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jugendzertifikat 2010

Auf in die Schweiz

TBV zieht ins EHF-Cup-Finale ein

Der TBV Lemgo biegt den Fünf-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel um und zieht mit einem 34:26 hochverdient in das Finale des EHF-Cups ein. Dort wartet Schaffhausen.

Der TBV begann die Aufholjagd mit Martin Galia im Tor, hinzu kamen Jens Bechtloff, Michael Kraus, Martin Strobel, Holger Glandorf, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß. In der Abwehr kamen Daniel Kubes und Ferenc Ilyés für Strobel und Kraus. Marc Amargant traf für die Gäste zum 0:1, die erwartet offensiv deckten und den TBV unter Druck setzen wollten. Die 4.861 Zuschauer in der restlos ausverkauften Lipperlandhalle waren von der ersten Sekunde an voll dann, bejubelten bereits das 1:1 durch Glandorf frenetisch. La Rioja begann überraschend ohne Alexander Tioumentsev, der im Hinspiel noch bester Werfer der Spanier gewesen war.

Die TBV-Deckung präsentierte sich ähnlich wie eine Woche zuvor in den Anfangsminuten sehr gut aufgestellt, die schwedischen Schiedsrichter zeigten in den ersten vier Angriffen der Spanier bereits zweimal das passive Vorwarnzeichen. Aber La Rioja spielte weiter ruhig seinen Streifen herunter, glich in der 5. Minute zum 3:3 aus, ging beim 3:4 (6.) sogar wieder in Führung, aber der TBV kämpfte. Glandorf und Bechtloff erhöhten binnen einer Minute auf 5:4, der TBV hatte dann sogar die Chance, sich erstmals auf zwei Tore abzusetzen. Und diese nutzte Kraus konsequent vom Siebenmeterpunkt gegen Lorger im Gäste-Tor zum 6:4 (10.). Kehrmann per Gegenstoß erhöhte auf 7:4 (10.), der TBV war auf einem guten Weg.

La Rioja hielt nach wie vor gut dagegen, Glandorf mit seinem vierten Treffer war zum 8:5 erfolgreich, dann musste allerdings Preiß für zwei Minutem vom Feld. Doch Kubes stiebitzte sich den Ball, ging auf und davon und traf zum 9:5 (13.). Aber La Rioja bleib nach wie vor ruhig, verkürzte in der Überzahl auf 9:7, doch in der 14. Minute war der TBV wieder auf 11:7 enteilt. Galia parierte anschließend glänzend gegen den bulligen Romero vom Kreis und Kraus holte auf der Gegenseite den nächsten Siebenmeter heraus, den er eiskalt verwandelte. Das 12:7 egalisierte somit erstmals den Rückstand aus dem Hinspiel, allerdings schickten Hakansson/Nilsson in der 17. Minute Preiß bereits zum zweiten Mal für zwei Minuten vom Feld.

La Rioja vergab die Chance, auf drei Tore zu verkürzen, stattdessen legte Strobel in Unterzahl zum 13:8 nach. Svavarsson füllte anstelle von Preiß auf, Strobel ließ in der 20. Minute das 14:9 folgen, der Vorsprung pendelte ständig um die nötigen fünf Tore aus dem Hinspiel herum.

Nachlässigkeiten nutzten die Spanier jedoch umgehend aus, der erneut starke Tioumentsev brachte sein Team wieder auf 14:11 (24.) heran, das Kraus jedoch mit einer schönen Einzelleistung entschlossen konterte. Das Auf und Ab setzte sich fort und so warf Kehrmann beim 16:11 (26.) den TBV wieder zum virtuellen Ausgleich. 26:35 Minuten waren gespielt, als Gästetrainer Jesus Javier Gonzalez seine Auszeit nahm, der TBV führte mit 17:12. Galia entschärfte den nächsten hundertprozentigen Wurf gegen Romero und dann war es erstmals soweit: Strobel legte den Ball schön über Lorger zum 18:12 (29.) ins Netz. La Rioja hielt zwar weiter dagegen, wirkte aber insbesondere in der Abwehr längst nicht mehr so sicher wie zu Beginn, Kraus traf zum 19:13 (30.), der TBV war die spielbestimmende Mannschaft und Svavarsson netzte kurz vor der Halbzeitsirene zum 20:13 ein, die Zuschauer verabschiedeten ihren TBV mit Standing Ovations in die Kabine.

