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jugendzertifikat 2010

Gelungener Saisonabschluss

Begeisternde Stimmung beim Abschluss-Sieg über Göppingen

Der TBV Lemgo beendet die Saison mit einem hitzigen Kampf und besiegt Frisch Auf Göppingen mit 32:30 (15:11). Daniel Kubes verlässt den TBV zur neuen Saison.

Im letzten Spiel der Saison 2009/2010 schickte Trainer Volker Mudrow zunächst folgende Aufstellung auf das Feld: Martin Galia, Jens Bechtloff, Michael Kraus, Geburtstagskind Martin Strobel, Rolf Hermann, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß. In der Abwehr wechselte Ferenc Ilyés mit Kraus. Frisch Auf begann mit einer sehr offensiven Deckung, Kehrmann vernaschte aber schön Oprea und legte über Weiner hinweg den Ball zum 1:0 ins Netz. Das 2:0 ging ebenso auf das Konto von Kehrmann, Göppingen fand im Angriff überhaupt nicht ins Spiel, so dass der TBV bis auf 3:0 davonzog, bis Haaß (5.) den ersten Gästetreffer erzielen konnte. Der TBV ließ jedoch einige klaren Chancen aus, so konnte Göppingen in der 7. Minute den 3:2-Anschluss erzielen.

Der TBV beendete seine fünfminütige Torflaute mit dem 4:2 (10.) durch Preiß, dann musste Galia nach einem Gesichtstreffer von Schöne vom Feld, für ihn kam Lichtlein zwischen die Pfosten. Kehrmann bekam ebenso eine Pause, für ihn kam Schmetz auf Rechtsaußen. Thiede hielt Göppingen mit dem 4:3 im Spiel, in der 12. Minute fiel erst der 4:4-Ausgleich. Glandorf kam in den rechten Rückraum, das nächste Tor erzielte allerdings Strobel mit einem Hüftwurf um die Abwehr herum. Die Schiedsrichter Biaesch/Sattler schickten Schmetz nach einer gelben Karte wegen Meckerns für zwei Minuten vom Feld. In der direkt folgenden Szene reklamierte Kaufmann ein Foul, sah Gelb und für sein Schulterzucken zwei Minuten – so herrschte zumindest auf beiden Seiten Gerechtigkeit. Strobel legte mit seinem nächsten Treffer zum 6:4 (15.) nach, Glandorf  erhöhte auf 7:4 (16.).

Göppingen hatte selbst noch nicht wirklich in das Spiel gefunden, kam aber durch einige TBV-Nachlässigkeiten in der 19. Minute wieder zum Ausgleich (7:7). Glandorf sah nach einem Foul an Horak eine Zeitstrafe, aber der TBV kämpfte verbissen, Lichtlein parierte einen Strafwurf von Horak, Kraus traf anschließend in Unterzahl zum 9:7 (21.). Lichtlein parierte seinen nächsten Siebenmeter, Strobel erhöhte auf 10:7 und Schmetz per Gegenstoß traf zum 11:7 – der TBV hatte Oberwasser. Allerdings musste Svavarsson wegen angeblichen Klammerns die nächste Zeitstrafe absitzen, doch Hermann traf nach schöner Einzelleistung von außen zum 12:8 (25.).

Göppingen spielte unbeeindruckt weiter, verkürzte auf 12:10 ((26.), die 4.861 Zuschauer in der ausverkauften Lipperlandhalle sahen mittlerweile zwar kein technisch hochklassiges, aber kurzweiliges Spiel. Mocsai war mittlerweile auf die Mittelposition gekommen, der Ungar war auch umgehend zum 14:10 (29.) erfoglreich. Mit den Schiedsrichtern überhaupt nicht einverstanden war FAG-Coach Petkovic, der in der gleichen Minute wegen Meckerns den gelben Karton sah. 29:42 Minuten waren gespielt, als Petkovic dann noch einmal die grüne Karte legte, zuvor hatte Schmetz per Gegenstoß zum 15:10 getroffen. Es reichte für Göppingen noch zu einem Siebenmeter, den Haaß nach Ablauf der Halbzeitsirene zum Pausenstand nutzen konnte.

