Eine Woche vor Beginn der neuen Saison testet der TBV Lemgo gegen den schwedischen Erstligisten IFK Kristianstad und gewinnt am Ende mit 28:23 (11:11).
Der TBV begann gegen seinen Partnerverein um den euphorisch empfangenen Torhüter Jesper Larsson mit Galia im Tor, Smoler und Liniger auf den Außenpositionen, Glandorf und Datukashvili auf Halb, Strobel in der Mitte und Kehrmann am Kreis. In der Abwehr kam Ilyés für Kehrmann in die Partie. Zum Zuschauen verdammt waren einmal mehr Sebastian Preiß, Rolf Hermann und Christoph Theuerkauf. Sie erlebten wie die 2.169 Zuschauer in der Lipperlandhalle ein munteres Spiel, Kehrmann am Kreis zeigte von Beginn an seine Allroundqualitäten, brachte mit einem sehenswerten Dreher die Stimmung zum ersten Mal richtig zum Kochen.
Kristianstad hielt die Begegnung gegen die körperlich klar überlegenen TBV-Spieler noch offen, Liniger besorgte in der 12. Minute das 6:4, Smoler per Gegenstoß nach einem „Zuckerpass“ von Galia erhöhte zum ersten Mal auf eine Drei-Tore-Führung. Doch IFK verkürzte binnen einer Minute bis auf 7:6, der TBV ließ im Angriff ein wenig nach, die Schweden nutzten dies umgehend zu einfachen Toren. Bis zur 19. Minute hatte das 7:6 immer noch Bestand, ehe Glandorf in Unterzahl den achten TBV-Treffer folgen ließ. Datukashvili bekam in der Folge eine Pause, für ihn spielte Sebastian Schneider im linken Rückraum.
In der 22. Minute gab es dann eine Schrecksekunde für den TBV, Strobel musste sich an seinem lädierten Fuß behandeln lassen, für ihn agierte Ilyés auf der Mitte. Volker Mudrow war mit dem Spiel seiner Mannschaft in dieser Phase alles andere als zufrieden, seine Anweisungen von der Seite sprachen Bände. Und in der 26. Minute war Don Schriver vom Kreis zum 10:10-Ausgleich für IFK erfolgreich. Prompt nahm Mudrow seine Auszeit, 25:27 Minuten waren gespielt. Schneider erhöhte zwar auf 11:10, aber IFK agierte nach wie vor voll auf Augenhöhe, der TBV war in seinen Aktionen nicht zwingend genug und versäumte es, aus seiner spielerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen.
Aufgrund einer Übung des Deutschen Roten Kreuzes wurde die Partie nach 27:51 Minuten beim Staqnd von 11:11 unterbrochen und die Mannschaften gingen vorzeitig in die Kabinen. Die 2:09 Minuten wurden anschließend vor der eigentlich zweiten Halbzeit nachgespielt. Im TBV-Tor löste Lichtlein Galia ab, Bechtloff spielte für Liniger auf Linksaußen, ansonsten blieb die Formation unverändert. Bis zum Anpfiff der zweiten 30 Minuten fiel kein Tor mehr, so dass mit 11:11 auch die Seiten gewechselt wurden.
Das Bild blieb in der Folge allerdings unverändert, Kristianstad war mindestens ebenbürtig, ging in der 33. Minuten beim 12:13 sogar erstmals in Führung und legte in der 36. Minute zum 12:14 nach. Und beim 12:15 drohte dem bislang in der Vorbereitung so starken TBV eine Niederlage ausgerechnet vor heimischem Publikum. Datukashvili kam nun für Schneider in die Partie, Ilyés wechselte in den linken Rückraum, der Georgier spielte auf der Mittelposition. Gegen die 3:2:1-Deckung der Schweden hatte der TBV einen schweren Stand. Mit einer ganz starken Aktion im Gegenstoß rüttelte Kehrmann seine Mannschaft beim 14:16 (40.) allerdings wach, Datukashvili ließ umgehend das 15:16 folgen.