Der TBV startete in unveränderter Aufstellung in die zweite Halbzeit, Svavarsson blieb nach wie vor am Kreis, Strobel traf mit dem ersten Angriff gleich zum 21:13 (32.), wirkte hoch konzentriert und ließ keine Zweifel daran aufkommen, welche Mannschaft in das Finale einziehen würde. Beim 22:14 war fast schon eine Vorentscheidung möglich, aber ein technischer Fehler ließ die in Unterzahl spielenden Spanier zum 22:15 verkürzen, das anschließende 22:16 (36.) durch Tioumentsev brachte La Rioja wieder ins Spiel. Nicht zu stoppen war allerdings Holger Glandorf, der beim 23:16 bereits sein siebtes Tor erzielte. Kraus legte zum 24:16 (38.) nach, der TBV hatte sich schnell wieder gefangen, die Zuschauer feuerten ihr Team frenetisch an. Der eingewechselte Aguinagalde im Rioja-Tor war zwar in dieser Phase ein starker Rückhalt der Gäste, allerdings stand ihm Galia auf der Gegenseite in keiner Weise nach.

Die starke Abwehr vor dem starken Tschechen machte La Rioja das Leben zusehends schwerer, der TBV musste „lediglich“ seine Chancen im Angriff konsequent nutzen. Die Tür zum Finale stand weit offen, Kehrmann schob sie beim 25:16 (41.) sogar noch ein Stück weiter auf. Eine sensationelle Parade von Galia gegen Vigo in Unterzahl brachte die Halle zum Kochen, der Ball war von der Kategorie „unhaltbar“ gewesen. Ilyés tankte sich in der gleichen Unterzahl schön durch, beim 26:16 war der TBV erstmals auf 10 Tore enteilt, beherrschte den Gegner in allen Belangen.

Gästetrainer Gonzalez sah sich beim 27:17 (44:10 Minuten) gezwungen, seine Auszeit zu nehmen, sein Team verlor kontinuierlich an Boden, schien nicht in der Lage, der Partie noch eine Wende geben zu können. La Rioja deckte in der Folge noch offensiver, aber Strobel legte zum 28:17 nach, die Vorentscheidung war gefallen. Selbst in Unterzahl war nach wie vor kein Nachlassen beim TBV zu sehen, Kraus traf per Hüftwurf zum 29:18 (47.).

La Rioja kämpfte unverdrossen weiter, aber auch das 29:20 (49.) gab nicht mehr den erhofften Schub, Kehrmann konterte mit einem tollen Heber zum 30:20. Die Szenen spiegelten sich stets wider, Galia spielte eine überragende Partie, im Angriff hielt der TBV den Druck weiter hoch, La Rioja konnte den Rückstand nicht entscheidend verkürzen. In der 54. Minute kam erstmals Tamas Mocsai in die Partie, Strobel erhielt seine wohlverdiente Pause, ansonsten hatte Mudrow noch keinen weiteren Wechsel vorgenommen. Mit dem Mut der Verzweiflung stemmte sich La Rioja noch einmal dem Aus entgegen, Svavarsson musste in der 55. Minute für zwei Minuten vom Feld, die Lopez provoziert hatte. Aber der TBV fing den nächsten Ball ab, spielte in Unterzahl Kraus herrlich frei, der das 33:23 markierte. La Rioja kam in der 58. Minute noch einmal auf 33:25 heran, doch nach dem nächsten Block in der Abwehr erhoben sich die Zuschauer bereits 90 Sekunden vor Ende von ihren Sitzen und feierten den Finaleinzug.

Dennoch legte Volker Mudrow nach 59:12 gespielten Minuten seine grüne Karte, Amargant hatte zuvor zum 33:26 getroffen. Das 34:26 durch Kehrmann, den die Spanier frei werfen ließen, beseitigte dann die letzten Zweifel. Der TBV steht nach 2006 erneut im Finale des EHF-Cups und trifft dort auf die Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz!

Jesus Javier Gonzalez: Heute hat Lemgo sehr schnell und konzentriert gespielt. Die Abwehr und der Torhüter waren sehr stark, aber auch im Angriff hat Lemgo gut gespielt. Wir haben im Gegensatz dazu heute sehr schwach gespielt, und unsere 5:1-Abwehr hat nicht die gleiche Wirkung gezeigt wie im im Hinspiel, deswegen haben wir verloren.

Volker Mudrow: Als erstes möchte ich mich beim Publikum bedanken. Die grandiose Unterstützung war heute ausschlaggebend für den Erfolg. Martin Galia hat überragend gehalten. Aber heute haben alle gut gespielt, es wäre falsch einen Spieler herauszuheben. Im Angriff haben wir unsere Chancen viel besser genutzt als im Hinspiel, so konnten wir so hoch gewinnen.