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jugendzertifikat 2010

TBV überrollt überforderte Gäste

Kantersieg gegen DHC Rheinland

Der TBV gewinnt auch in der Höhe verdient mit 34:18 (14:7) gegen den DHC Rheinland und bestätigt seine tolle Form.

Der TBV startete gegen den aufgrund des Insolvenzantrages bereits als Absteiger feststehenden DHC mit folgender Aufstellung: Martin Galia, Jens Bechtloff, Ferenc Ilyés, Martin Strobel, Rolf Hermann, Avishay Smoler und Christoph Theuerkauf, der in der Abwehr wie zuletzt gewohnt mit Sebastian Preiß tauschte. Der Kreisläufer war es denn auch, der mit seinem 1:0 (1.) den Torreigen eröffnete. Der DHC der mit Linder und Wernig zwei Spieler ersetzen musste, tat sich gegen die kompakte TBV-Abwehr von Beginn an schwer, strahlte kaum Torgefahr aus dem Rückraum aus, der TBV wirkte deutlich präsenter als die körperlich klar unterlegenen Gäste. In der 7. Minute gelang Konitz der erste Treffer für den DHC, das 2:1 wirkte lediglich so knapp, weil der TBV sich zuvor den Luxus eingier leichtfertig vergebener Chancen geleistet hatte.

Ilyés hatte jedoch prompt die Antwort parat, sein 3:1 (8.) links unten ins Eck war für Vortmann im DHC-Tor nicht zu halten.  Über 5:2 (10.) durch Preiß, der einen Traumpass von Strobel über das ganze Feld verwertete, setzte sich der TBV vom DHC ab. Die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider kam überhaupt nicht zum Zug, der TBV münzte nun jeden Fehler in schnelles Spiel nach vorne um und führte in der 12. Minute bereits mit 7:2. Ilyés musste dann jedoch für Sebastian Schneider vom Feld, der Ungar hatte einen Pferdekuss am rechten Oberschenkel abbekommen und kehrte in der ersten Halbzeit auch nicht mehr auf das Feld zurück.

In der Folge ging es hin und her, der TBV konnte sich kleinere Nachlässigkeiten erlauben, weil der DHC weiter viel zu harmlos aus dem Rückraum agierte, lediglich Konitz sorgte für echte Torgefahr, kam jedoch auch viel zu unbedrängt zum Wurf. Holger Glandorf kam beim Stand von 8:5 in der 18. Minute in die Partie, Schneider war es jedoch, der zunächst das 9:5 besorgte. Der TBV musste sich lediglich vorwerfen lassen, nicht bereits deutlich höher zu führen. In der 21. Minute sorgte Glandorf mit seinem ersten Tor für das 10:5, die Stimmung in der Lipperlandhalle war angesichts des munteren Spielchens von Beginn an prächtig.

Datukashvili kam im Anschluss für Strobel auf Rückraum Mitte zum Einsatz, am Kreis agierte Preiß nun auch im Angriff. Fast schiedlich friedlich ging die Partie hin und her, Böhm verkürzte in der 26. Minute auf 12:7 für den DHC, Datukashvili antwortete mit dem 13:7. Exakt 27 Minuten waren gespielt, als DHC-Coac Wandschneider seine Auszeit im ersten Durchgang nahm. Preiß erhöhte jedoch nach schönem Anspiel auf 14:7 (28.), die Partie konnte an diesem Abend nur einen Sieger haben und der hieß TBV. Mit dieser Sieben-Tore-Führung ging es dann auch in die Kabinen, in der des TBV dürfte es relativ entspannt zugegangen sein.

In der zweiten Halbzeit kam Carsten Lichtlein für Martin Galia in die Partie, Manuel Liniger übernahm den Part auf Linksaußen, Florian Kehrmann löste Avishay Smoler ab, Ferenc Ilyés konnte zudem wieder mitwirken. Das erste Tor gelang jedoch den Gästen mit dem 14:8 (32.), die eine Minute später zum 14:9 nachlegten. Hermann war es vorbehalten, für den ersten TBV-Treffer nach der Pause zu sorgen, trocken netzte er unten rechts zum 15:9 (35.) ein. Und nach Theuerkaufs Siebenmeter-Tor zum 17:10 (37.) war die Pausenführung wieder hergestellt, Kehrmann legte nach schönem Anspiel von Ilyés keine Minute später sogar zum 18:10 nach.

Nachdem Liniger DEHC-Toiwrar Vortmann den Ball beim Gegenstoß lässig über den Kopf zum 19:10 ins Netz gelegt hatte, nahm Kai Wandschneider prompt seine Auszeit, 38:54 Minuten waren gespielt und sein Team drohte vollends den Anschluss zu verlieren. Doch bereits in der nächsten Szene legten Liniger und Kehrmann im Gegenstoß-Zusammenspiel nach, Kehrmann vollstreckte zum 20:10. Und das Gegenstoß-Training des TBV ging munter weiter, ein Angriff nach dem anderen rollte auf den bedauernswerten Vortmann im DHC-Kasten zu. Liniger mit seinem vierten Treffer erhöhte auf 25:12 und ein gescheitertes Kabinett-Stückchen zwischen Kehrmann und dem Schweizer in der nächsten Szene tat der Feierstimmung der gut 3.500 Besucher keinerlei Abbruch.

Beim DHC brachen nun alle Dämme, auch im aufgebauten Angriff fand der TBV immer wieder den freien Mitspieler, Theuerkauf legte völlig frei vom Kreis zum 26:12 (49.) nach. Wandschnieder hatte mittlerweile den jungen Daniel Schlingmann für Vortmann zwischen die Pfosten geschickt, doch der musste auch prompt hinter sich greifen, nachdem Glandorf zum 27:12 (50.) getroffen hatte. Erst nach dem 28:12 (52.) durch Linigers Siebenmeter kam der DHC wieder zu zwei Erfolgserlebnissen, die Partie war natürlich längst gelaufen, es ging nur noch um die Höhe des Sieges. In Unterzahl fing Liniger noch einen Ball ab, traf zum 30:14 (55.), die Fans feierten ihren TBV weiter ohne Unterlass.

Standing Ovations begleiteten die TBV-Profis in den letzten Sekunden zum niemals gefährdeten und auch in der Höhe vollauf verdienten 34:18-Sieg, dessen Schlusspunkt Sebastian Schneider wenige Sekunden vor dem Abpfiff setzte.

Die Stimmen zum Spiel: 

Kai Wandschneider: Glückwunsch an den TBV Lemgo zu diesem Kantersieg. Ich denke dieses Spiel hat dem Lemgoer Publikum richtig Spaß gemacht, der TBV hat das Tempo über 60 Minuten hoch gehalten, so wie es auch sein muss. Wir hatten sehr große Probleme im Positionsangriff, meine Rückraumspieler haben sich zu viele zu schnelle Abschlüsse genommen, wir hatten keine taktische Disziplin. Das hat der TBV in die Gegenstöße umgemünzt, vor denen ich im Vorfeld gewarnt hatte. Der Sieg war letztlich auch in der Höhe absolut verdient.

Volker Mudrow: Kai hat praktisch schon alles gesagt. Der Sieg des DHC gegen Friesenheim war für uns noch einmal ein echtes Warnzeichen. Ich habe an die Einstellung appelliert, die Mannschaft hat dies sehr gut umgesetzt, wir haben das Tempo ständig hochgehalten und den Zuschauern ein tolles Spiel geboten.