Arminia-Pressesprecher Tim Santen zu Gast beim TBV

Tim Santen, Pressesprecher des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld, hat die Fußball-Länderspiel-Pause genutzt und war am Samstag, den 10.10.15 zum ersten Mal bei einem Handball-Bundesligaspiel in Lemgo. Handball war ihm als Sportinteressiertem und -begeistertem natürlich auch vorher nicht fremd, allerdings bislang nicht in Form eines Bundesliga-Live-Erlebnisses. Daher waren wir sehr gespannt, wie ihm als Medienprofi mit ostwestfälischem Kolorit der Besuch beim Kooperationspartner in der Nachbarschaft gefallen hat. Unsere Fragen, wie er den Heimsieg gegen Gummersbach und die Stimmung in der Halle erlebt hat, hat er uns in einem Interview beantwortet.

Du warst am Samstag zum ersten Mal hier in Lemgo. Wie hat es Dir gefallen?

So gut, dass ich mir vorwerfen muss, nicht schon eher da gewesen zu sein. 

Handball ist ein Hallensport, es fallen deutlich mehr Tore, die Spielzeit ist kürzer, das Feld kleiner, trotzdem oder gerade deshalb ist es ein sehr intensiver, technisch, physisch und psychisch anspruchsvoller Sport mit deutlich mehr Körperkontakt als beim Fußball. Wo siehst Du sonst noch die Unterschiede?  

Handball lässt den Fans gar keine Zeit, mal eine Hymne einzustudieren oder ein paar Verse zu schmettern. Die Unterstützung von außen ist deutlich spielbezogener und entwickelt dadurch eine eigene Dynamik. Die Schnelligkeit des Spiels überträgt sich auf die Ränge, da können einem schnell die Ohren wegfliegen. 

Was sagst Du zu der Stimmung in der Halle?

Als ich die Halle betreten habe, hat man mir am Eingang Ohrenstöpsel angeboten und ich habe dankend abgelehnt. Gegen Ende des Spiels habe ich diese Entscheidung fast bereut. Freunde und Bekannte schwärmen immer wieder von der Stimmung bei Hallensportarten – sie haben nicht zu viel versprochen.

Das Publikum ist viel näher dran als im Fußballstadion, darf auch nach dem Spiel aufs Feld und Autogramme jagen und Selfies mit den Spielern machen, so etwas gibt es ja beim Fußball nicht in der Form?

Man muss tatsächlich länger ausharren, bis alle Interviews gegeben sind und der Duschgang beendet ist, um unsere Jungs zu treffen. Außerdem müssen wir unsere Rasenfläche mit Abpfiff schon für die nächsten Spiele schonen und können das Spielfeld nicht frei geben – da haben es Selfie- und Autogrammjäger beim Handball leichter.

Wir verfolgen Eure Spiele immer sehr genau und sind fasziniert von Euren Fans, besonders auf der Südtribüne. So viel Leidenschaft und Kreativität ist für Euch ein echtes Plus in der Liga und im Pokal, oder?

Absolut. Wir erleben momentan Hochzeiten der Fankultur in Bielefeld und durften uns in den letzten Jahren über außergewöhnliche Fußballfeste freuen. Unsere Fans faszinieren uns selbst immer wieder. Der Zuspruch wächst, das zeigen Zuschauerschnitt und Mitgliederzahlen. Mit diesem Faustpfand müssen wir verantwortungsvoll umgehen.

Es gibt ja durchaus auch „Schnittmengen“, also Fans, die samstagsmittags erst zu Eurem Spiel gehen und anschließend zu uns in die Halle kommen. Wir haben den Eindruck, die Anzahl dieser Fans steigt. Siehst Du das auch so?

Farblich passt es ja. Ich war erstaunt, dass ich bei Euch in der Lipperlandhalle Arminia-Trikots ausmachen konnte. Vielleicht wird aus Ostwestfalen-Lippe ja doch noch eine große Sportregion. Die Begeisterung für Spitzensport ist offensichtlich vorhanden.

Du durftest auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und erleben, wie die TBV-Spiele medial begleitet werden. Manches unterscheidet sich vom Fußball und wahrscheinlich ist auch alles eine Nummer kleiner als bei Euch. Was für einen Eindruck hast Du dabei gewonnen?

Ohne Leidenschaft lassen sich mit einem kleinen Team nicht derartige Events wie Heimspiele für mehrere tausend Besucher stemmen. Das gilt für Euch wie für uns. Aber die Lipperlandhalle ist eine tolle Location, die kurzen Wege machen vieles leichter.

Mit wie vielen Mitarbeitern im Presse- und Medienbereich begleitet Ihr Eure Heim- und Auswärtsspiele?

Nachdem ich in der 3. Liga auswärts teilweise sogar alleine auswärts gefahren bin, sind wir nun in der Regel zu dritt. Das ist auch notwendig, um neben den Medien auch unsere digitalen Angebote zu versorgen. Bei Heimspielen bekommen wir für ClubTV und Organisation je nach Aufwand des Spiels weitere externe Unterstützung.

Für uns warst Du ja ein echter Glücksbringer bei unserem Heimsieg. Wir hatten ja erst etwas Befürchtungen, nachdem bei unserem letzten Heimspiel gegen Gummersbach im April 15 ein Arminia-Spieler da war und wir leider mit zwei Toren verloren haben. Du darfst also jederzeit gern wiederkommen. Wir hoffen, Du siehst das auch so?

Ich weiß, wie abergläubisch der Profisport mitunter ist, und hätte mir daher eine Niederlage nicht verziehen… Unabhängig davon hat mich aber die Emotionalität in der Halle und die familiäre Atmosphäre nach dem Spiel begeistert. Ich danke Euch für die tolle Gastfreundschaft. Ich komm wieder, keine Frage.

Vielen Dank für das Interview, Tim.

Foto: Thomas Starke - von links: Norbert Meier, Cheftrainer, und Tim Santen ,Pressesprecher DSC Arminia Bielefeld

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