Auswärts in Lübbecke: „Mit voller Kapelle ins Derby!“

Am 17. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga geht es für den TBV Lemgo zum Nachbarschaftsduell nach Lübbecke. Anwurf in der Merkur Arena ist am Donnerstagabend um 19 Uhr. Nach dem erfolglosen November haben sich die Lipper am vergangenen Spieltag mit dem überzeugenden Heimsieg gegen Wetzlar eindrucksvoll zurückgemeldet und wollen diesen positiven Trend auch auswärts fortsetzen. Das Team von Florian Kehrmann belegt aktuell den neunten Tabellenplatz mit 15:17 Punkten.

Der TuS N-Lübbecke, als Zweitligameister der letzten Saison aufgestiegen, belegt nach 16 Spieltagen mit 6:26 Punkten den letzten Platz in der Handball-Bundesliga. Die aktuelle Saison begann für den Aufsteiger mit sieben Niederlagen am Stück denkbar schlecht, darunter nicht nur deutliche Niederlagen gegen die Spitzenteams Flensburg-Handewitt, THW Kiel, Hannover-Burgdorf und Rhein-Neckar Löwen, sondern auch Pleiten in Minden und zu Hause gegen Wetzlar. In den neun Spielen nach dem schlechten Saisonstart konnten sich die Mannen von Trainer Aaron Ziercke dann aber stabilisieren und verloren nur noch vier weitere Spiele. Den ersten Punkt erkämpften sich die Lübbecker am 8. Spieltag in Leipzig. Es folgten drei weitere Unentschieden in Ludwigshafen und Erlangen sowie zu Hause gegen Göppingen. Den ersten und bislang einzigen Sieg feierten die rot-schwarzen dann am 14. Spieltag in Stuttgart mit einem knappen 29:28. Auffällig beim TuS N-Lübbecke ist das Torverhältnis: mit nur 360 geworfenen Toren stellt das Team zwar den bisher schwächsten Angriff der Liga, aber die Defensive ist mit 432 Gegentreffern statistisch gesehen auf dem Niveau von Spitzenreiter Füchse Berlin. Der sportliche Trend der Mannen von Trainer Ziercke in den letzten fünf Spielen ist mit einem Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen recht ausgeglichen. Dennoch hängt Lübbecke im Tabellenkeller fest und steht daher schon unter Druck, wie auch Florian Kehrmann weiß: „Für den TuS N-Lübbecke geht es jetzt schon um sehr viel.“

Personell hat sich der letztjährige Zweitligameister kaum verändert: drei Abgänge wurden durch vier Neuzugänge vor der Saison kompensiert. Auffälligster Neu-Lübbecker ist der Katari Marko Bagaric, der mit 55 Treffern die interne Torschützenliste vor Pontus Zetterman (54) und Jens Bechtloff (50) anführt. Kehrmann weiß um die Stärken des kommenden Gegners in der Abwehr und bereitet seine Mannschaft auf einen harten Fight in der Merkur Arena vor: „Wir müssen uns auf viele Emotionen und eine sehr harte und aggressive Abwehr einstellen, eventuell auch auf ein zweites Deckungssystem.“

Sportlich möchte der TBV-Trainer an die sehr gute Leistung gegen Wetzlar anknüpfen: „Wir müssen es wieder schaffen, diese Aggressivität in die Abwehr zu bekommen und daraus Tempo machen!“ Man müsse nicht nur die eigenen Stärken Einsatz, Kampf und eine aggressive Abwehr auf die Platte bringen, sondern auch mit kühlem Kopf nach Lübbecke fahren, mahnt Kehrmann, der von einer ganz anderen Kategorie von Spiel spricht, als zuletzt gegen Wetzlar. Abseits der sportlichen Herausforderung eines Derbys freut er sich zudem auch auf die Unterstützung der eigenen Zuschauer in der Halle: „Im Umfeld hört man, dass sich viele Lemgoer Fans auf den Weg machen, um uns am Donnerstag zu unterstützen.“ Mit den eigenen Fans im Rücken möchte Kehrmann mit seiner Mannschaft natürlich die nächsten zwei Punkte einfahren, um sich weiter im oberen Mittelfeld der Tabelle festzusetzen. Personell kann er dabei aus dem Vollen schöpfen, denn ihm steht der gesamte Kader zur Verfügung.

Mut macht Kehrmann nicht nur die gute Leistung am vergangenen Sonntag, sondern auch die Erinnerung an die letzten Derbys in Lübbecke und Minden, die der TBV beide gewinnen konnte.

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