| Zuschauer | Schiedsrichter | |||||||||||||||||||||||||||||
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| 1 | Immel, Klein | |||||||||||||||||||||||||||||
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| 2 Minuten Strafe | ||||||||||||||||||||||||||||||
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Nach einer kampfbetonten Partie verliert der TBV Lemgo das erste Spiel der Saison 2010/2011 in der Lipperlandhalle gegen den VfL Gummersbach knapp mit 30:31 (17:16).
Beim TBV meldeten sich vor dem Spiel alle Akteure einsatzfähig, so dass Trainer Volker Mudrow die Qual der Wahl unter seinen 14 Akteuren. Zu Beginn der Partie schickte Mudrow folgende Abwehr-Aufstellung auf das Feld: Galia, Liniger, Datukashvili, Ilyés, Glandorf, Strobel und Kehrmann. Im Angriff kam Theuerkauf für Ilyés ins Spiel, der Kreisläufer wollte mit aller Macht beim ersten Heimspiel seines neuen Vereins auflaufen. Das TBV Publikum stand bis zum ersten Tor des TBV, begleitete das Spiel mit Standing Ovations. Den ersten Treffer der Partie erzielten jedoch die Gäste, die in der 3. Minute durch Pfahl erfolgreich waren, Liniger war zuvor im ersten Angriff mit einem Siebenmeter an Somic gescheitert. Kehrmann ließ anschließend mit dem 1:1 vom Kreis die Zuschauer wieder Platz nehmen.
Der VfL präsentierte sich wie von Volker Mudrow erwartet als kompakte Einheit, die mit schnellem Spiel nach vorne keinen Zentimeter in der Lipperlandhalle nachgab. So ging der VfL in Überzahl, Ilyés musste früh eine Zeitstrafe absitzen, mit 3:5 (9.) in Führung. Der TBV fand im Angriff auch in der Folge noch nicht das richtige Mittel, in der Abwehr fehlte ebenso die letzte Konsequenz, so dass Gummersbach beim 4:7 (12.) erstmals mit drei Toren in Front lag.
Ein Traumpass von Galia auf Liniger, den der Schweizer zum 6:8 (14.) abschloss, hätte ein Art Weckruf sein können, doch postwendend kam Pfahl frei zum Wurf. Mudrow stellte nun um, Glandorf rückte auf die Mitte, Hermann kam in den rechten Rückraum, Strobel wich auf die linke Seite aus. Doch das reichte dem Trainer nicht, nach 15:33 gespielten Minuten nahm er beim 6:10 seine Auszeit, brachte unter anderem Lichtlein für den glücklosen Galia ins Tor, ohne dass man dem Tschechen einen großen Vorwurf hätte machen können, zu passiv standen seine Vorderleute bis dahin. Lichtlein fing ganz stark an, doch im Angriff wurden nach wie vor auch beste Chancen ausgelassen, so dass die Gäste ihren Vorsprung halten konnten. Preiß war mittlerweile in die Partie gekommen, nach dem 9:12 (20.) durch Ilyés war der TBV mit einem Schlag nun wesentlich präsenter, Liniger erzielte keine Minute später das 10:12. VfL-Coach Hasanefendic reagierte, nahm nun seinerseits die Auszeit, 20:42 Minuten waren gespielt.
Liniger war es erneut, der den Anschluss herstellte, der TBV war wieder im Spiel, auch wenn Zrnic zunächst vom Siebenmeterpunkt noch das 11:13 erzielen konnte. Dann ging es jedoch Schlag auf Schlag, Liniger war nach einer starken Abwehr-Aktion von Ilyés zum 13:14 zur Stelle und kurze Zeit später kochte die Halle – Hermann besorgte in der 27. Minute den Ausgleich, Kehrmann ersprintete den Ball in der Abwehr und legte direkt im Angriff zum 16:15 nach. Bechtloff löste in der 29. Minute noch Liniger auf Linksaußen ab, der TBV ließ insgesamt leider in der ersten Halbzeit gegen Somic zu viele klarste Chancen aus, so dass es mit einem knappen 17:16 in die Kabinen ging.
