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jugendzertifikat 2010

Schwere Hypothek für das Rückspiel

TBV leistet sich zu viele Fehler gegen La Rioja

Nach einer guten Anfangsphase bringt sich der TBV selbst in Zugzwang und unterliegt gegen Naturhouse La Rioja mit 25:30 (11:13).

"Im Rückspiel muss die Lipperlandhalle brennen, damit wir diesen Rückstand umbiegen können", brachte es TBV-Manager Volker Zerbe nach dem Spiel auf den Punkt. Im Hexenkessel von Logrono hatte der TBV zuvor seine eigenen Chancen nicht genutzt und Naturhouse La Rioja selbst in eine gute Ausgangslage gebracht. Fakt ist: Der TBV braucht eine konzentrierte Leistung und vor allem seine Fans, will er die Fünf-Tore-Hypothek noch umbiegen. 

Volker Mudrow startete in das Hinspiel im EHF-Cup mit Martin Galia im Tor, hinzu kamen Jens Bechtloff, Michael Kraus, Martin Strobel, Holger Glandorf, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß. Bechtloff und Kraus wechselten fast schon wie gewohnt mit Daniel Kubes und Ferenc Ilyés in der Abwehr. La Rioja begann mit einer sehr offensiven Deckung, Kehrmann wurde jedoch gleich im ersten angriff mustergültig frei gespielt und traf zum 1:0, Kraus legte ins rechte untere Eck zum 2:0 (2.) nach. Die Spanier fanden nur schwer ins Spiel, Rodriguez traf beim 2:1(4.) erstmals für die Gastgeber. Aber der TBV nutzte jede kleien Schwäche der Gastgeber, Kraus per Siebenmeter und Bechtloff mit einem schönen Wurf von Linksaußen brachten den TBV mit 4:1 (5.) in Front. Wirkliche Gefahr ging im Angriff von den Spaniern zunächst fast nur über den bulligen Kreisläufer Rodriguez aus, der in der 7. Minute auch das dritte Tor der Spanier (4:3) erzielte.

Die Stimmung im Palacio de los Deportes war sehr emotional, der Geräuschpegel wirklich enorm. Der TBV leistete sich nach der wirklich guten Anfangsphase im Angriff mit einem Mal einige Abschlussschwächen, La Rioja nahm dankend an und Amargant traf beim 5:5 (10.) erstmals zum Ausgleich, Vigo brachte sein Team beim 5:6 sogar in Führung – der TBV war von der Rolle, warf Lorger im Tor der Spanier ein ums andere Mal zum Helden. Preiß war anschließend zum 6:6 (13.) erfolgreich, der TBV spielte nun zwar im Angriff geduldiger, allerdings legte La Rioja zunächst weiter vor, die klare Linie im TBV-Spiel fehlte nach wie vor. Mitte der ersten Halbzeit kam Rolf Hermann für Glandorf ins Spiel, Kraus wechselte auf die Mitte, Strobel in den linken Rückraum.

Mit einer Weltklasseparade bewahrte Galia in der 18. Minute den TBV vor dem ersten Zwei-Tore-Rückstand, Preiß saß zu diesem Zeitpunkt für zwei Minuten draußen. Strobel mit einem Gewaltwurf in den linken Winkel glich zum 9:9 (19.) aus, dann musste jedoch umgehend Kubes für zwei Minuten vom Feld, die nächste kritische Phase bahnte sich an. La Rioja wirkte mittlerweile selbstbewusst, glich die spielerischen Defizite mit Emotionen und Leidenschaft aus. Kehrmann „klaute“ sich in der Unterzahl den Ball, sein Gegenstoß brachte mit dem 10:10 erneut das Unentschieden. Danach erhielt er ein erste Pause, Schmetz kam für ihn in die Begegnung (21.).

