Nach 1996 und 2006 hat der TBV Lemgo am Sonntag um 15 Uhr zum dritten Mal in seiner Geschichte die Chance auf einen internationalen Titel.
1996 war es die Sensation schlechthin, als der TBV die damalige Übermannschaft von Teka Santander im Europapokal der Pokalsieger düpierte und den sicher in spanischer Hand geglaubten Pokal ins Lipperland mitnahm. 2006 im EHF-Cup setzte sich der TBV dann am Ende recht sicher gegen Frisch Auf Göpppingen durch und holte im zweiten Anlauf sogleich den zweiten Titel.
Nun wartet am Sonntag im Hinspiel des EHF-Cup-Finales 2010 mit den Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz ein echter Brocken auf die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow. Die eigene Erfahrung aus dieser Saison hat eine knappe Niederlage in Leon beim Champions League-Qualifikationsturnier auszuweisen, aber auch andere Bundesligisten haben sich an den Kadetten schon die Zähne ausgebissen.
Galt Frisch Auf Göppingen im Viertelfinale des EHF-Cups schon als Favorit gegen das Team um TBV-Neuzugang Manuel Liniger, so war die SG Flensburg-Handewitt im Halbfinale die sicher geglaubte Endstation für die Schweizer. Dachte man zumindest. Aber wie schon gegen Göppingen versank die Schweizersbildhalle auch im Rückspiel gegen Flensburg im orangen Freudentaumel. Nach einem 13:18-Rückstand drehten die Kadetten die Partie und schickten die SG nach der 30:31-Niederlage im Hinspiel mit einem 24:21-Sieg auf die bittere Heimreise.
"Die Ergebnisse der Kadetten sprechen für sich und in einem europäischen Finale gibt es auch keinen ausgemachten Favoriten mehr. Hier entscheidet die Tagesform und wer seine Nerven besser im Griff hat", äußert sich TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe vor dem Final-Hinspiel.
Dass dieses zunächst in der Lipperlandhalle stattfindet, sieht Zerbe nicht als Nachteil an: "Ich erwarte ohnehin zwei sehr enge Spiele, so dass dies nicht unbedingt ein Nachteil für uns ist. Wir haben die große Chance, vor eigenem Publikum einen ersten Schritt zum Gewinn des Cups zu machen und diese wollen wir natürlich auch nutzen."
Bei den Kadetten ragen in dieser Saison neben Torhüter Björgvin Gustavsson auch Rückraumspieler Mait Patrail und Regisseur Peter Kukucka ebenso heraus wie Linksaußen Manuel Liniger als Haupttorschütze. Jan Filip auf Rechtsaußen ist zudem ebenso eine feste Größe wie Kreisläufer Iwan Ursic und die Torgefährlichkeit aus dem rechten Rückraum durch Aleksandar Stojanovic hat der TBV in Leon selbst erfahren müssen. Alles in allem geben die Kadetten ein sehr homogenes Bild ab, die Mannschaft ist "ein ganz harter Brocken", wie Zerbe prophezeit.
Bei dem Unterfangen, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, setzt die Mannschaft auf die Unterstützung ihrer Fans. Michael Kraus brachte es nach dem Halbfinale bereits auf den Punkt: "Das war der absolute Wahnsinn, ich hoffe, wir können dies im Finale noch einmal toppen. Wir brauchen unsere Fans!"
Für das Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen am Sonntag um 15 Uhr in der Lipperlandhalle gibt es noch einige wenige Karten, die Tageskasse öffnet um 13.30 Uhr.