Die zweite Halbzeit begann der TBV mit der Aufstellung, mit der er die erste beendet hatte. Schöne blieb in der 31. Minute am TBV-Kreis liegen hielt sich die Seite, TBV-Vereinsarzt Volker Broy und Physioterapeut Bennet Risch waren jedoch umgehend zur Stelle und für den FAG-Kreisläufer ging es dann auch weiter. Der Vier-Tore-Vorsprung des TBV hatte in den ersten Minuten Bestand, Schmetz mit seinem dritten Siebenmeter war zum 17:13 (35.) erfolgreich, Kraus keine Minute später zum 18:14, erneut Kraus zum 19:15 (37.). Glandorf mit einem Hammer ins rechte unter Eck erzielte dann in der 39. Minute in Überzahl die erste Fünf-Tore-Führung der zweiten Halbzeit. Aber prompt schlich sich ein wenig Sorglosigkeit in das TBV-Spiel ein, in der 42. Minute stand denn auch nur noch ein 21:19 zu lesen. Ilyés löste im linken Rückraum jetzt Kraus ab, der eine Pause bekam, bei Göppingen kam Tahirovic für Weiner ins Tor. Glandorf und Mocsai mit einer herrlichen Einzelleistung erhöhten auf 23:19, insgesamt war der TBV bis zu diesem Zeitpunkt auch die verdient führende Mannschaft.

Aber Göppingen gab sich nicht auf, Kaufmann traf nun endlich für sein Team, nach 45:35 Minuten traf der ehemalige Lemgoer zum 23:22, Volker Mudrow zog umgehend seine grüne Karte. Kehrmann agierte als vorgezogene Spitze in der Abwehr, Mocsai legte aus der zweiten Welle herrlich auf Preiß ab, der zum 25:22 (48.) traf. Dann schickten die fast durchweg auf beiden Seiten unsicher erscheinenden Biaesch/Sattler Ilyés für zwei Minuten vom Feld, Glandorf antwortete mit dem 26:23. Und als Lichtlein Haaß bei dessen viertem Siebenmeter den Zahn zog, hatte der TBV wieder deutlich Oberwasser bekommen.

Knapp acht Minuten vor der Schlusssirene führte der TBV mit 28:26, Mrvaljevic machte mit seinem 28:27 (54.) per Siebenmeter die Partie wieder vollends spannend. Petkovic kassierte nach exakt 54:54 gespielten Minuten eine Zeitstrafe, Schmetz blieb unbeeindruckt und traf vom Punkt zum 29:27. Im folgenden Göppinger Angriff schaffte es Michael Haaß, sich eine rote Karte einzufangen, er dürfte den Schiedsrichtern etwas zu viele Nettigkeiten zugeflüstert haben. Petkovic nahm sofort seine Auszeit, 55:48 Minuten waren gespielt. Tahirovic hatte offenbar zunächst vor, Haaß vom Feld zu folgen, ging vehement schimpfend auf die Schiedsrichter zu. Dann folgten binnen weniger Sekunden Ilyés wegen Nicht-Abstand-Haltens und Kehrmann wegen einer vermeintlichen Aktion gegen Kaufmann einander auf die Strafbank. Das Publikum tobte ob der Performance der beiden Herren in schwarz. Lichtlein interessierte es herzlich wenig, parierte gegen Mrvaljevic den nächsten Strafwurf, Bechtloff legte eiskalt nach zum 30:27, die Zuschauer erhoben sich bereits drei Minuten vor Abpfiff von ihren Sitzen.

Göppingen versuchte es am Ende noch mit einer ganz offensiven Deckung, Strobel nahm zweimal die Chancen wahr: das 32:29 in der Schlussminute war die endgültige Entscheidung. Der TBV hatte sich bei seinem Fans mit einer engagierten Leistung für die Unterstützung der gesamten Saison bedankt – diese quittierten es mit Standing Ovations und einer grandiosen Stimmung.

Nach dem Spiel wurden kurzfristig nicht nur Tamas Mocsai, Logi Geirsson, Mark Schmetz und Vignir Svavarsson verabschiedet, sondern auch Daniel Kubes. Der tschechische Abwehrchef des TBV wechselt zur kommenden Saison zum THW Kiel, die beiden Vereine einigten sich erst wenige Stunden vor der Partie auf einen Wechsel Kubes'.