Es war nun ein Auf und Ab, Preiß brachte den TBV mit 11:10 in Front, Galia war erneut zur Stelle, aber dann folgte einmal mehr ein einfachster technischer Fehler, der TBV hätte die Partie gut und gerne beherrschen können, brachte sich selbst aber immer wieder aus dem Tritt. So war es nicht verwunderlich, dass nach dem nächsten „weggeworfenen“ Ball La Rioja wieder in Führung hätte gehen können. Nun folgte aber hüben wie drüben totale Verunsicherung, technische Fehler im Sekundentakt , so dass Volker Mudrow nach 25:45 gespielten Minuten und dem Stand von 11:11 sein Team zur Auszeit bat.

Was folgte waren jedoch die nächsten Ballverluste, ein verworfener Gegenstoß und das 11:12 für La Rioja. Nach 28:56 Minuten nahm Rioja-Coach Gonzalez seine Auszeit im ersten Durchgang, zuvor hatte der nächste technische Fehler sein Team wieder in Ballbesitz gebracht. Der TBV hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon einfachste Fehler für drei Spiele produziert. Die Spanier waren im Angriff nicht wesentlich besser, aber die nächste Großchance zum Ausgleich für den TBV scheiterte einmal mehr an Lorger im Rioja-Tor. Der 11:13-Rückstand zur Pause war aufgrund der zahlreichen technischen Fehler ebenso verdient wie unnötig, war der Gegner doch vom Vermögen her sicherlich unterlegen. Aber der TBV schaffte es nach der wirklich guten Anfangsphase nicht, sein Potenzial gegen die sehr offensive Deckung der Spanier auch nur annähernd zur Geltung zu bringen und ließ zudem etliche Großchancen ungenutzt.

Nach der Pause fand der TBV wie schon in Durchgang eins besser in die Partie, Bechtloff und Preiß glichen zum 13:13 aus. Aber zur Wende reichte es zunächst nicht, La Rioja setzte sich wieder auf 15:17 (36.) ab, der TBV hatte nach wie vor eine viel zu hohe Fehlerquote, La Rioja ließ durch Vigo das 15:18 (37.) folgen, erneut Vigo machte mit dem 15:19 nur eine Minute später die Halle vollends zum Hexenkessel. Nach dem 16:20 (40.) kam Ilyés in den linken Rückraum, in dieser Phase war es jedoch zunächst Glandorf, der mit zwei Toren in Folge den TBV im Spiel hielt, ehe Ilyés beim 18:20 (41.) den Abstand weiter verkürzte. Der TBV bäumte sich endlich sichtbar auf, kämpfte verbissen, hielt voll dagegen. Aber der mittlerweile ins Tor gekommen Lichtlein musste beim 18:21 (43.) den nächsten Treffer hinnehmen, beim 18:22 war La Rioja schon wieder auf vier Tore enteilt.

Tamas Mocsai kam in der 45. Minute beim 19:22 in die Partie, es war dringend eine ordnende Hand nötig, die Spanier hatten die Begegnung mittlerweile wieder im Griff, der TBV war im Angriff einfach nicht zwingend genug, ließ sich durch die offensive Deckung viel zu sehr heraus drängen, die Fehlwurfquote blieb weiter viel zu hoch. Mocsai wechselte in der 49. Minute in den rechten Rückraum, Kraus kam auf die Mittelposition. Ilyés brachte den TBV beim 21:23 (50.) einmal mehr in Reichweite, die Spnaier hatten ihre Chance zu einer Fünf-Tore-Führung verpasst, blieben aber insgesamt das konsequentere Team. Die nächste Großchance nach einem tollen Anspiel von Mocsai an den eingelaufenen Kraus endete an Lorger und schon war La Rioja wieder auf 21:25 (52.) davongezogen.

