Nach einer reibungslosen Anfahrt hatte der TBV am späten Abend die erste Trainingsmöglichkeit. Der Trainer der Spanier bleibt bescheiden.
Aus dem Horrorszenario 25 Stunden Busreise nach Logrono wurde zwar keine entspannte, aber reibungslose Anreise. Per Flieger ging es von Düsseldorf am Samstagvormittag nach Bilbao, von dort mit einem hochmodernen, gerade einmal 15 Tage jungen Reisebus weiter. Dass die Klimaanlage des Gefährts streikte war angesichts der frühsommerlichen Temperaturen alles andere als eine Erleichterung, aber Sebastian Preiß und Co. nahmen es gelassen.
Dass die Trainingseinheit erst um 20.30 Uhr im Palacio de los Deportes stattfinden konnte, war dann schon eher ein Ärgernis, zuvor war die Heimmannschaft auf dem Parkett der durchaus beeindruckenden Halle. Der größte Teil der Tribüne ist in einem Halbrund angeordnet, die Sitzreihen gehen steil nach oben, es ist verhältnismäßig dunkel und die maximal 3.851 Zuschauer befinden sich dicht am Geschehen.
Jesus Javier Gonzalez, Trainer von Naturhouse La Rioja, verblüfft dann allerdings mit der Aussage, dass das Publikum in Logrono eher zu den leiseren Vertretern der Fankultur gehören würde, allerdings erwartet er angesichts des Halbfinales schon "eine besondere Stimmung". Auch sonst wirkt der 38-jährige Coach von Naturhouse sehr bescheiden: "Der TBV ist eine bekannte Größe bei uns in Spanien, die Mannschaft ist sehr stark besetzt, der Verein hat eine große Vergangenheit und ist sehr gut aufgestellt."
Angesprochen auf die Chancen seiner Mannschaft kommt Gonzalez zumindest ein bisschen aus sich heraus: "Der TBV ist sicherlich besser besetzt und der Favorit. Aber meine Mannschaft zeichnet aus, dass sie niemals ein Spiel vor dem Abpfiff verloren gibt und wir werden alles daran setzen, vor unserem Publikum ein gutes Spiel zu zeigen." Dabei weiß Gonzalez bei Chancen und ihrer Bezifferung eigentlich bestens Bescheid. 10 Jahre lang war er bei Valladolid aktiv, unter anderem auch als Co-Trainer, allerdings hatte er im Hauptberuf einen Job als Mathematik-Dozent an der Universität inne. Für den Handball krempelte er sein gesamtes Leben um und ist nun im dritten Jahr als Chefcoach in Logrono aktiv.
TBV-Trainer Volker Mudrow ließ seine Mannschaft noch über eine Stunde trainieren, die Stimmung war schon sichtlich angespannter als noch im Viertelfinale in Saragossa, man merkt der Mannschaft an, dass sie ihre Chance im Hinspiel konsequent nutzen möchte. Dennoch herrscht Vorfreude, dass es nun bald losgehen kann.
Ein gutes Omen gab es bereits vor dem eigentlichen Training. Das obligatorische Fußballspiel Alt gegen Jung endete einmal mehr mit einem Sieg der Routiniers (so wie in Saragossa). Dass das entscheidende 1:0 von Manager Volker Zerbe kam, kann nur als i-Tüpfelchen auf dem Omen angesehen werden.