Die Personalsorgen vor dem Halbfinale im Erima-Cup gegen Flensburg waren schon groß. Dann kam es noch dicker.
24:25 (14:11) musste sich der TBV am Ende geschlagen geben, doch angesichts der Personalsorgen ist diese Niederlage durchaus verschmerzbar. Christoph Theuerkauf musste vor dem Spiel auch noch passen, Rückenprobleme machten den Einsatz des Kreisläufers unmöglich. Somit fehlten Trainer Volker Mudrow mit Theuerkauf und Preiß die beiden etatmäßigen Kreisläufer, da Avishay Smoler ebenso nicht eingesetzt werden konnte, übernahm Florian Kehrmann einmal mehr den Part am Kreis. Auf Rechtsaußen kam somit der junge Nils Prüßner zum Einsatz. Martin Strobel war ebenso wie Jens Bechtloff zum Zuschauen verdammt, Sergo Datukashvili musste darüber hinaus mit muskulären Problemen aussetzen, so dass die Vorzeichen alles andere als günstig waren.
Doch die Zuschauer beim Erima-Cup in der AWD-Hall staunten nicht schlecht. Das letzte Aufgebot des TBV beeindruckte in jeglicher Hinsicht, die Abwehr mit dem Innenblock Glandorf/Ilyés war eine Bank, der junge Prüßner spielte auf Rechtsaußen einen souveränen Part gegen Anders Eggert und kam am Ende zudem auf drei Tore und im Angriff wirbelte die Achse Glandorf/Kehrmann die SG gehörig durcheinander.
Über 9:2 steuerte der TBV auf das vollkommen verdiente 14:11 zur Halbzeit hin, im Tor war Carsten Lichtlein, der die gesamten 60 Minuten durchspielte, ein sicherer Rückhalt hinter einer bärenstarken Deckung. "Das war schon beeindruckend, diese Stimmung innerhalb der Mannschaft war begeisternd, das war leidenschaftlich und auch spielerisch hervorragend angesichts der personellen Ausfälle. Ein Lob auch an Nils Prüßner, der eine sehr engagierte Vorstellung abgeliefert hat", war TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe angetan.
In der zweiten Halbzeit sah Zerbe zwar einige Unkonzentriertheiten, die die SG besser ins Spiel kommen ließen, allerdings waren diese auch zum großen Teil dem Kräfteverschleiß angesichts der fehlenden Wechselmöglichkeiten geschuldet. Im Angriff wurde ab und an zu früh und überhastet abgeschlossen, in der Abwehr fehlte der "letzte halbe Schritt", so Zerbe, dennoch lag der TBV fünf Minuten vor Schluss beim 24:22 noch auf Siegkurs.
"Dass es in den letzten fünf Minuten kein Tor mehr für uns gab und die SG das glücklichere Ende für sich hatte, ist im ersten Moment vielleicht ärgerlich. Aber mich hat die Art und Weise beeindruckt, mit der die Mannschaft hier aufgetreten ist und die ganzen Ausfälle kompensiert hat. Die kleinen Fehler in der zweiten Halbzeit sind zum Zeitpunkt der Vorbereitung noch normal", zog Zerbe dennoch ein zufriedenes Fazit.
Am Sonntag trifft der TBV um 13 Uhr im Spiel um Platz 3 auf den VfL Gummersbach, der im ersten Halbfinale mit 25:27 gegen Frisch Auf Göppingen mit 25:27 verlor.
Die Tore für den TBV erzielten: Liniger 7/4, Kehrmann 4, Hermann 4, Prüßner 3, Glandorf 3, Schneider 2, Ilyés 1