Der TBV musste jetzt kämpfen, Kraus traf zum 22:25 (52.), aber nun bot die Deckung den Gastgebern unglaubliche Freiräume. Svavarsson löste Preiß am Kreis ab, Mocscai erzielte das 23:26 (53.), aber es war weiterhin keine Wende in Sicht. Tioumentsevs Schlagwurf zum 23:27 war das beste Beispiel, der TBV brachte La Rioja immer wieder in den Vorteil. Beim 24:28 nahm Mudrow seine Auszeit in der zweiten Halbzeit, die Hallenuhr zeigte 55:56 gespielte Minuten, die Zuschauer standen geschlossen und feierten ihre Mannschaft. Diese hatte bis dahin zwar keineswegs eine überzeugende Leistung gebracht, aber die Schwächen im TBV-Spiel konsequent ausgenutzt und durch eine leidenschaftliche Deckung überzeugt.

Und beim 24:29 (58.) war La Rioja dann doch auf fünf Tore davongezogen, zuvor war Lorger einmal mehr Sieger gegen den TBV-Angriff geblieben. Mocsai legte für den TBV nach, aber umgehend schlug es erneut hinter Lichtlein ein (25:30, 59.). Die tschechischen Unparteiischen pfiffen in der letzten Minute passives Spiel gegen den TBV, so dass La Rioja die Chance auf eine Sechs-Tore-Führung hatte, aber Lichtlein war zunächst zur Stelle. Gonzalez legte nach 59:43 gespielten Minuten seine grüne Karte auf den Zeitnehmertisch.

Der letzte Angriff endete jedoch zum Glück an Carsten Lichtlein, eine Zeitstrafe gegen Daniel Kubes praktisch mit dem Schlusspfiff ließ das spanische Gemüt noch einmal überkochen. Die Niederlage war letztlich voll verdient, die Fehlerquote des TBV schlicht und einfach viel zu hoch. Nun gilt es im Rückspiel vor heimischem Publikum den Hebel umzulegen und mit Leidenschaft, Kampf und Emotionen den Fünf-Tore-Rückstand umzubiegen. Möglich ist dies nach der gezeigten Leistung der Spanier allemal, hatte der TBV die Gründe für die Niederlage doch nicht in der Stärke des Gegners, sondern den eigenen Fehlern an diesem Nachmittag in Logrono zu suchen.

Die Stimmen zum Spiel:

Volker Mudrow: Wenn man das Spiel analysieren will, dann muss man hinten beginnen. La Rioja ist der verdiente Sieger, sie waren der erwartet schwere Gegner, die fünf Tore Rückstand sind sehr viel, das wird sicherlich schwer, aber wir werden im Rückspiel um unsere Chance kämpfen. Wir haben recht gut begonnen, die Abwehr stand gut, aber wir haben dann einfach zu viele Chancen nicht genutzt und zu viele einfach Fehler produziert. In der zweiten Halbzeit war es das gleiche Bild, wir haben zu viele Fehler gemacht, sind zu oft an Lorger gescheitert. Zudem stand unsere Deckung am Ende nicht mehr gut, so dass es zu diesem Rückstand kam. Nun ist Halbzeit im Halbfinale, wir werden uns sammeln und im Rückspiel alles versuchen, um noch den Einzug ins Finale zu schaffen. Dafür müssen wir eine überragende Deckungsleistung bieten und unsere Torhüter müssen besser halten als in diesem Spiel. 

Jesus Javier Gonzalez: Wir haben ein sehr gutes Spiel in der Deckung gemacht und unser Torhüter war heute ein herausragender Rückhalt. Wir hatten sogar die Chance, uns noch weiter abzusetzen, haben unsere Chancen im Angriff dann leider nicht genutzt, aber dafür ist Lemgo einfach auch zu stark. Dieser Sieg ist eine tolle Sache für uns, aber wir haben noch nichts erreicht, wir haben nun eine gute Ausgangslage, aber das wird noch extrem schwer für uns in Lemgo. Wir sind heute aber zunächst einmal glücklich und stolz, wir haben über 60 Minuten leidenschaftlich gespielt und sind dafür belohnt worden.