Der TBV begann die zweite Halbzeit mit der identischen Aufstellung wie zu Ende der ersten. Zrnic deckte beim VfL vorgezogen gegen Hermann, Gummersbach kam denn auch zum ersten Treffer, Anic glich zum 17:17 aus, ehe Theuerkauf vom Siebenmeterpunkt für den TBV zur erneuten Führung traf. Diese hatte jedoch nur kurz Bestand, beim 18:19 (34.) war der VfL wieder in Front, gegen die offensive Deckungs-Variante hatte der TBV einige Probleme, Gummersbach legte seinerseits zum 18:20 nach. Strobel kam wieder auf der Mitte zum Einsatz, Glandorf wechselte für Hermann in den rechten Rückraum.
Das Spiel war vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand weiterhin völlig offen, es ging hin und her: Kehrmann stellte beim 20:20 (38.) wieder den Ausgleich her, Vukovic konterte zum 20:21, Ilyés glich wiederum aus, Vukovic legte postwendend nach. Der VfL wurde in der Abwehr noch offensiver, Lützelberger deckte gegen den rechten Rückraum offensiv, Zrnic noch offensiver gegen die Rückraum-Mitte. Beim 23:25 durch Vukovic war Gummersbach erneut auf zwei Tore davon gezogen, der TBV musste in dieser Phase aufpassen, doch der VfL erhöhte auf 23:26. Volker Mudrow nahm prompt seine Auszeit im zweiten Durchgang, 42:51 Minuten waren gespielt.
Kehrmann deckte vorgezogen, während Lichtlein seine starke Vorstellung nahtlos weiter fort setzte. Doch der VfL hatte in dieser Phase weiter Oberwasser, der TBV mühte sich gegen die scheinbar mit jeder Minute noch offensivere Gästedeckung. Aber der TBV wollte mit aller Macht die Punkte in der Lipperlandhalle behalten – Kehrmann stellte mit dem 26:27 (48.) wieder den Anschluss her. Das Spiel war längst nichts mehr für schwache Nerven, der VfL legte vor, der TBV legte nach. Mudrow wechselte seine Aufstellung immer wieder, Schneider kam in den linken Rückraum, Ilyés in die Mitte, Datukashvili in den rechten Rückraum. Bedingt war dies durch die Ausfälle von Glandorf (Handgelenk) und Hermann (Knie), die beide den Schmerzen Tribut zollen mussten. Der Ausgleich zum 28:28 (53.) war Preiß vorbehalten, Gummersbach konterte jedoch durch Pfahl.
Jörg Lützelberger sah in der 56. Minute nach einer rüden Attacke gegen den mittlerweile im rechten Rückraum spielenden Kehrmann die rote Karte, für „Flo“ ging es nach einer Behandlungspause allerdings weiter. In Überzahl ließ der TBV zunächst erneut eine Chance gegen Somic liegen, dann war es aber Liniger, der per Gegenstoß zum 29:29 traf. Die Spannung war greifbar, die 4.043 Zuschauer in der Lipperlandhalle sahen einen echten Handball-Krimi. Anic traf für den VfL zum 29:30, noch waren zwei Minuten zu spielen. Strobel fasste sich ein Herz und jagte den Ball zum erneuten Ausgleich ins Netz, die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen.
Gummerbach ging mit 30:31 in Führung, noch eine halbe Minute Zeit blieb dem TBV. Smoler wurde herrlich frei gespielt, aber der Israeli scheiterte ebenso unglücklich wie knapp an Somic und dem Innenpfosten. Dem jungen Rechtsaußen die Schuld am verpassten Punktgewinn zuzuschieben, wäre völlig falsch, denn auch aufgrund der schlechten Chancenverwertung über das ganze Spiel hinweg war die Niederlage nicht mehr abzuwenden gewesen.