Bei den Rhein-Neckar Löwen unterliegt der TBV mit 27:29 (13:17), muss phasenweise auf zwei Leistungsträger verzichten und bangt um Michael Kraus.
Der TBV fand mit der Aufstellung Lichtlein, Kehrmann, Glandorf, Strobel, Kraus, Bechtloff und Preiß gut in die Partie. Das 1:0 durch Glandorf konterten die Löwen zwar zum 1:2, doch der TBV legte seinerseits wieder zum 3:2 vor. Michael Kraus musste nach einer unglücklichen Aktion von Bielecki zunächst verletzt vom Feld, für ihn kam Ilyés in den linken Rückraum. Die erste Diagnose war niederschmetternd, ein Rippenbruch stand als Verletzung im Raum, wurde in der Halbzeit bestätigt und somit wird der Nationalspieler mit Sicherheit auch am Sonntag (17 Uhr) gegen Naturhouse La Rioja fehlen.
In Überzahl gingen die Löwen dann in der 9. Minute ihrerseits beim 3:4 in Führung, es war in den ersten Minuten ein hin und her. Beim 3:5 durch Myrhol, ebenfalls noch in Überzahl, waren die Löwen erstmals mit zwei Toren in Front, nach einem technischen Fehler kam Stefansson per Gegenstoß sogar zum 3:6 (11.).
Aber der TBV war nicht gewillt, sich frühzeitig abhängen zu lassen, kämpfte mit aller Macht und in der 13. Minute brachte Preiß den TBV beim 6:7 wieder heran, Glandorf netzte in der 14. Minute rechts unten zum 7:7-Ausgleich ein. Im Angriff produzierte der TBV jedoch ein paar leichte Fehler zu viel, so dass die Löwen immer wieder vorlegen konnten. Mitte der ersten Halbzeit löste Hermann beim Stand von 7:9 im rechten Rückraum ab, Glandorf musste ebenso behandelt werden, sein Knöchel wurde getapt, die Gastgeber nutzten die Gunst der Minute und gingen wieder mit 7:10 (16.) in Führung. Das 7:11 durch Gensheimer per Siebenmeter war die erste Vier-Tore-Führung der Löwen.
Svavarsson war mittlerweile für Preiß ins Spiel gekommen, Hermann legte beim 8:11 nach, der TBV musste aufpassen, dass der Abstand nicht zu groß wurde. In der nächsten Überzahl, Ilyés musste vom Feld, kam Mocsai auf die Mittelposition, in der 22. Minute brachte Svavarsson nach einem tollen Anspiel von Bechtloff den TBV auf 10:12 heran. Ola Lindgren nahm seine Auszeit, 22:04 Minuten waren gespielt. Bis zur Halbzeit konnte sich sein Team dann wiederum bis auf vier Tore absetzen, der TBV versäumte es, seine Chancen konsequent zu nutzen, so dass die Löwen sich bis auf 13:17 absetzen konnten.
Nach der Pause konnten die Löwen gleich vorlegen, der TBV blieb aus dem Rückraum zu drucklos, konnte aber zunächst den Rückstand konstant halten. Allerdings zogen die Hausherren zunächst dann doch bis auf 16:21 davon. Galia kam für Lichtlein ins Tor, sein Traumpass auf Schmetz bescherte zumindest wieder das 17:21 (37.). Und Bechtloff legte nach einer weiteren starken Parade von Galia zum 18:21 nach. Dann folgte eine freundlichst ausgedrückt schwer nachvollziehbaren Zeitstrafe gegen Kubes durch Schaller/Wutzler, die wohl nach zig Videostudien immer noch nicht wissen werden, warum sie Kubes vom Feld schickten.
Nichts desto trotz lief allerdings beim TBV selbst zu wenig im Angriff, die Durchschlagskraft fehlte, auch die Einwechslung von Glandorf konnte zunächst keine Wende bringen. Bis zur 44. Minute waren die Löwen wieder bis auf 18:24 enteilt. Aber nach wie vor kämpfte der TBV um seine Chance, auch wenn der Ausfall von Kraus nachhaltig Auswirkungen zeigte. In der 47. Minute traf Glandorf zum 21:25, Bechtloff verkürzte anschließend sogar zum 22:25. Die Chance, auf zwei Tore zu verkürzen, wurde zwar vergeben, aber Löwen-Trainer Lindgren legte dennoch seine grüne Karte auf den Zeitnehmertisch (48:47 Minuten).
Dennoch blieb der TBV zunächst weiter in Reichweite, Schmetz verkürzte vom Siebenmeterpunkt auf 23:26 (50.), Manojlovic musste zudem für zwei Minuten vom Feld. Dann folgte jedoch das nächste Geschenk für die Hausherren, Gensheimer verwandelte weiterhin extrem sicher von der Siebenmetermarke (23:27). Schmetz traf erneut vom Punkt, der Drei-Tore-Rückstand hatte Bestand, Bielecki traf bei angezeigtem Passivwarnzeichen und in Unterzahl zum 24:28 (56.), die Vorentscheidung war gefallen. Der TBV scheiterte in dieser Phase zudem ein ums andere Mal am guten Henning Fritz, dem die Würfe der TBV Angreifer allerdings auch immer wieder zu Gute kamen.
Bis zum Schlusspfiff konnte der TBV, der kurz vor Schluss nach einer erneuten Zeitstrafe gegen Ilyés erneut in Unterzahl spielen musste, den Rückstand zumindest noch minimieren, das 27:29 war am Ende sicherlich ein verdienter Sieg der Löwen, dennoch bleibt die Frage, wie es mit der individuellen Klasse eines Mimi Kraus ausgegangen wäre. Schwerer wiegt jedoch die bange Frage, wie der Ausfall am Sonntag ab 17 Uhr im EHF-Cup-Rückspiel gegen Naturhouse La Rioja zu kompensieren sein wird.