) in allen Kategorien.
Zerbe hofft wie die gesamte Mannschaft auf eine volle Lipperlandhalle: "Die Atmosphäre in einer vollen Lipperlandhalle ist einmalig und wird der Mannschaft den nötigen Schub geben. Von daher hoffen wir alle auf die Unterstützung unserer treuen Fans, um gemeinsam mit dem Erreichen des Finales an der Lipperlandhalle das Maiwochenende mit einer weiteren Feier ausklingen lassen zu können."