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jugendzertifikat 2010

Dritter internationaler Titel der Vereinsgeschichte

TBV triumphiert im EHF-Pokal

Eine knappe 28:30 (10:14)-Niederlage reicht dem TBV, um sich in der Addition gegen die Kadetten Schaffhausen klar durchzusetzen. Kraus steuert 12 Tore zum Erfolg bei.

In der extrem engen und beeindruckend lauten Schweizersbildhalle, die bis unter das Dach pickepacke voll war, startete der TBV in der Deckung mit Martin Galia im Tor, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés, Daniel Kubes, Vignir Svavarsson, Rolf Hermann und Florian Kehrmann. Im Angriff kamen Michael Kraus und Martin Strobel für Ilyés und Kubes in die Partie. Galia war sofort am ersten Wurf von Jan Filip dran, doch nach einem technischen Fehler im Angriff war es Kukucka, der für die Gastgeber zum 0:1 traf. Kehrmann traf nach einem Abpraller zum 1:1 (4.), dennoch merkte man beiden Seiten eine gewisse Nervosität an, es schien erneut kein Spiel der vielen Tore zu werden. Jedes Tor der Kadetten wurde frenetisch bejubelt, Hermann konterte jedoch zum 2:2 (7.) und dann musste Graubner die erste Zeitstrafe des Spiels absitzen, Hermann nutzte die nächste Chance zur ersten Führung (3:2, 8.).

Hermann war ohnehin der Mann der ersten Minute, beim 4:3 gelang ihm bereits sein dritter Treffer. Aber die Kadetten hielten voll dagegen, Liniger traf in der 10. Minute per Siebenmeter zum 4:5, das einmal mehr Hermann konterte. Ursic nach einem tollen Anspiel brachte die Kadetten wieder in Front, zudem musste Ilyés wegen Trikotziehens für zwei Minuten vom Feld. Die Kadetten nutzten die Chance umgehend zum 5:7, Svavarsson verkürzte zwar, aber Stojanovic stellte erneut die Zwei-Tore-Führung für die Hausherren her (6:8, 15.). Patrail legte eine knappe Minute später sogar zum 6:9 nach, der TBV musste aufpassen, den Rückstand nicht zu groß werden zu lassen.

Der nächste Fehlwurf bei angezeigtem Passivwarnzeichen folgte jedoch, der TBV wirkte nicht so präsent wie eine Woche zuvor. Carsten Lichtlein war zwischen die Pfosten für Galia gekommen, er war sofort zur Stelle gegen Patrail. Nun kam auch Glandorf für Hermann in den rechten Rückraum, das Spiel bot in dieser Phase auf beiden Seiten technische Fehler, die Nervosität war nach wie vor spürbar. Tamas Mocsai machte sich bereit, er sollte Fäden im TBV-Spiel nun ziehen, Kraus war unterdessen zum 7:9 (20.) erfolgreich.

Kubes sah in der 21. Minute eine Zeitstrafe, aber die Abwehr des TBV stand zunächst sicher, ließ keinen Treffer zu, stattdessen legte Kraus in Unterzahl zum 8:9 (22.) nach. In der 24. Minute war Lichtlein dann beim 8:10 gegen Starczan zur Stelle, entschärfte den Gegenstoß. Volker Mudrow zog dennoch sofort seine grüne Karte, im Angriff kam sein Team einfach nicht zum Zug, tat sich gegen die sehr kompakte Abwehr der Kadetten extrem schwer. Der nächste Angriff wurde prpompt auf den Punkt gespielt, aber Svavarsson scheitere am Pfosten, im Gegenzug traf Kukucka zum 8:11 (25.). Und die Nummer 4 der Kadetten traf nach dem nächsten TBV-Fehlwurf aus der zweiten Welle heraus zum 8:12, die Halle tobte. Der TBV stand nun zum ersten Mal richtig unter Druck...

Umso mehr als Gustavsson auch die nächste Großchance zunichte machte. Kadetten-Coach Hrachovec nahm seine Auszeit, es waren 26:15 Minuten zu diesem Zeitpunkt gespielt. Patrail scheiterte am Pfosten, der TBV musste nun dringend nachlegen. Aber erneut wurde im Angriff unkonzentriert abgeschlossen und dann war es Stojanovic, der für die Kadetten zum 8:13 (29.) traf. Preiß erlöste die TBV-Fans mit dem nächsten Treffer, Stojanovic legte noch einmal für die Kadetten vor, ehe Mocsai Sekunden vor der Pause zum wichtigen 10:14 traf. Dennoch war jedem Zuschauer in der Halle klar, dass die Partie in der Addition längst vollends offen war.

