Bittere Niederlage nach gutem Start

Bis zur 20. Minute war die Lemgoer Welt noch in Ordnung, da zeigte die Anzeigetafel noch ein 10:10-Unentschieden beim Spiel in Hamburg gegen den HSV Handball an, doch dann riss der Faden, so dass der TBV Lemgo am Ende des 2. Spieltages in der DKB Handball-Bundesliga in eine bittere 38:27-Niederlage einwilligen musste.

In der Startaufstellung des TBV Lemgo stand Nils Dresrüsse im Tor, rechts außen war Ari Haenen im Einsatz, Max Höning, Andrej Kogut und Jonathan Stenbäcken im Rückraum, Patrick Zieker  auf Linksaußen und Anton Månsson am Kreis. Die Partie begann mit einem Lemgoer Ballverlust im Angriff, der eine schnelle Hamburger Führung durch Tempogegenstoß von Hans Lindberg zum 1:0 zur Folge hatte. Doch der TBV zeigte sich unbeeindruckt und glich bereits im nächsten Angriff durch einen Siebenmeter von Ari Haenen aus.

Bis zur besagten 20. Minute verlief das Spiel weiterhin sehr ausgeglichen, keine Mannschaft konnte mehr als ein Tor Vorsprung erzielen. Die Lemgoer Abwehr stand sicher, die zu Beginn nervös wirkenden Hamburger mussten sich ihre Chancen im Positionsangriff hart erkämpfen oder kamen durch Tempogegenstöße in Folge von Lemgoer Ballverlusten im Angriff zu ihren Toren. Nils Dresrüsse zeigte starke Paraden im Tor und war gegenüber seinem Hamburger Pendant Johannes Bitter, der dann auch in der 13. Minute gegen Jens Vortmann ausgewechselt wurde, klar im Vorteil. 

Eben jener Vortmann entschärfte dann nach seiner Einwechslung mehrere Lemgoer Würfe und zwei Zeitstrafen kurz hintereinander gegen Jonathan Stenbäcken ließen die Hamburger aufkommen. Innerhalb von vier Minuten war aus dem 10:10 ein 14:10  (24. Minute) zu Gunsten der Hausherren geworden und nun war es der TBV, der Nerven zeigte, sich kurz vor der Halbzeit aber noch einmal fing. Ein verwandelter Siebenmeter von Ari Haenen und ein Treffer mit „Tor des Monats“-Potential von Rolf Hermann aus 20 Metern Torentfernung ließen den Vorsprung der Hamburger auf zwei Tore zum Halbzeitstand von 16:14 schmelzen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erwischten die Hamburger vor 4.576 Zuschauern wieder den besseren Start und bauten ihre Führung erneut aus, während der TBV weder im Angriff, noch in der Abwehr die richtigen Mittel fand. Fehlende Aggressivität in der Abwehr, Fehlwürfe oder schlechte Anspiele ermöglichten dem Team von Michael Biegler weitere Chancen und auch die Umstellung der Abwehr auf 5:1 mit Patrick Zieker auf der vorgezogenen Position brachte nicht die erwartete Wendung, der Faden war gerissen. In der 43. Minute gelang Hans Lindberg erstmalig eine Fünf-Tore-Führung mit seinem Treffer vom Punkt gegen den eingewechselten Jonas Maier, bis zur 49. Minute war der Vorsprung sogar auf acht Tore angewachsen, während Lemgo in dieser Zeit ohne Torerfolg blieb. Und auch in den letzten zehn Minuten gelang es dem Team von Florian Kehrmann nicht, das Blatt noch einmal zu wenden oder das Ergebnis weniger hoch ausfallen zu lassen. Auch Lemgos erfolgreichster Werfer Ari Haenen konnte mit seinen neun Toren nichts daran ändern, dass die Anzeigetafel am Spielende ein 37:28 für den HSV Handball anzeigte.  Erfolgreichster Torschütze auf Hamburger Seite war Hans Lindberg mit 12/3 Treffern.

Trainer Florian Kehrmann war alles andere als begeistert vom Spielausgang und meinte: „Der HSV hat verdient gewonnen. Bis zur 20. Minute war das Spiel ausgeglichen, bis zur Halbzeit haben wir gut mitgehalten, aber dann nicht mehr so viel Einsatz und Kampf investiert wie die Hamburger und keinen richtigen Zugriff auf das Spiel mehr bekommen. Wir werden die Fehler analysieren, uns in der kommenden Woche gut auf Balingen vorbereiten und in diesem Spiel eine Schüppe drauf legen.“

TBV Lemgo: Dresrüsse (1.-43.), Maier (43.-60.); Månsson, Feuchtmann (2), Kogut (2), Hornke, Rydergård, Stenbäcken (2), Hermann (4), A. Niemeyer (3), Haenen (9/5), Höning (2), Zieker (1), M. Niemeyer (3)

 

Foto: HSV Handball

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