Nach einer zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung unterliegt der TBV Lemgo in der Flensburger Campushalle am Ende doch mit 31:34 (15:17).
TBV-Trainer Volker Mudrow setzte in Flensburg von Beginn an auf Florian Kehrmann, Rolf Hermann, Martin Strobel, Michael Kraus, Jens Bechtloff, Vignir Svavarsson und Carsten Lichtlein im Tor. Ferenc Ilyes wechselte mit Kraus in der Abwehr. Abwehrchef Daniel Kubes musste aufgrund einer Oberschenkelverletzung aus dem EHF-Pokalfinale in Schaffhausen passen. Schon im ersten Angriff setzte Hermann seinen Torreigen aus dem EHF-Finale fort und netzte zum 1:0 für den TBV ein. Knapp eine Minute später glich die SG in Person von Oscar Carlen zum 1:1 aus. Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, als TBV-Trainer Mudrow die Abwehr auf 5:1 umstellte, Strobel agierte vorgezogen. In der vierten Minute erkämpfte sich Kraus den ersten Siebenmeter, den er auch selbst zum 2:1 verwandelte. Zwei Tore in Folge durch Boesen und Mogensen brachten Flensburg die 3:2-Führung. Von da an legte die SG vor, der TBV zog nach. Hermann glich mit einem Doppelschlag erst zum 4:4, anschließend zum 5:5 (12.) aus.
In der 14. Minute war Flensburg beim 7:5 auf zwei Tore davongezogen, doch der TBV kämpfte sich wieder ran. Svavarsson erzielte mit seinem ersten Tor der Partie den Anschlusstreffer. Kraus verwandelte auch den zweiten Siebenmeter sicher zum 7:7. Vorausgegangen war ein Foul an Kehrmann, den Boesen in der Luft in Richtung Bande abdrängte. Durch Tore von Jacob Heinl und Carlen, der mittlerweile sein drittes Tor erzielte, zog Flensburg jedoch wieder auf zwei Tore davon, so dass die Anzeigentafel nach exakt 17 gespielten Minuten eine 9:7-Führung für die SG anzeigte. In den Folgeminuten hielt der Nordklub die Zwei-Tore-Führung. Tamas Mocsai, der mittlerweile für Strobel ins Spiel kam, legte zum 10:9 (21.) auf Preiß am Kreis ab, der Svavarsson am Kreis abgelöst hatte. Der TBV-Kapitän bedankte sich für das schöne Zuspiel und netzte zu seinem ersten Tor der Partie ein. Carlen stellte den Zwei-Tore-Vorsprung für die SG wieder her, Kraus erzielte mit seinem mittlerweile vierten Treffer erneut den Anschluss zum 10:11. Auch Hermann steuerte beim 11:12 nach 22 Minuten seinen vierten Treffer bei, bevor Heinl vom Kreis und zweimal Alexander Petterson mit einem SG-Zwischenspurt für die Flensburger 15:11-Führung sorgten.
Folglich bat Mudrow sein Team nach 25 Minuten zur Auszeit. Strobel kehrte danach für Mocsai zurück auf die Mittelposition. Die Ansprache des Trainers fruchtete zunächst: Durch zwei Tore in Folge von Hermann und Kehrmann kämpfte sich der TBV wieder auf 13:15 (27.) heran und hielt den Abstand zunächst. Eine Minute vor Ende der ersten Halbzeit handelte sich Preiß allerdings eine Zweiminutenstrafe ein, so dass der TBV nach dem 15:17-Pausenstand in Unterzahl in die zweite Hälfte gehen musste.
Maritn Galia kam zu Beginn der zweiten Hälfte ins Lemgoer Tor, zunächst konnte die SG jedoch die nummerische Überzahl nutzen. Aber der TBV fand dann zur Leichtigkeit des Handball-Seins, obwohl die Knochen nach dem EHF-Pokalfinale und den Feierlichkeiten sicherlich schon schmerzten. Preiß traf mit links zum 16:18, erneut Preiß nach einem tollen Bechtloff-Anspiel zum 17:19 und Mocsai aus der zweiten Welle zum 18:19, der TBV bekam Oberwasser.
Hermann und Bechtloff mit einem Doppelschlag trafen zum verdienten 21:21 (36.), Kehrmann traf per Gegenstoß dann zur Führung. In Traumform präsentierte sich in dieser Phase auch Galia, der Christiansen gleich einen Siebenmeter abkaufte. Carlen zog die Auszeit, 38:04 Minuten waren gespielt. In der Folge leisteten sich beide Teams einige Fehlwürfe, so dass die Führung des TBV Bestand hatte, bis auf drei Tore war der TBV den ratlosen Hausherren jedoch zwischenzeitlich enteilt.
Diese fanden dann in Form von Sjöstrand im Tor jedoch zurück ins Spiel, Eggert überwand mit einem schönen Heber Galia vom Siebenmeter-Punkt zum 25:25-Ausgleich. Nach gut 45 Minuten kam dann Glandorf für den völlig erschöpften Hermann in die Partie. Der TBV hielt weiter gut dagegen, musste in der 50. Minute allerdings nach einem Lattenkracher von Mocsai den nächsten Rückstand zum 27:28 hinnehmen, Christiansen war per Gegenstoß erfolgreich.
Nach 52:55 Minuten nahm Volker Mudrow dann seine Auszeit, sein Team lag mit 27:31 zurück, der Kräfteverschleiß war nicht zu übersehen. Aber der TBV gab sich nicht auf, kam durch einen Kracher von Glandorf und dem unermüdlich rackernden Kehrmann auf 30:32 heran. Doch am Ende schaukelte die SG den Vorsprung noch über die Zeit. Der TBV hatte sich in der Campushalle jedoch insbesondere in der zweiten Halbzeit sehr achtbar aus der Affäre und zeigte, dass das Team auch nach dem grandiosen EHF-Pokalsieg nicht als Punktelieferant nach Flensburg gefahren war, sondern vielmehr gewillt war, die fehlende Kraft mit Einsatz und Leidenschaft aufzufangen. Gereicht hat es leider nicht ganz.