Dann dauerte es zwar erneut fast vier Minuten bis zum nächsten Tor, das war allerdings ein herrlicher Wurf in den linken oberen Winkel von Glandorf. Der Ausgleich war beim 16:16 wieder hergestellt. Dem 16:17 ging nach Meinung der meisten Anwesenden in der Halle ein Stürmerfoul an Glandorf voraus, Mudrow brachte dies so in Rage, dass er vom Schiedsrichtergespann Weigelt/Weigelt die Gelbe Karte sah. Aber zumindest war sein Team nun wieder vollends erwacht, das 18:17 (48.) durch Strobel vom Kreis war herrlich herausgespielt. IFK-Trainer Olle Stenius nahm nach 49:21 gespielten Minuten seine Auszeit, Datukashvili hatte zuvor zum 20:18 getroffen.
Der TBV hatte aber in der Folge das Heft wieder fest in der Hand, das 23:19 (53.) von Strobel war die Vorentscheidung, Glandorf wuchtete im nächsten Angriff aus gut 11 Metern den Ball zum 24:19 genau in den rechten oberen Winkel.
Knapp fünf Minuten vor ende der Partie kam auch der junge Niko Link noch zu seinem Einsatz. In der Deckung spielte der 20-Jährige im Innenblock mit Ilyés, im Angriff wechselte er mit Holger Glandorf. Der TBV begeisterte mittlerweile wieder vollends, so zum Beispiel beim 28:21 (58.) nach Rückhandanspiel von Ilyés auf den einlaufenden Bechtloff. Einige Kabinettstückchen fanden zwar nicht mehr ihren Abnehmer, so dass IFK noch bis auf 28:23 verkürzen konnte, dennoch quittierten die Zuschauer den Auftritt ihres TBV in der letzten Minute mit Standing Ovations.
Die Stimmen zum Spiel:
Jesper Larsson: Es war schön wieder hier zu sein. Ich bin mit dem Spiel sehr zufrieden. Von unseren Tests gegen Minden, Dormagen und Lemgo war dies das beste Spiel von uns. Die Jungs haben heute insbesondere in der ersten Halbzeit am Limit gespielt, in der zweiten Halbzeit haben wir bis zur 45. Minute noch gut dagegen gehalten, dann hat der TBV seine Klasse ausgespielt. Zuvor haben wir Lemgo unser Tempo diktiert, das war eine tolle Leistung und ich bin mit dem Trainingslager hier sehr zufrieden.
Volker Mudrow: Jesper hat eigentlich alles gesagt, nur habe ich natürlich die andere Sicht. Das war heute vielleicht die schlechteste erste Halbzeit in unserer Vorbereitung. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir uns schwer getan, aber in solchen Momenten sieht man dann einfach, ob eine Mannschaft als Einheit funktioniert. Die Mannschaft will einfach jedes Spiel gewinnen und hat sich dann zusammengerissen. Das zeichnet uns in dieser Saison aus. Carsten Lichtlein hat einige wichtige Bälle gehalten, die Abwehr hat sich besser bewegt und dann wurde es für uns auch im Angriff einfacher. Nun steht der Test am Dienstag gegen Lübbecke an, dann gehen wir sicherlich gut vorbereitet in das erste Pflichtspiel gegen Gummersbach.
Statistik:
Tore TBV: Kehrmann 6, Glandorf 5, Bechtloff 5, Datukashvili 3, Smoler 3/2, Strobel 2, Liniger 2/1, Schneider 1, Ilyés 1
Tore IFK: Sandberg 4, Martinovic 3, Boberg 3, Olsson 2, Möllerberg 2, Nilsson 2, Don Schriver 2, Kjeldgaard 1, Ekdahl 1, Gannby 1, Hansson 1, Jepson 1
Zeitstrafen: 2:2 (Strobel, Datukashvili / Kjeldgaard, Hansson)
Schiedsrichter: Weigelt/Weigelt
Zuschauer: 2.169