Zu Beginn der 2. Halbzeit kam hermann wieder ins Spiel, am Kreis spielte weiterhin Preiß, Mocsai agierte auf der Mitte. Kraus war sofort zur Stelle, besorgte das 11:14, ein wichtiger Auftakt für das gesamte TBV-Nervenkostüm, auch wenn Ursic für die Kadetten vom Kreis nachlegen konnte. Kraus behielt in der folgenden Szene beim Siebenmeter eben jene Nerven, ließ Gustavsson keine Chance, der TBV wirkte nun entschlossener. Dann musste jedoch Kehrmann unverständlich für zwei Minuten vom Feld, nachdem Patrail zum 12:16 getroffen hatte.

Filip war per Gegenstoß zum 12:17 (34.) erfolgreich, Mudrow brachte wieder Galia in die Partie, die gute Anfangsphase schien dahin. Bechtloff verkürzte anschließend jedoch auf 13:17, Filip musste für den Schubser von hinten zudem eine Zeitstrafe absitzen. Kraus sprang entschlossen durch die Lücke, das 14:17 brachte den TBV wieder zurück in die Partie, die Kadetten waren nun wieder im Zugzwang. Noch mehr nach Hermanns trockenen Wurf in den rechten Winkel zum 15:17 (37.). Galia steigerte sich mit jeder Minute und Kraus verkürzte sogar zum 16:17. Nun hatte der TBV wieder alle Vorteile auf seiner Seite.

Die Kadetten bäumten sich auf, wollten sich nicht frühzeitig in ihr Schicksal ergeben, auch wenn beim 18:19 in der 43. Minute nun schon eine Aufholjagd wie gegen Flensburg vonnöten war. Die bremste jedoch erst einmal Galia mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Liniger und Mocsai legte schön auf Preiß ab, der den 19:19-Ausgleich herstellte. Die tapferen 150 TBV-Fans waren nun lautstark zu hören. Und als Schmetz zum 20:19 traf, schien die Partie in der Gesamtrechnung entschieden. Hrachovec bat sein Team für 60 Sekunden zu sich, 44:27 Minuten waren gespielt.

Die Kadetten-Abwehr agierte nun mit Ursic vorgezogen auf der Spitze, Gustavsson war gegen Hermann zur Stelle, aber Galia hielt beim 20:21 gegen Stojanovic den TBV weiter souverän auf Titelkurs. Das Spiel ging nun hin und her, in der 49. Minute stand es 22:22, der TBV hatte schon mehr als eine Hand am Pott. Die Gastgeber hielten jedoch nach wie vor mit aller Macht dagegen, aber mittlerweile hatte der TBV auch im Angriff die Souveränität, die man in diesen Spielen braucht. Kraus mit seinem achten Treffer stellte in der 53. Minute endgültig beim 24:24 die Vorentscheidung her. Gustavsson räumte den Posten im Tor, Quadrelli kam für ihn zwischen die Pfosten.

Beim 24:26 kam die Schweizersbildhalle noch einmal auf, aber erneut Kraus war zum 25. TBV-Treffer erfolgreich. Schaffhausen deckte nun noch offensiver, setzte alles auf eine Karte, doch Hermanns 26:27 (56.) beseitigte auch die allerletzten Zweifel. Die restlichen Minuten boten ein munteres Handballspiel, bei dem es zwar noch Zeitstrafen auf beiden Seiten gab, aber nicht über die insgesamt völlig faire Partie in einer fantastischen Atmosphäre hinwegtäuschen konnten. Und somit wurde eine lange lange TBV-Nacht in Schaffhausen eingeläutet.

Die Stimmen zum Spiel:

Volker Mudrow: Wir sind natürlich überglücklich, dass wir diesen Titel gewonnen haben. Wir waren schwer unter Druck zur Halbzeit, haben uns dann aber als echtes Team präsentiert und nur als solches kann man auch so einen Titel gewinnen. Mimi Kraus hat in der zweiten Halbzeit eine herausragende Leistung gezeigt, aber auch vor Tamas Mocsai ziehe ich genauso den Hut, er war zu hundert Prozent da, als wir ihn gebraucht haben. Und so zieht es sich durch die gesamte Mannschaft, wir haben uns hier heute den Titel wirklich verdient und können eine nicht einfache Saison somit krönen.

Petr Hrachovec: Glückwunsch an den TBV Lemgo, sie haben sich den EHF-Cup wirklich verdient. Es ist schon schade, wenn man ein Spiel gewinnt, aber den Pokal verliert. Wie wir schon vor dem Spiel gesagt haben, sind wir mit vollem Engagement in die Partie gegangen und wollten unsere kleine Chance nutzen, auch wenn wir das Finale praktisch schon fast im Hinspiel in Lemgo verloren haben. Wir haben den TBV in Bedrängnis gebracht, aber am Ende hat es einfach nicht gereicht. Der TBV hat sich verdient durchgesetzt, aber wir können mit Stolz auf eine tolle Saison zurückblicken.

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