Gegen Griechenland hätte die DHB-Auswahl ein deutlich komfortableres Polster herauswerfen können. Holger Glandorf legt eine starke Partie hin.
Die Deutsche Nationalmannschaft ist mit einem 25:20 (14:9)–Sieg im Hinspiel gegen Griechenland in die Qualifikation für die WM 2011 in Schweden gestartet. Vor 6.500 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle tat sich die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in der Anfangsphase noch sehr schwer gegen die Griechen und konnte sich vor allem bei einem sehr starken Holger Glandorf bedanken, der alleine von den ersten neun deutschen Treffern fünf auf sein eigenes Konto verbuchen konnte. Mit Glandorf und Sebastian Preiß standen zwei Lemgoer in der Anfangsformation, Mitte der ersten Halbzeit kam zudem Michael Kraus als Regisseur für Michael Haaß in die Partie. Bis zum 9:9 hielten die Griechen die Partie überraschend souverän offen, im Anschluss setzte sich die DHB-Auswahl jedoch verdient bis zum 13:9 ab und deutete das definitiv höhere Potenzial gegenüber den Gästen an, die sich immer schwerer im eigenen Angriff taten.
Der vierte TBV-Akteur hatte in der 27. Minute seinen ersten großen Auftritt. Carsten Lichtlein kam für Silvio Heinevetter beim Siebenmeter gegen Savas Karipidis zwischen die Pfosten – und parierte souverän gegen den Melsunger Rechtsaußen. Prompt setzte sich Deutschland nach einem sehr schönen Spielzug gegen die offensive Abwehr der Griechen auf 14:9 ab und stellte die Weichen endgültig auf einen souveränen Heimsieg. Mit diesem Fünf-Tore-Vorsprung ging es letztlich auch in die Kabinen.
Glandorf legte zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich nach, nachdem er zu Ende der ersten Halbzeit eine kurze Pause erhalten hatte. Glandorf erzielte das 15:9 für Deutschland, die Griechen taten sich auch nach der Pause zusehends schwer mit der kompakten deutschen Mannschaft, auch wenn diese selbst noch einige Fehler in der Feinabstimmung aufzuweisen hatte. Dennoch hielt die DHB-Auswahl die Führung konstant bei sechs Toren aufrecht, in der 40. Minute war Christian Schöne von rechts außen zum 19:13 erfolgreich. Preiß avancierte in der Abwehrmitte zum entscheidenden Rückhalt vor einem über die gesamte Spielzeit hin guten Silvio Heinevetter, die DHB-Auswahl war voll in der Spur und zwang die Griechen noch vor Mitte der zweiten Hälfte zur Auszeit. Den Gästen gelangen nur noch wenige gelungene Aktionen und fanden kein Mittel gegen Deutschland, das mittlerweile mit 20:13 in Führung lag.
Griechenland kämpfte sich umgehend auf 20:15 heran, versuchte es mit einer ganz offensiven Deckungsvariante, doch die DHB-Auswahl konterte umgehend und blieb in der Erfolgsspur. Allerdings konnte sich Deutschland zunächst nicht so entscheidend von den Griechen lösen, wie es durchaus möglich gewesen wäre. Einmal mehr Glandorf netzte beim 23:16 (48.) ein und trieb sein Team nach vorne. In der Folge hatten jedoch beide Mannschaften im Angriff große Probleme, bis zur 58. Minute fielen hüben wie drüben nur jeweils zwei Tore. Doch aus dem 25:18 ließ die DHB-Auswahl noch zwei Gegentore zu, ohne dabei selber noch einmal zu treffen. Das 25:20 war zwar letztlich klar verdient, hätte aber durchaus höher ausfallen können und müssen. Dennoch sollte mit einer engagierten Leistung in Griechenland die Teilnahme an der WM 2011 perfekt gemacht werden.
Am kommenden Sonntag hat Deutschland im griechischen Drama nun alle Chancen auf die erfolgreiche WM-Teilnahme in der Hand. Es spricht derzeit nichts dafür, dass es für Sebastian Preiß, Holger Glandorf und Co. in Griechenland zu einem ebensolchen kommen sollte.
Heiner Brand war insgesamt zufrieden, auch wenn er Schwächen in seinem Team sah: "Wir hätten gerne höher gewonnen, waren aber insgesamt nicht gut genug. Nun gehen wir mit fünf Toren Vorsprung in das Rückspiel und müssen darauf nun weiter aufbauen. Im Angriff haben wir viele klare Chancen ausgelassen, es gab einige Knackpunkte. Griechenland hat ein starkes Team, davor habe ich im Vorfeld immer und immer wieder gewarnt. Wir wirkten gegen die offensive Abwehr nicht frisch genug, daran müssen wir nun etwas tun."
Deutschland – Griechenland 25:20 (14:9)
Deutschland: Heinevetter, Lichtlein; Hens, Gensheimer (8/1), Roggisch, Klein (1), Pfahl (1), Preiß (1), Flohr, Glandorf (7), Kraus (2), Schöne (3), Kaufmann (1), Haaß (1)Griechenland: Kaffatos, Delios; Zampounis, Tzimourtos, Mastorogiannis (2), Riganas (2), Zaravinas, Balomenos, Vakalis (1), Vasilakis (2/1), Tzoufras, Chalkidis (2), Sanikis (5), Karypidis (6/2)
Schiedsrichter: Oscar Raluy Lopez/Angel Sabroso Ramirez (Spanien)
Zuschauer: 6.500